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Wenn es im Rücken zieht

Fast alle Krankenkassen bieten gesundheitliche Vorsorge am Arbeitsplatz an. Die IKK war jetzt bei den Friseurinnen.

Von Jens Hoyer

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Lars Arnold hat sich eine Wirbelsäule über die Schulter gelegt und läuft mit dem etwas grusligen Utensil über den Niedermarkt. Er wird schon erwartet im Salon der Friseure Central, wo es diesmal nicht um Dauerwellen, Strähnchen oder die neuen Trends bei Frisuren, sondern um die Gesundheit gehen soll. Genauer um die Gesundheit der Mitarbeiterinnen. Chefin Jana Kettner hat ein Angebot der IKK Classic zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge angenommen. Die Prophylaxe tut not, meint sie. Die Mitarbeiterinnen sind hoch beansprucht, sie stehen den ganzen Tag, teilweise in Zwangshaltungen. Verspannungen im Schulter und Nackenbereich, Abnutzungen an den Händen gehören zu den berufsbedingten Beschwerden vieler Friseurinnen, die schon länger im Beruf sind. „Heute kann man aber etwas dagegen tun“, sagte Jana Kettner. Bisher gebe es zwar noch nicht übermäßig viele Krankmeldungen, aber dazu müsse es ja nicht erst kommen. Ein Teil der Belegschaft des Friseurunternehmens hatte Interesse an den Kursen bekundet.

Sporttherapeut Lars Arnold bringt seine Wirbelsäule zum Einsatz. Am Modell erklärt er Verkrümmungen und wie der Ischiasnerv eingeklemmt werden kann. „Der Körper reagiert darauf, wie wir ihn benutzen“, meint er. Der Hüftbeugemuskel etwa kann sich bei Zwangshaltungen verkürzen. „Dann haben Sie ein Problem“, meint er. „Wenn Sie aufstehen, dann zieht er das Becken nach vorn.“ Sein Rat: Immer mal Übungen machen, um solchen Tendenzen vorzubeugen. Den „John-Wayne-Stand“ haben die Frauen von ihm schon beim vorigen Kurs gelernt. Einfach mal die Hüfte vorstrecken wie der Revolverheld im Film. „Habt ihr das mal probiert? Das darf man nicht zu spät machen“, rät er.

„Wir haben ein sehr umfangreiches Angebot bei der betrieblichen Gesundheitsvorsorge“, sagte Julia Dalibor von der IKK. Muskel- und Skeletterkrankungen durch einseitige Haltungen und Bewegungen kommen häufig vor. „Deshalb kommen wir auch an den Arbeitsplatz, um zu zeigen, wie man das mit anderen Bewegungsabläufen ausgleichen kann.“

Praktisch alle Krankenkassen halten Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung vor. Bei der AOK Plus geht es in den Veranstaltungen nicht nur um die Förderung des persönlichen Gesundheitsverhaltens der Beschäftigten. Unternehmen werden auch dabei unterstützt, wenn sie für gesundheitsgerechte Bedingungen an den Arbeitsplätzen, in der Arbeitsumgebung und der Arbeitsorganisation sorgen, so Hannelore Strobel, Sprecherin der AOK. Auch Unternehmen der Region, wie Florena nehmen die Angebote in Anspruch. Anfang kommenden Monats organisiert die AOK einen Gesundheitstag in der Firma Elektrowärme in Döbeln. An diesem Tag wird es zwei Gesundheitsmessungen für die Leute mit Schreibtischjobs und für körperlich arbeitende Mitarbeiter geben – für die Beweglichkeit der Halswirbelsäule und eine Rückenmessung, sagte Heike Jentsch von der AOK. „Dann geben wir den Leuten Tipps, was sie zum Ausgleich tun können.“

Die DAK unterstützt Firmen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement, aber auch in Form von Gesundheitstagen. Auf individuelle Wünsche, Besonderheiten und Bedürfnisse der Firma und deren Mitarbeiter wird dabei eingegangen, so Christian Baier, Leiter Servicezentrum der DAK in Döbeln. Im vergangenen Jahr hatte die DAK in vier Kindertagesstätten der Region Döbeln, in einer Fachklinik und einem mittelständischen Unternehmen in Döbeln einen Gesundheitstag organisiert. „In allen Veranstaltungen war die Stressbelastung und der Umgang damit das Hauptthema. In einem Fall kam die Überprüfung des Bewegungsapparates noch hinzu, so Baier. „Die Nachfrage nach Unterstützung zur Stressbewältigung entspricht den Ergebnissen und Erkenntnissen des DAK Gesundheitsreports 2014. Seit dem Jahr 2000 beobachten wir einen rasanten Anstieg der psychischen Erkrankungen, die zum Teil der Stressbelastung zuzuordnen sind.“

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