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Wenn in Döbeln die Hotelgäste fehlen

Einige Hotels machen in der Corona-Krise weiter, obwohl viele Geschäftsreisende zu Hause bleiben. Andere nutzen die Zeit für den Frühjahrsputz.

Torsten Koschinsky, Inhaber des Hotels Weiße Taube in Döbeln, nutzt die Zwangspause unter anderem für Renovierungsarbeiten und eine Grundreinigung in der Küche. Er hofft, dass der Betrieb Ende Mai wieder aufgenommen erden kann.
Torsten Koschinsky, Inhaber des Hotels Weiße Taube in Döbeln, nutzt die Zwangspause unter anderem für Renovierungsarbeiten und eine Grundreinigung in der Küche. Er hofft, dass der Betrieb Ende Mai wieder aufgenommen erden kann. © Dietmar Thomas

Döbeln. Drei Wochen hatte das Hotel Döbelner Hof wegen der Corona-Krise komplett geschlossen. Jetzt hat es wieder auf. Privatleute darf das Hotel als Gäste zwar nicht beherbergen, aber Geschäftsreisende. „Es kamen einige Anfragen“, sagte Hotelchefin Petra Kempe. Viele Gäste sind es nicht, die das Hotel an der Bäckerstraße derzeit beherbergen kann. In den insgesamt 38 Zimmern übernachten mal fünf, mal zwölf Gäste. Für Freitag haben 17 gebucht. „Das ist eine gute Zahl. Da bin ich richtig happy“, sagte Petra Kempe.

Das Hotel lebt auch in normalen Zeiten vor allem von Geschäftsreisenden und Monteuren. Das große Geschäft ist damit derzeit zwar nicht zu machen. Aber Kempe sieht es auch noch von einer anderen Seite. „Wir wollen den Anschluss nicht verlieren und die Gäste halten. Wer einmal weg ist, der kommt nicht wieder.“ 

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Im Hotelbetrieb sei zu spüren, dass die Wirtschaft in vielen Bereichen nur noch auf Sparflamme läuft. „Die Leute müssen weniger reisen, Treffen sind abgesagt. Viele Betriebe sind auf Kurzarbeit. Es gibt ja in Mittelsachsen auch viele Autozulieferer“, sagte sie.

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Petra Kempe hält das Hotel an fünf Tagen in der Woche mit zwei Azubis am Laufen. „Der Reste der Mannschaft ist auf Kurzarbeit Null“, sagt sie. In normalen Zeiten arbeiten 14 Leute im Hotel. Es wird jetzt unter Corona-Bedingungen weitergeführt. An den Tresen darf immer nur ein Gast stehen. 

Im Frühstücksraum sollen die Gäste weiter auseinandersitzen, maximal an Zweiertischen. Es gibt Selbstbedienung am Buffet. „Wir haben sonst den Kaffee ausgeschenkt. Jetzt stellen wir eine Kanne auf den Tisch“, sagte Kempe. Die Zimmer werden anders geputzt und desinfiziert.

Die Gaststätte des Döbelner Hofs bleibt wie die meisten geschlossen. Was aber auch bedeutet, dass sich die Gäste außerhalb des Hotels verpflegen müssen. Essen gibt es in den umliegenden Imbissen der verschiedenen Ausprägungen. Auch die eine oder andere Gaststätte hat noch einen Außerhausverkauf.

Hotel Bavaria für Geschäftsreisende offen

Auch das Hotel Bavaria ist noch für Geschäftsreisende offen. Inhaber Jürgen Dressel hat sämtliche Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit geschickt und hält den Hotelbetrieb allein aufrecht. „Es läuft richtig schlecht. Ab und zu kommt noch ein Hotelgast. Aber wir wollen den Kopf nicht in den Sand stecken“, sagte Ute Dressel. Neben den Geschäftsreisenden und Monteuren fehlen dem Hotel an der Marktstraße auch die privaten Gäste. 

Zum Beispiel die Fernradfahrer, die auf dem Mulderadweg unterwegs sind. Auch mache es sich bemerkbar, dass keine privaten Feiern möglich sind. Eine solche Feier sei jetzt abgesagt worden. Manche Gäste hätten auch im Hotel übernachtet, so Ute Dressel. „Bis in den Juni hinein sind Klassentreffen abgesagt worden. Viele dieser Leute gehören zu den Risikogruppen.“ Auch durch die Absage des Stadtfestes werde es Einbußen geben.

In einer solchen Situation wie jetzt in der Corona-Krise sei man noch nie gewesen. „Selbst beim Hochwasser 2002 hatten wir nach 14 Tagen wieder auf und konnten Geld verdienen“, sagte Ute Dressel.

Hotel Weiße Taube: Sechs Mitarbeiter in Kurzarbeit

Das Hotel Weiße Taube hatte mit Einführungen der Corona-Regelungen geschlossen – und bis heute nicht wieder aufgemacht. „Der Aufwand lohnt sich nicht, wenn man nicht die Gastronomie wieder eröffnen kann. Für ein oder zwei Übernachtungen brauche ich jemanden, der auf den Gast wartet, der ihn eincheckt, das Frühstück macht und das Zimmer reinigt. 

Im Moment ist die Hotellerie für uns nicht rentabel. Für uns wäre es existenzgefährdend, ohne Gastronomie das Hotel weiterzuführen. Es gibt immer einen Kostenblock im Unternehmen, den man mit dem Umsatz erwirtschaften muss“, sagte Inhaber Torsten Koschinsky. Der Hotelier hat sechs Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. 

„Meine Frau und ich, wir arbeiten weiter. In einem Hotel gibt es immer etwas zu tun.“ Unter anderem wird die Küche renoviert und grundgereinigt. Jetzt ließen sich Arbeiten in Räumen ausführen, die im normalen Betrieb benötigt werden. Teppiche werden gereinigt, und auch im Außengelände gebe es Arbeit, so Koschinsky. 

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