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Wenn der Weg zum Fluss wird

Wild abfließendes Wasser überflutete Anfang des Jahres Teile von Pfaffendorf. Damit sich dass nicht wiederholt, muss die Gemeinde reagieren.

Zweimal schoss wildes Wasser über den Lindenhofweg in Pfaffendorf und hat ihn dabei teilweise ausgespült.
Zweimal schoss wildes Wasser über den Lindenhofweg in Pfaffendorf und hat ihn dabei teilweise ausgespült. © Daniel Schäfer

Gleich zweimal hatte es die Pfaffendorfer erwischt: Ende Januar und Anfang Februar setzte eine Flutwelle aus Schmelzwasser Teile des Königsteiner Ortsteils unter Wasser. Der erste Vorfall traf Pfaffendorf am 27. Januar. Eine braune Schlammwelle ergoss sich an dem Sonntag im Bereich zwischen dem Dorfplatz und dem Lindenhofweg bis zur Pfaffendorfer Straße. Das Wasser kam vermutlich von einem Feld zwischen Paffenstein und Quirl.

Der Erdboden war noch gefroren. Die Sonne, die an diesem Tag für frühlingshaftes Wetter sorgte, ließ den Schnee darüber rasch tauen. Das Schmelzwasser muss sich an dem Hang eine Zeit lang gesammelt haben. Wahrscheinlich wurde es durch eine Barriere aus Schnee aufgehalten. Allerdings nur so lange, bis diese dem Druck nicht mehr standhalten konnte und brach. Eine Mischung aus Wasser und Schlamm stürzte daraufhin in Richtung Pfaffendorf den Hang hinab. Vor allem vom Querweg und dem Lindenhofweg bahnte sich die Welle ihren Weg zur Dorfstraße. Beide Wege wurden ausgespült. An der Pfaffendorfer Straße angekommen, konnte das braune Wasser jedoch nicht einfach in die Kanalisation abfließen.

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 Denn die Regenwassereinläufe am Straßenrand waren nicht frei. Schnee, den der Winterdienst von der Fahrbahn geschoben hatte, verstopfte sie. Die Welle ergoss sich deshalb durch fast ganz Pfaffendorf in Richtung Königstein – bis zu einem Abschlag in die Potatzschke kurz vor dem Pfaffenberg, der das wilde Wasser abfing. Nicht einmal eine Woche später folgte ein ähnliches Szenario. Am 2. Februar sorgte eine zweite Welle dafür, dass die Pfaffendorfer Straße und angrenzende Grundstücke unter Wasser standen.

Vom Lindenhofweg wälzte sich das Schlammwasser am 27. Januar zur Pfaffendorfer Straße. 
Vom Lindenhofweg wälzte sich das Schlammwasser am 27. Januar zur Pfaffendorfer Straße.  © Archivfoto: Ulf Gröger

Bei einem Vororttermin in Pfaffendorf wurde nun nach den Ursachen gesucht. Dazu hatten sich Vertreter der Stadt Königstein, des Landratsamtes und Fachplaner getroffen. Auch Grundstückseigentümer und Anwohner wurden dazu eingeladen, denn sie fordern einen Schutz vor neuen Sturzfluten. „Das wild abfließende Wassers von den Hängen oberhalb der Ortslage bereitet den Anwohner in Pfaffendorf Sorgen“, sagt Martina Aurisch, Amtsleiterin Straßenbau und Verkehr im Landratsamt Pirna, die bei dem Treffen vergangene Woche dabei war. Die Beteiligten hätten sich über verschiedene Lösungsmöglichkeiten verständigt. Fest steht bislang, dass die Pfaffendorfer Straße der außergewöhnlichen Beanspruchung standgehalten habe. Die Kreisstraße wurde zwischen 2016 und 2017 vom Abzweig Am Stallhübel bis zum Alten Schulweg für etwa 440 000 Euro grundhaft ausgebaut. 

Auf dem rund 500 Meter langen Straßenabschnitt wurden die Randbereiche, Abläufe und Schächte instand gesetzt. Trotz Überflutung seien praktisch keine Schäden an der Straße und den Randbereichen zu verzeichnen. „Die Straße hat ihren Stresstest bestanden – das ist positiv“, sagt Martina Aurisch. Problematisch sei dagegen das Wasser, das aus den Nachbargrundstücken auf die Dorfstraße treffe. Dieses bringe Schmutz und Schlamm mit sich. „Hier ist es notwendig, an den Ursachen anzusetzen und künftig zu verhindern, dass solche Mengen auf die Straße treffen“, erklärt die Amtsleiterin. Um das zu schaffen, müssten nun das betroffene Gebiet und die topografischen Gegebenheiten flächenhaft analysiert werden. Aurisch spricht von einer Entwässerungskonzeption, die für Pfaffendorf bislang aber noch nicht vorliegt. Solch ein Konzept sei die Voraussetzung für wirksame bauliche Maßnahmen. Inwieweit die Pfaffendorfer Straße womöglich umgebaut werden muss, das sollen nun weitere Untersuchungen ergeben, teilt das Landratsamt mit.

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