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Wenn Feuerlöschteiche austrocknen

Wegen des heißen Sommers ist an vielen Stellen im Landkreis Bautzen das Wasser knapp. Doch die meisten Feuerwehren haben Alternativen.

Cunewaldes Bürgermeister Thomas Martolock steht vor dem ausgetrockneten Mordteich zwischen Weigsdorf-Köblitz und Wurbis, einem Ortsteil von Schirgiswalde-Kirschau. Eigentlich dient er als Feuerlöschteich. Nun muss er repariert werden.
Cunewaldes Bürgermeister Thomas Martolock steht vor dem ausgetrockneten Mordteich zwischen Weigsdorf-Köblitz und Wurbis, einem Ortsteil von Schirgiswalde-Kirschau. Eigentlich dient er als Feuerlöschteich. Nun muss er repariert werden. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Das war nicht so toll, als vor Kurzem an einem Wochenende die Kameraden der Großdubrauer Feuerwehr feststellen mussten, dass die nahe gelegenen Feuerlöschteiche in Merka trocken lagen. Sie waren eine Möglichkeit, schnell Wasser zum Löschen eines brennenden Komposthaufens in einer Recyclinganlage zu holen. So aber wurde ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehren Großdubrau, Milkel und Bautzen eingerichtet. Das Löschwasser wurde aus einem Feuerlöschteich in Quatitz, dem nächstgelegenen Ort, herangeschafft. Dieser war zu 90 Prozent gefüllt. „Er hat den kompletten Wasserbedarf für diesen Einsatzfall gedeckt“, sagt die Großdubrauer Kämmerin Gabriela Bilk. Doch wie ist der Zustand der Feuerlöschteiche in den Gemeinden?

Die beiden Feuerlöschteiche in Merka, einem Ortsteil der Gemeinde Radibor, sind keine ausgewiesenen Löschteiche. Es sind ehemalige Sandgruben und sie befinden sich in Privatbesitz. Das bestätigt Radibors Bürgermeister Vinzenz Baberschke (CDU) genauso wie Gabriela Bilk. „Für diese Ortsteile ist in den Alarmierungsplänen der Radiborer Ortswehren das Wasser vorrangig mit den Tanklöschfahrzeugen bereitzustellen, bis eine lange Schlauchstrecke zur Verfügung steht“, sagt Baberschke. Die Feuerlöschteiche im Gemeindegebiet Großdubrau sind alle gefüllt und werden von der Verwaltung kontrolliert. Außerdem werden in bebauten Gebieten Zisternen errichtet. In Königswartha dagegen ist es nicht so dramatisch, wenn Feuerlöschteiche mal wenig Wasser führen, sagt Bürgermeister Swen Nowotny (CDU). „Durch die vielen Fischzucht-Teiche im Gemeindegebiet ist dies bei uns vielleicht nicht so problematisch. Außerdem werden im Gemeindegebiet Hydranten zur Löschwasserversorgung genutzt“, so Nowotny.

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Reparaturen müssen erfolgen

Der Kubschützer Bürgermeister Olaf Reichert (parteilos) kann sich nicht erinnern, dass schon einmal ein Feuerlöschteich ausgetrocknet war. „Allerdings kann dies bei der Trockenheit durchaus zum Thema werden“, sagt er. Im Brandschutzbedarfsplan der Gemeinde sind die Entnahmestellen festgeschrieben, auf den Fahrzeugen der Kameraden gibt es auch einen Hydrantenplan. Zudem kommen die Gewässer zweiter Ordnung hinzu, die als Löschgewässer infrage kommen. „Wir haben im Gemeindegebiet außerdem den Stausee Rachlau und mehrere Steinbrüche“, sagt Olaf Reichert.

Eher mit Problemen zu tun hat da Cunewaldes Bürgermeister Thomas Martolock (CDU). Akuter Bedarf besteht zum Beispiel am Mordteich in der Nähe der Ortsteilgrenzen von Weigsdorf-Köblitz und Wurbis (Stadt Schirgiswalde-Kirschau). Der ist nämlich völlig trocken und muss erst einmal notdürftig repariert werden. Wichtig ist auch der Schlosserteich, der unmittelbar neben der Schiller-Grundschule liegt. Er ist seit dem Hochwasser im Jahr 2010 trocken.

„Eine Sanierung steht hier noch aus“, sagt Martolock. Ursprünglich sollte es nur eine Reparatur geben, aber durch eine Vielzahl von Problemen während der Planung und den komplizierten Fördermöglichkeiten im Jahr 2010 kann die Gemeinde immer noch nicht anfangen. „Die Kosten der Sanierung betragen etwa 400 000 Euro“, so der Bürgermeister. Allerdings ist der Schlosserteich nicht nur für den gesamten Ort Weigsdorf-Köblitz, sondern auch für das Gewerbegebiet. Falls es hier zu einem größeren Brand kommen würde, müssten neben der Gemeindewehr mit ihrem neuen Tanklöschfahrzeug auch alle Tanklöschfahrzeuge der Umgebung mit anrücken, sagt Martolock.

Teure Bohrungen

Auch in den Gemeinden Hochkirch und Malschwitz wird über das Thema Feuerlöschteiche nachgedacht. „Es ist zwar noch kein Löschteich ausgetrocknet, aber Niedrigwasser kommt schon vor“, sagt der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel (CDU). Diese Teiche werden ausschließlich durch Regen gefüllt. Allerdings gibt es noch ein Hydrantennetz der Kreiswerke und die zahlreichen Bach- und Flussläufe, die genutzt werden können.

Die Alternative sind Löschbrunnen. Diese sind in der Anschaffung aber nicht ganz preiswert. Und nicht jede Bohrung ist von Erfolg gekrönt. „So haben wir in Dubrauke und Rackel schon vergeblich nach Wasser gebohrt. Deshalb wird der Aufbau der langen Wegstrecke von den Kameraden immer wieder geübt“, sagt Matthias Seidel. Und der Hochkircher Bürgermeister Norbert Wolf (CDU) sagt, dass es nicht in jedem Ort Löschteiche gibt. Notfalls müssen Hydranten genutzt oder Gewässer angestaut werden. „Wir haben das Thema schon länger auf unserer Agenda“, sagt Norbert Wolf.

In Großpostwitz werden neben den Löschteichen in den verschiedenen Ortslagen auch einige Zisternen genutzt. „Diese haben wir in den zurückliegenden Jahren nach und nach ertüchtigt. Sämtliche Löschwassersammler sind derzeit einsatzbereit“, sagt Bürgermeister Markus Michauk (Offene Liste Großpostwitz). Außerdem sei von Vorteil, dass die Spree mit ihren Nebenarmen durch die Gemeinde fließt.

Für die Löschwasserversorgung sind die Gemeinden zuständig, heißt es im Landratsamt. Dabei ist jeder Löscheinsatz und jede Kommune individuell mit den verschiedenen Möglichkeiten zu betrachten.

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