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Wenn die Kipper-Klappen krachen

Die bergtechnische Sanierung am Knappensee macht auch Geräusche – manche kann man zumindest eindämmen.

Am Knappensee wird jede Menge Sand bewegt - per Lkw, was ohne Geräusche nicht möglich ist. Zu minimieren sind sie freilich schon.
Am Knappensee wird jede Menge Sand bewegt - per Lkw, was ohne Geräusche nicht möglich ist. Zu minimieren sind sie freilich schon. © Archivfoto: Uwe Schulz

Groß Särchen. Zu viel Lärm, sagt das Umweltbundesamt, kann das Innenohr schädigen, zu hohem Blutdruck oder gar zu einem Herzinfarkt beitragen. Manchmal ist Krach aber auch nur nervig. „Man erschrickt einfach“, sagt Hartmut Babick.

Seine Frau und er wohnen keine 300 Meter von der Fläche entfernt, die für die bergtechnische Sanierung des Knappensees vorrangig als Umschlagplatz für Erdmassen dient. Lkw rollen an – und kippen ihre Ladung ab. Erstmals haben Babicks im März 2016 in einem Schreiben an den Bergbausanierer LMBV beklagt, dass das Aufeinanderschlagen von Metall immer häufiger die Ruhe störe. Ursache: Die Entlade-Klappen der Kipper. Wenn sie eher ruckartig statt sanft bedient werden, gibt es laute Knallgeräusche. Ein paar Tage nach dem Brief antwortete die LMBV, man werde die Mitarbeiter der beauftragten Transportfirmen sensibilisieren. Und: Auf Wartungs- sowie Reparaturarbeiten in den Abendstunden werde verzichtet.

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Im letzten Jahr gab es zwei weitere Briefwechsel zum Thema – beiderseits ausgesprochen freundlich im Ton. „Es ist nicht so, dass sie ganz unwillig sind“, sagt Hartmut Babick. Nur haben seine Frau und er irgendwie das Gefühl, dass die verhältnismäßige Ruhe immer nur für eine gewisse Zeit nach Beschwerden und darauf folgenden Belehrungen anhält. Im Juli wandte sich das Groß Särchener Ehepaar also erneut an die LMBV. Der Brief begann mit einem Dank, denn es war an der früheren Campingpark-Zufahrt eine ursprünglich gepflasterte Fläche asphaltiert worden. Ergebnis: Dort klappern die Lkw nun nicht mehr. Freilich war auch eine Beobachtung ein paar Tage zuvor geschildert, die sich auf einen Lkw-Fahrer bezog: „Er machte es so, wie es eigentlich alle Kraftfahrer am liebsten machen: Abkippen, Losfahren, Ladeklappe über den Sandhaufen schleifen und gegen den Muldenauflieger knallen lassen.“ Die LMBV hat die Angelegenheit inzwischen untersuchen lassen und herausgefunden, dass Babicks Schilderungen durchaus zutreffen. Aber: Die beschriebene Belästigung sei nachweislich durch einen Auftragnehmer der Gemeinde Lohsa verursacht worden. Diese lässt am See nämlich von anderen Bauvorhaben stammende Erdmassen abkippen, welche wiederum als Auffüllmaterial für die Sanierungsarbeiten dienen. „Um weitere Lärm-Emissionen zu vermeiden, hat die LMBV jedoch sofort den Kontakt zur Gemeinde und zur Transportfirma aufgenommen, um entsprechende Belehrungen vornehmen zu können“, sagt Unternehmenssprecherin Kathleen Hofmann. Es sei zu hoffen, dass sich das Problem damit erledigen werde.

Man merkt der LMBV ihre Bemühungen an. In der Antwort auf das erste Schreiben der Babicks von 2016 wurden sie zum Beispiel auf einen damals bevorstehenden Abtransport von Geräten aufmerksam gemacht, der ein paar Tage lang einen höheren Lärmpegel verursachen würde. Und im vorigen Jahr hieß es entschuldigend, die Aktivitäten am See würden zeitweise wesentlich zunehmen. Generell, heißt es, habe man in der Vergangenheit umfangreiche Maßnahmen zur Reduzierung von Lärmquellen ergriffen. Auch würden die Arbeiten mit entsprechenden Messgeräten überwacht, um Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte zu verhindern. Zudem belehre man die Mitarbeiter der beauftragten Transportfirmen wiederkehrend zum Fahr- und Entladungsverhalten.

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