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Wenn Gunther Emmerlich mit seinen Nachbarn...

Der Sänger feiert jedes Jahr mit den Anwohnern seiner Straße ein Gartenfest. Das jüngste hatte eine ganz besondere Note.

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Von Nadja Laske

Wer fährt eigentlich den grauen Golf? Und wer rollt jeden Abend im roten BMW in die Bergbahnstraße? Schön wäre es ja, wenn man seine Nachbarn kennt, hat sich Gunther Emmerlich gedacht. Am besten geht das mit einem Fest, und so lud der Sänger und Moderator alle Anwohner seiner Straße zu sich in den Garten ein. Das ist jetzt schon eine Weile her. Seitdem kommen jedes Jahr an einem Sommerabend rund
50 Nachbarn zusammen. So wie am Freitag. Für den Wein gibt es eine „Kasse des Vertrauens“, das Freiberger sponsert in alter Verbundenheit der Gastgeber und das Abendessen bringen alle so mit, wie sie es am besten können. „Aber bitte nur Gerichte, die zu Hause schon zwei bis dreimal gelungen sind. Keine Experimente!“, scherzt Emmerlich. Das habe er so auch in die Einladungen geschrieben. Der folgten Alteingesessene Hirsch-Bewohner genau so wie Zugezogene und jede Menge Kinder.

Dem diesjährigen Bergbahnstraßenfest verpasste der Bass eine zusätzliche Note – gespielt von der Semper-House-Band. Die hat ihr 30-jähriges Jubiläum, ein Anlass der jüngst schon mit einem großen Konzert in der Semperoper gefeiert wurde. Nur dass sich das Feiern in Grenzen hielt. „Wir waren schließlich im Dienst“, sagt Bandleader Emmerlich, der die drei Dekaden zusammen mit den anderen acht Musikern doch noch in launiger Atmosphäre hochleben lassen wollte. Also verband er das nachbarschaftliche Stelldichein mit einem Haus-Konzert der House-Band. Am Rande tauchten alte Geschichten aus den Erinnerungen auf: die zehntägige Tournee in Hongkong, der Auftritt vor Harald V. König von Norwegen in Oslo und die mindestens zehn Konzerte in der Berliner Philharmonie. Unvergessene Momente.

Dass sich die neun Musiker als Band gefunden haben, war eine schöne Laune. „Nach Gastspielen des Semperopernensembles haben wir nachts zusammengesessen, etliche Orchestermusiker packten ihre Instrument noch mal aus, und ich habe gesungen.“ Der Veranstalter des Dixieland-Festivals, Joachim Schlese, hatte die Schnapsidee, die Formation in sein Programm zu nehmen. „Und dann haben wir einfach weitergemacht“, sagt Gunther Emmerlich. Die Ur-Besetzung besteht zwar nicht mehr, zwei, drei Jüngere sind nachgerückt. „Zum Beispiel der Schüler eines Kollegen, der nicht mehr lebt“, sagt Emmerlich, „Das ist doch eine schöne Sache.“