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Wenn in Ullersdorf Wackersteine zu Schmuckstücken werden

Beim dritten Kreativmarkt im Ullersdorfer Kinderhaus präsentierten sich 20 Aussteller.

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Von Bernd Goldammer

Die drei älteren Ullersdorfer Damen lugten schon am Sonnabendnachmittag ziemlich überzeugt unter ihren Regenschirmen hervor. „Das müssen Sie sich unbedingt ansehen!“ so ihr Fazit. „Hier sind wieder viele Entdeckungen möglich“ warb wenig später auch Peter Gommlich aus Dresden.

Das ganze Wochenende über ging es im Ullersdorfer Kinderhaus Gaby Schommer um Kunst und um die Frage, was sie mit den Menschen macht, die mit ihr umgehen. Das Thema barg viel Gesprächsstoff. Kartoffelesser, van Gogh hatte sie einst ins Bild gesetzt. Das Bild auf der Staffelei am Eingang hat Lothar Fischer nachempfunden. Eine Hommage an einen Meister, der sich zu seinen Lebzeiten oft unverstanden fühlte. Vielleicht ist er darüber sogar krank geworden.

Kreatives Dorfklima

Auch beim 3. Kreativmarkt in Ullersdorf geht es um Kunst- Kommunikation. Um die 20 Aussteller geben hier auch Teile ihrer Gefühlswelten zur Betrachtung frei. Zusammengenommen sprechen Besucherzahlen und die ausgestellten Arbeiten auch vom Dorfklima. Davon sind auch Sonja und Gerhard Beutmann sehr angetan. „Es ist schon erstaunlich, welche vielfältigen künstlerischen Ambitionen sich in dieser Ausstellung offenbaren“, verdeutlicht Gerhard Beutmann seine Überraschung. Manchen Aussteller kennt er persönlich und ist darüber erstaunt, zu welcher Bildsprache dieser als Maler fähig ist. Hier liegt, steht und hängt alles beieinander: Aquarelle aus Kinderhand, ausgereifte, filigrane Drucke und Bleistiftzeichnungen, moderne Malereien. Unterschiedlicher Beifall kommt von verschiedenartigsten Betrachtern. Das kann nicht anders sein! Grüne Punkte machten die Bereitschaft der Künstler deutlich, ihre Werke zu verkaufen.

Einige Rote signalisieren, dass die Kaufverhandlungen bereits abgeschlossen sind. Wer noch genauer hinschaute, erlebte, wichtige Zeichen, die der Kreativzirkel Ullersdorf in die rasche Vergänglichkeit unserer Tage setzt. Das die Tage eines Kalenders gezählt sind, stimmt hier nämlich nur bedingt. Denn aus Fotoblättern machen neue Ideen Geschenkbeutel. Ist der Mensch aus seinen Kinderschuhen herausgewachsen, dann verschafft Kreativität ihnen eine neue Aufgabe. Sie kommen im Sinne von Hundertwasser als freudvolle Kunstgegenstände daher. Selbst gewöhnliche Wackersteine werden zu ausdrucksvollen Schmuckstücken. Wenn die gestalterische Transformation von Gisela Koch über sie hinweg gegangen ist, tragen sie Salamander- Zeichen.

Die Resonanz war sehr gut

Der Jahreskreis wird in Monatsstickereien von Renate Richter deutlich. Selbst Ostereier sind hier nicht einfach nur bemalt. Als Patchwork- Arbeiten wachsen sie über ihre Brauchtums-Aufgabe im Jahreslauf weit hinaus. Gestern Abend gegen 17.30 Uhr war Mitgestalterin Annemarie Paul ziemlich glücklich. „Der Zuspruch war sehr gut. Viele Besucher äußerten sich sehr anerkennend über die gezeigten Arbeiten und über die Macher der Ausstellung“, freute sie sich.