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Wenn die Schranken oben bleiben

An der Neusalzaer Straße streikt immer wieder die Schrankenanlage. Eine neue ist bestellt. Doch wann sie geliefert wird, ist unklar.

Von Markus Michalk

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Die Strecke von Lawalde nach Löbau ist für Jens Beddies eigentlich nichts Besonderes. Der Großschweidnitzer, der bei der Straßenmeisterei in Lawalde arbeitet, fährt sie beinahe täglich, beruflich wie privat. Doch was er am 11. Dezember am Bahnübergang in der Neusalzaer Straße sah, war selbst für ihn ungewöhnlich. Denn obwohl die Schrankenanlage nicht in Betrieb war, passierte ein Güterzug den Bahnübergang. „Im Kollegenkreis erzählt man sich zwar öfter, dass die Schranken mal oben bleiben, auch wenn ein Zug vorbeikommt. Aber dass ich das selbst mal erlebe, hätte ich nicht gedacht“, sagt er.

Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei fahren regelmäßig die Neusalzaer Straße entlang, da sie über Löbau zu ihren jeweiligen Einsatzorten gelangen. Zuständig seien sie aber nur bis zur Auffahrt auf die B 178 und dann erst wieder ab dem Neumarkt, erklärt Beddies. „Also mit genau dem Abschnitt, in dem sich der Bahnübergang befindet, haben wir nichts zu tun“. Über soziale Netzwerke habe er aber erfahren, dass die Bahnstrecke vom Ebersbacher Steinbruch und von der Baywa genutzt werde, so der Großschweidnitzer.

Johannes Langer, Geschäftsführer der Firma Pro Stein, die den Steinbruch in Ebersbach betreibt, erklärt, der Steinbruch habe mit der Eisenbahnstrecke nichts zu tun. Für deren Betrieb sei die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) zuständig.

Dort ist das Problem mit der Schrankenanlage in der Neusalzaer Straße bereits bekannt. „Von diesem konkreten Fall weiß ich zwar nichts, aber bei bestimmten Wetterlagen oder Gewittern kommt es hin und wieder vor, dass die Anlage ausfällt“, sagt der Vorstand der DRE, Gerhard J. Curth. Er erklärt, dass es sich dort um eine Altanlage, auch bekannt als Reichsbahnanlage, handle. Für diese gebe es aber keine Ersatzteile mehr. Deshalb habe die DRE an dieser Stelle schon mehrfach Interimslösungen finden müssen, um die Schrankenanlage zu reparieren, so Curth. Laut Gesetz sei es außerdem so geregelt, dass in diesem Jahr alle Altanlagen durch neue ersetzt werden müssen. Dies stelle die DRE aber vor ein weiteres Problem. „Die Industrie kommt einfach nicht hinterher. Wir haben zwar schon eine Firma beauftragt. Aber eine Lieferzusage gab es bis jetzt noch nicht“, berichtet Curth.

Da die Deutsche Regionaleisenbahn die Strecke von der Deutschen Bahn gepachtet hat, sei sie deren Betreiber und somit auch verantwortlich für die Schrankenanlage, so Curth. Wenn eine Anlage ausfalle, werde der Bahnübergang von Mitarbeitern gesichert, die dazu mit einer Fahne in der Hand Autofahrer warnen und an der Durchfahrt hindern, erklärt er. So sei es in der Vergangenheit auch in Löbau geschehen. „Wer genau das macht, ist je nach Strecke unterschiedlich. Entweder machen wir als Betreiber das, oder der jeweilige Nutzer der Strecke setzt sein Personal ein“.

Auch die Bundespolizei weiß von gelegentlichen Ausfällen der Schrankenanlage in der Neusalzaer Straße. Frank Barby, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Ebersbach, sagt, dass gerade bei Gewittern und Unwettern Störungen der Anlage gemeldet würden. Die Bundespolizei sei automatisch dafür zuständig. Für die Funktionstüchtigkeit und die Sicherung allerdings sieht er den Betreiber, also die DRE, in der Pflicht. Barby weist zudem darauf hin, dass bei einem Ausfall der Schrankenanlage die Bundespolizei zu informieren sei. Wenn bekannt, könne auch der Notfallmanager des Streckenbetreibers verständigt werden. „In jedem Falle gilt es, die Gefährdung des Verkehrs zu vermeiden“, so der Pressesprecher. Notfalls könne der Bahnübergang auch vom Zugpersonal gesichert werden. Wichtig dabei sei, dass das auf beiden Seiten des Bahnüberganges passiere. Von dem Vorfall am 11. Dezember weiß aber auch Frank Barby nichts. „Uns ist an dem Tag kein Defekt an der Schrankenanlage gemeldet worden“, sagt er und hofft, dass es zu keinen weiteren Störungen der Anlage kommt.

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