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Wenn die Schwiegermutter mit Weihnachts-Besuch droht

In der Klitzekleinkunst feierte jetzt das neue Vorweihnachts- Programm Premiere. Mit jeder Menge Witz und Überraschungen.

Von Kerstin Unterstein

Nach einem Ausflug zu Loriot im Vorjahr gibt es jetzt in der vorweihnachtlichen Programm-Reihe „Schwank und Schlemmen“ der Kamenzer Klitzekleinkunst-Akteure wieder eine Eigenproduktion zu erleben. Am Freitag feierte die Fortschreibung der Stadtbüttel-Geschichten unter dem Titel „Lorenzo hört die Englein singen“ ihre gefeierte Premiere.

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Im voll besetzten Saal des Hotels Stadt Dresden wartete ein freudig gestimmtes Publikum auf das festliche Menü, aber natürlich vor allem auf die Komödie auf der Bühne und ihre Protagonisten. Denn inzwischen ist ja aus dem liebevoll-trotteligen Stadtbüttel Lorenzo (gespielt von Steffen Lorenz) und der überdrehten Chansonette Charlotte de Cognac (Ina Förster) samt Nachwuchs eine echte Familie geworden – im Weihnachtsstück vor zwei Jahren hieß es deshalb „Ihr Kinderlein kamet“. Doch zuerst stimmte der Weihnachtsmann (Sebastian Pieper) auf den Abend ein. Er versprach, den Schutzengel vom Stadtbüttel aufzutreiben, damit der Arme überhaupt das Fest überstehen kann – denn ein Drama stehe ins Haus. Der Kamenzer Knecht Ruprecht hatte für diese Verkündung vor dem Essen wohl aber seinen Mantel vergessen, denn er sah aus wie ein rotes Sams im eng anliegenden Ganzkörperstrampler. Doch die Zuschauer fanden es schon mal zum Schreien komisch und begannen beschwingt ihr Mahl, umrahmt von den wunderbar passenden Melodien der „Weinbrandbohnen“, der Stammband bei der Klitzekleinkunst.

So machte das wirklich komische und über oder knapp unter der Gürtellinie spielende Stück in der Folge wirklich Spaß. Während sich Lorenzo und Charlotte für die Weihnachtsfeier bereitmachten, fand sie natürlich nichts Passendes zum Anziehen – typisch Frau eben. Zudem nahte auch das Unheil in Form der zum Besuch entschlossenen Schwiegermutter (Manuela Busack) und Helmut (Günter Haberstroh), ihres Neuen, für den sie eigentlich nur die Bewährungshelferin ist. Und die Drohung der Schwiegermutter, dass sie dieses Weihnachtsfest niemals vergessen würden, bewahrheitete sich mehr und mehr.

Etwas Mitleid musste man in dieser Situation mit Lorenzos Schutzengel (Thomas Binder) haben, der unter der besonderen Obhut des Weihnachtsmannes für Weihnachtsfrieden sorgen sollte, aber lieber die im Hause des Stadtbüttels reichlich vorhandenen Alkoholreserven deutlich schwinden lässt. Aber wieder einmal ist Binder, sonst Stadtarchivar in Kamenz, in dieser Rolle ein besonderes Erlebnis. Mit wunderbar komischem Spiel und vielen klugen Sprüchen besticht er im Team der Klitzekleinkunst, dem mit diesem Stück ein gut gezielter Wurf gelungen ist.

Das bunt gemischte Publikum zwischen Brigadeweihnachtsfeier, Freundeskreis und echten Fans nimmt die Möglichkeit zum Amüsieren gern an. Dass irgendwann nicht nur Lorenzo 1,8 Promille auf dem Kessel hat, um seinen Engel zu sehen, sondern alle Akteure auf der Bühne, führt dort natürlich zu allerlei Zwischenfällen. Und was dann am Ende als Weihnachtsbraten auf den Tisch kommt, kann wahrlich nur Charlotte selbst definieren. Nur die Drohung, dass die Schwiegermutter auch nächstes Weihnachten wieder da ist, sollte Lorenzo und Charlotte wohl zu denken geben. Da ist des Stadtbüttels Albtraum nach dem Erwachen noch nicht zu Ende…