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Wenn das Grab plötzlich leer ist

Die Kirchgemeinde beleuchtet die Auferstehung Jesu mit ganz modernen Methoden. Wer hat Schuld an dem Geschehen?

Von Benjamin Schuke

Öfter gingen Dinge verloren, sagte Ersatz-Pfarrer Hartmut Günther gestern zu Beginn des Ostergottesdienstes in der evangelischen Kirche Niederstriegis. Zum traditionellen Osterspiel waren 120 Besucher gekommen. Die Jugendband spielte. Das Schauspiel drehte sich um die gesellschaftlichen Nebenwirkungen des abhanden gekommenen Leichnams Jesu. Den Tod zu besiegen, war auch damals unüblich.

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„Der Klassiker des Verschwindens ist ja der eigene Hausschlüssel“, sagte Hartmut Günther. „Doch eine verschwundene Leiche ist im Gegensatz dazu ein Straftatbestand. Mit einem mannsgroßen Steingrab aus Pappe und einer nachgestellten Videokamera, sollte die Auferstehensgeschichte in Form eines Untersuchungsausschusses beleuchtet werden. Doch mehr als die Quellen hergeben, war auch am Montag nicht zu erfahren. Auf einer weiteren Bühne tagte der jüdische Rat, der sich die Videoaufnahmen des Geschehens ansah und debattierte, was nun schief gelaufen war. Die Juden waren zu Zeiten Jesu entsetzt über die Propaganda, er sei gen Himmel gefahren. Vier hohe Geistliche werteten das Geschehen am Grab deshalb an einem Tisch samt Laptop vor dem Altar aus .

„Wir haben überlegt, wie wir die Geschichte spannend gestalten können. Durch Herrn Snowden ist die Form des Untersuchungsausschusses aktuell“, sagte Hartmut Günther, der seit 1991 zur Gemeinde gehört und in ganz Sachsen evangelische Männerkreise und die Vater--Kind-Arbeit leitet.

Ob die Bestattung ordnungsgemäß vonstatten gegangen sei, fragte ein Mitglied der Untersuchungskommission. Doch die Grablegung und die strenge Bewachung waren fehlerfrei. Auch auf dem Videofilm ist keine Spur von Jesus zu finden. Rugen Grimme spielte Nikodemos vom hohen Rat. „Jeder ist froh, wenn er sich seinen Text merkt, schließlich sind wir alle berufstätig, sagte der 41-jährige Tischlermeister. Der Überraschungseffekt sei am besten. Viel Spaß hatten auch die 50 Besucher des Behindertenwohnheims Gersdorf, das die Diakonie betreibt.