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Wenn das Herz nicht mehr mitmacht

Beklemmende Atemnot, ständiges Schwächegefühl und viel zu hoher oder zu niedriger Blutdruck? Alle Symptome können Alarmzeichen einer Herzinsuffizienz sein. Dann ist das Herz nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen, die Durchblutung der Organe ist verringert.

Beklemmende Atemnot, ständiges Schwächegefühl und viel zu hoher oder zu niedriger Blutdruck? Alle Symptome können Alarmzeichen einer Herzinsuffizienz sein. Dann ist das Herz nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen, die Durchblutung der Organe ist verringert. Diese Erkrankung betrifft vor allem ältere Menschen. Ihre chronische Form entwickelt sich schleichend, oft unbemerkt über Monate und Jahre. Dabei ist die Schwäche des Herzens eine der häufigsten internistischen Erkrankungen und auch eine der häufigsten Todesursachen.

Dr. Jörg Patzschke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II (Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin) an den Elblandkliniken Meißen, stellt sich beim SZ-Gesundheitsforum den Fragen Betroffener und ihrer Angehörigen.

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Wie sind die ersten Alarmzeichen einer Herzinsuffizienz? Wie sollten Betroffene und Angehörige reagieren?

Zum Beginn der Erkrankung sind Symptome noch nicht oder nur bei stärkerer Belastung zu spüren. Die Treppe, die bisher mit Leichtigkeit zu bewältigen war, verlangt beim Weg nach oben eine Pause, weil die „Luft nicht mehr reicht“. Anderen Betroffenen fallen geschwollene Beine, besonders abends auf, die dann früh wieder schlank sind. Die Nachtruhe wird zunehmend unterbrochen, weil die Blase drückt.

Wer solche oder ähnliche Symptome bei sich oder bei seinen Angehörigen wahrnimmt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Wer ist besonders gefährdet?

Herzschwäche ist keine eigenständige Erkrankung. Sie ist Folge verschiedener anderer Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das sind besonders ein hoher Blutdruck und die sogenannte koronare Herzkrankheit, also die Durchblutungsstörungen am Herzen. Aber auch Herzklappenerkrankungen, angeborene Herzfehler und Herzmuskelerkrankungen können Ursache sein. Letztlich können auch Alkohol, Drogen und bestimmte Medikamente eine Herzschwäche verursachen.

Was gehört zur Basistherapie bei Herzinsuffizienz?

Die beste Strategie ist zunächst immer die Behandlung der Ursachen und die Vermeidung der o. g. Risikofaktoren. Die koronare Herzkrankheit muss so behandelt werden, dass die Durchblutung des Herzens ausreichend gewährleistet ist. Auch selten auftretende Ursachen sollten gesucht und entsprechend behandelt werden. Für die Basistherapie steht heute eine große Anzahl sehr wirksamer Medikamente bereit. Diese werden sorgsam für jeden Patienten individuell ausgewählt und kombiniert.

Weiterhin gehören maßvolles Ausdauertraining bei stabiler Herzinsuffizienz und selbstverständlich die richtige Ernährung, eine begrenzte Kochsalz- und ausreichende Flüssigkeitszufuhr hinzu.

Welche weiteren Therapiemöglichkeiten werden in den Elblandkliniken Meißen angewendet?

Seit 20 Jahren implantieren wir bei von langsamen Herzrhythmusstörungen verursachter Herzinsuffizienz Herzschrittmacher. Bei einigen Patienten ist aber das Herz nicht mehr in der Lage, sich insgesamt synchron zu bewegen. Rechtes und linkes Herz schlagen etwas unterschiedlich, es kommt zu einer schlechten Auswurfleistung. Hier hilft seit einigen Jahren ein sogenannter biventrikulärer Herzschrittmacher, der etwas aufwendiger zu implantieren ist.

Wir wenden diese Therapie bei unseren Patienten an, wenn die Vorbefunde einen Nutzen belegen. Einige Patienten haben das erhöhte Risiko eines plötzlichen Herztodes. Ihnen implantieren wir einen Defibrillator, um sofortige Hilfe und einen Schutz zu gewährleisten. Dies ist ein Verfahren mit einer sprunghaften technischen Entwicklung. Völlig neu ist das Verfahren der kardialen Kontraktionsmodulation für Patienten, denen andere Methoden keine Besserung bieten. Damit wird eine Verstärkung der Pumpleistung des Herzmuskels erzielt. (SZ)

Termin des nächsten SZ-Gesundheitsforums („Neue Therapiemöglichkeiten bei Herzinsuffizienz“) ist der 11. Juni ab 18 Uhr im Elblandklinikum Meißen, Nassauweg 7, Konferenzraum 4. Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten bitten wir um telefonische Anmeldung unter 03521 41045520 oder 0351 837475670. Der Eintritt ist frei.