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Wenn eine Bahnstrecke verkleinert wird

Durch die Halle in der ersten Etage des ehemaligen Planetgebäudes an der Schillerstraße schlängelt sich eine schmale Platte, die von Metallbeinen in Tischhöhe gehalten wird. Sie setzt sich aus 1,50 Meter langen Modulen zusammen und misst insgesamt 60 Meter.

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Von Cathrin Reichelt

Durch die Halle in der ersten Etage des ehemaligen Planetgebäudes an der Schillerstraße schlängelt sich eine schmale Platte, die von Metallbeinen in Tischhöhe gehalten wird. Sie setzt sich aus 1,50 Meter langen Modulen zusammen und misst insgesamt 60 Meter. Wenn sie einmal fertig ist, wird sie vermutlich eine der größten Modellbahnanlagen in der Region Döbeln sein. Auf ihr sollen künftig Züge der Spur H0 fahren.

Gebaut wird die Anlage von Mitgliedern des Kleinbahnvereins, die damit ein besonderes Ziel verfolgen. Auf den Holzplatten soll die Bahnstrecke von Kriebstein über Waldheim, Hartha, Geringswalde und Döhlen bis nach Rochlitz nachgebildet werden – so, wie sie im Jahr 1990 aussah, allerdings im Maßstab 1:87.

Robert Krieg engagiert sich besonders für das Projekt. Rund 20 bis 25 Stunden pro Woche bastelt er an der Anlage – im Winter mehr, im Sommer weniger. Schon seit seiner Kindheit interessiert er sich für Modellbahnen und hat auch schon einige kleine Anlagen selbst gebaut. Jetzt ist er Frührentner. Seine freie Zeit wollte er mit einem sinnvollen Hobby füllen, deshalb trat er in den Kleinbahnverein ein.

Seit reichlich einem Jahr gestaltet er nun schon die große Anlage mit. Die Idee dazu wurde bereits vor mehr als drei Jahren geboren. „Wir versuchen, die Strecke so detailgetreu darzustellen, wie möglich“, sagt er. Damit das auch klappt, hat Vereinschef Hans-Rolf Küpper die Strecke bereits vor langer Zeit mehrfach abgefahren und fotografiert. Auch er arbeitet an der Anlage mit und bezeichnet sich selbst als Modelleisenbahnnarr.

Bahnbetriebswerk als Abschluss

An einigen Stellen der Platte ergeben die Bäume, Flüsse, Straßen, Schienen und Gebäude schon eine erkennbare Landschaft. An anderen Stellen ist die lange Fläche noch relativ kahl. „Wir können nur so lange bauen, wie das Geld reicht“, so Küpper. Ohne Gleise und Elektrik habe der Verein für die umfangreiche Anlage bisher etwa 2500 Euro ausgegeben. Die Arbeit, die in dem Projekt steckt, lasse sich nicht in Geld beziffern. Würde der Besitzer von Planet Edwin van der Veen dem Verein den Saal nicht kostenlos zur Verfügung stellen, wäre das Vorhaben ohnehin zum Scheitern verurteilt.

Wer an der Platte entlang läuft, entdeckt bereits die Zschopau und die Lindenhofbrücke in Waldheim, den Hundedressurplatz und den Bahnhof in Hartha, die Fröhne, den Bahnhof mit Güterschuppen in Geringswalde und das Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe in Rochlitz. Das bildet den Abschluss. Dort können die Züge wenden.

Damit die Arbeiten ein wenig schneller vorangehen, suchen die Kleinbahner Mitstreiter. Die sollten nicht nur Spaß an Modellbahnen haben, sondern auch die nötige Fingerfertigkeit für die teils knifflige Arbeit mitbringen. Denn während die Bäumchen für die Wälder an der Strecke gekauft werden, basteln die Vereinsmitglieder die Bahnhöfe, Bahnsteige und Brücken aus Einzelteilen selbst. Wer Interesse hat mitzuarbeiten, kann jederzeit bei Planet vorbeischauen oder den Vereinsvorsitzenden Hans-Rolf Küpper unter Tel. 0177 3891603 anrufen.