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Wenn das Geld für die Geburtstagsfete fehlt

Heute in der Serie „Görlitzer Kinder in Not“: Im „Kidrolino“ können bedürftige Mädchen und Jungen ihre Freunde zum Feiern einladen.

Von Ines Eifler

Wie schön ist es für Kinder, Geburtstag zu feiern. Toll, zu den Partys der anderen eingeladen zu werden, und fast noch besser, einmal selbst Gastgeber zu sein. Doch in manchen Familien ist das nicht möglich. Weil Platz und Geld knapp sind oder sich die Eltern von vier, fünf oder mehr Kindern von der Organisation so vieler Partys überfordert fühlen. „Aber wer selbst nicht feiert, wird von den anderen bald nicht mehr eingeladen und ist dann traurig“, sagt Anja Bradatsch, die beim Kinderschutzbund „Kidrolino“ in Königshufen arbeitet und dort unter anderem Kindergeburtstage organisiert. Allerdings nicht nur für Kinder aus armen Verhältnissen.

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Beim Kinderschutzbund kann jedes Vorschul- und Schulkind bis zum Alter von 14 Jahren Geburtstag feiern. Sowohl Familien, die es sich leisten können, nutzen das Angebot als auch Familien, denen wirklich das Geld fehlt. Erstere Eltern werden gebeten, sich beim Buffet, bei der Begleitung der Party oder finanziell einzubringen. Bedürftige Familien kann der Kinderschutzbund von dem Geld unterstützen, das er durch Spenden einwirbt. „Es ist uns wichtig“, sagt Anja Bradatsch, „dass von außen keiner sehen kann, ob das Geburtstagskind aus einer benachteiligten Familie kommt oder nicht. Keiner soll sich ausgeschlossen oder stigmatisiert fühlen.“

Seit Anfang dieses Jahres legt der Kinderschutzbund auf diese Durchmischung der Kinder besonderen Wert. Dementsprechend hat er sein Profil verändert. War er früher vor allem ein offener Treff für Kinder jeglicher Couleur, widmet er sich jetzt gezielt der Familienbildung: Die drei Mitarbeiter bieten Beratungen, Kurse und Elternabende zu verschiedenen Themen an. Sie organisieren Elternfrühstück, Kleinkindtreff und Eltern-Kind-Turnen. Sie laden Kinder zu Angeboten wie Kinderkochkurs, Kindertanz und Kindermedienclub ein. Und an Familiennachmittagen sind Kinder zusammen mit ihren Eltern gern gesehen.

Diese Neuorientierung bedeutet eine stärkere Hinwendung an Familien, die bisher dachten, der Kinderschutzbund sei lediglich eine Art Auffangstelle für Kinder von Alkoholikern, Drogensüchtigen, Langzeitarbeitslosen. Solche Kinder zu unterstützen, ist natürlich nach wie vor Anliegen des „Kidrolino“. Aber sie sollen nicht nur unter sich sein, sondern besser integriert werden. Zum einen durch die stärkere Einbindung der Eltern, zum Beispiel aber auch damit, dass „Kidrolino“ Kindergeburtstage für alle organisiert, die sich nicht voneinander unterscheiden.

Und was die Kinder da alles machen können! Eine Geburtstagstafel mit Torte und Kerzen zum Auspusten gehört natürlich dazu oder auch ein Buffet mit herzhaften und süßen Sachen. Die Mitarbeiter kennen zahlreiche Partyspiele. Das Außengelände mit seinem Spielplatz lädt zum Toben ein. Man kann den Geburtstag mit einem Ausflug verbinden: Im Tierpark, im Kino, beim Bowling, im Schwimmbad, auf einem Reiterhof ist Anja Bradatsch mit den Geburtstagskindern und ihren Freunden schon gewesen. Man kann aber auch Themenpartys feiern, zu Kinderdisko und Karaokesingen einladen. Eine große Disko-Kugel, eine Musikanlage und genug Platz zum Tanzen gibt es schon. Ein Mischpult, ein Mikrofon und ein größerer finanzieller Spielraum für die Buffets aber fehlen noch.

Am Dienstag in der SZ: Das soziale Frühwarnsystem des Landkreises.