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Wenn der Wahlkampf für Furore sorgt

Schwarzbachs Woche: Ein Eklat im Strehlaer Stadtrat und neue Öffnungszeiten im Nudelrestaurant. Ein deliziöser Rückblick.

SZ-Redakteur Kevin Schwarzbach kommentiert jede Woche die wichtigsten Ereigniss der Region.
SZ-Redakteur Kevin Schwarzbach kommentiert jede Woche die wichtigsten Ereigniss der Region. © Lutz Weidler

Nichts ist besser als Wahlkampf, liebe Leserinnen und Leser. Dann tauen die Politiker langsam auf, halten hin und wieder eine flammende Rede – und schießen manchmal auch über das Ziel hinaus. Spätestens jetzt werden Sie merken, dass ich keineswegs irgendwelche austauschbaren Wahlkampfauftritte meine. Dort geht es doch meist nur darum, das eigene Gesicht kurz vorm Urnengang noch einmal ins Gedächtnis der Leute einzupflanzen. Auch wenn auf den Wahlzetteln dann gar keine Porträts zu sehen sind. Da wäre es doch zweckdienlicher, gleich auf die Gesichter zu verzichten und lediglich mit Namensschildern herumzulaufen.

In Strehla kennt der Wahlkampf derweil ganz andere Methoden – hier tanzten die Politiker im jüngsten Stadtrat eine feurige Salsa. Zumindest metaphorisch gesehen. Denn NPD-Vertreter Peter Schreiber war noch immer mächtig sauer, dass seine für Ende April geplante Veranstaltung im Lindenhof geplatzt war. Zu der sollten auch Bundes- und Landespolitiker nach Strehla kommen. Ein Ereignis, das bei Linken-Fraktionschef Erich Knott schon im Vorfeld für Sorgenfalten sorgte – und den Lokalpolitiker zum Handeln bewegte. Sowohl er als auch FWG-Chef Heiko Zscheile meldeten bei Lindenhof-Betreiber Wolfgang Ruhland ihre Bedenken an. Der sagte die NPD-Veranstaltung dann auch ab. Bei Peter Schreiber sorgte das natürlich keineswegs für Begeisterung. Und im Stadtrat folgte dann das, was man gemeinhin Show-down nennt. Bei so viel Aufregung muss man fast schon wieder froh sein, dass der Wahlkampf bald ein Ende nimmt.

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Dann werden die hiesigen Politiker auch wieder Zeit haben, sich gemütlich im Teigwaren-Restaurant „Makkaroni“ – in unserer Region oftmals „Magroni“ gesprochen – niederzulassen. Das hat ab diesem Mittwoch neue, fast alte Öffnungszeiten.

Nachdem das Angebot erst vor wenigen Monaten eingekürzt worden war, haben die Teigwaren es nun wieder erweitert. Welch Wunder, mag so mancher von Ihnen rufen, liebe Leserinnen und Leser. Vermutlich hat man nun bemerkt, dass das Restaurant in der Woche nicht unbedingt überrannt wird, wenn man nur während der Arbeitszeiten Nudeln kocht. Also will man sich jetzt auch wieder auf das Feierabendgeschäft konzentrieren. Könnte gut sein, dass der ein oder andere gestresste Stadtrat nach einer hitzigen Sitzung eine mächtige Portion Teigwaren braucht, um seine Seele wieder in positive Wallung zu versetzen.

Als Nudelliebhaber kann ich es im Übrigen absolut verstehen, wenn man seinen Gefühlszustand an das vorangegangene Abendbrot knüpft. Auch wenn für die Erträglichkeit der Mitmenschen heutzutage eher der Internetempfang entscheidend ist. Und in diesem Punkt haben Deutsche Bahn und VVO vergangene Woche den Sprung in ein neues Zeitalter geschafft. Denn im Regionalexpress von Leipzig nach Dresden gibt es jetzt kostenloses WLAN. Und das funktioniert sogar.

Da muss sich jeder Verschwörungstheoretiker zwangsläufig fragen, ob nicht schon wieder irgendeine Industrie hinter diesem Fortschritt steckt. Böse Absichten inklusive. Gestern haben die Leute im Zug noch Bücher gelesen, heute hängen sie am Handy und ziehen sich irgendwelche Serien rein. Vielleicht bald auch einen Spielfilm über den Strehlaer Stadtrat.

Diese Woche kann wohl kaum deliziöser werden.