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Wenn der Reifen zweimal zerstochen wird

Im Dresdner Osten sind mehrere Fahrzeuge in den Fokus eines Reifenstechers gerückt, eines gleich zweimal. Was der Betroffene und die Polizei sagen.

Nur Zufall oder eine persönliche Attacke? Gleich zweimal innerhalb von zwei Wochen werden Reifen am Transporter von Falk Altmann zerstochen.
Nur Zufall oder eine persönliche Attacke? Gleich zweimal innerhalb von zwei Wochen werden Reifen am Transporter von Falk Altmann zerstochen. © Sven Ellger

Dresden. Nach dem mulmigen Gefühl kommt Wut. Wer macht so etwas - und warum? Geht es gegen mich persönlich? Oder sind auch andere betroffen? Diese Fragen stellte sich der Laubegaster Falk Altmann, als er am Donnerstag vergangener Woche in seinen Mercedes-Kleintransporter stieg, der auf der Klagenfurter Straße geparkt war. Erst beim Losfahren merkte er: Der Reifen ist platt. Es war bereits das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen. 

"Beim ersten Plattfuß habe ich mir noch nichts dabei gedacht." Das war am Ostersonntag, auch da bemerkte Altmann den platten Reifen erst beim Rollen. In der Werkstatt sagte ihm der Schrauber, dass eindeutig zwei Einstichstellen im Reifen zu erkennen sind. Dort, wo die Seitenwand des Reifens verstärkt ist, habe es der Täter zuerst probiert, an einer Stelle weiter oben gelang es ihm, den Gummi zu durchstechen, vermutlich mit einem Messer.

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Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung

Das nimmt der Laubegaster erst einmal so hin, so etwas passiert in Dresden ja hin und wieder. Er bestellt einen neuen Reifen, mit Montage kostet ihn der rund 100 Euro. Als er am vergangenen Donnerstag den zweiten platten Reifen bemerkt, dieses Mal hinten, wird er stutzig. "Im ersten Moment war ich verunsichert, dachte, das kann doch nicht sein." Dann sei er wütend geworden. "Das ist einfach nur feige." Abgesehen davon, dass er nun weitere 100 Euro in den nächsten neuen Reifen investieren muss, macht sich Falk Altmann Gedanken darüber, ob es jemand persönlich auf ihn abgesehen hat. Ärger oder Streit mit den Nachbarn gebe es nicht.

Dagegen spricht auch die Tatsache, dass ebenfalls am vergangenen Donnerstag vier Anzeigen wegen zerstochener Reifen bei der Dresdner Polizei eingegangen sind. Allerdings für vier Fahrzeuge, die auf der Straße Am Mitteltännicht geparkt waren. Da die Straße nur wenige Meter von Altmanns "Tatort" entfernt liegt, geht er davon aus, dass es derselbe Täter war. Die Polizei gibt an, dass der Tatzeitraum zwischen Mittwochabend, 22. April, 19.45 Uhr, und Donnerstagmorgen, 23. April, 9 Uhr, liegt. "Die Autos standen hintereinander geparkt am Fahrbahnrand. Jeweils ein Reifen wurde durch Unbekannte beschädigt", sagt Polizeisprecher Lukas Reumund.

Er rät jedem, der eine mutwillige Beschädigung der Reifen bemerkt, das anzuzeigen. Das hat auch Falk Altmann getan. Weil das eine Straftat ist, eine Sachbeschädigung, nimmt die Polizei Ermittlungen dazu auf. Wie genau die einzelnen Schritte aussehen, verrät Reumund nicht. Immerhin: "Sollte es tatsächlich zu einer Häufung von Straftaten in einem bestimmten Bereich kommen, sind in der Regel die Funkstreifen sensibilisiert, dort öfter vorbeizufahren." Mehr Fälle von zerstochenen Reifen gebe es in Dresden derzeit nicht. Falk Altmann hofft, dass auch in Laubegast keine weiteren dazukommen. 

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