merken
PLUS

Wenn Krankenhäuser zu Patienten werden

Laut einer Umfrage schreibt jedes zweite Krankenhaus rote Zahlen. Auf einige im Landkreis trifft das nur bedingt zu.

Von Stephan Paul

Um es gleich vorweg zu nehmen: Den Krankenhäusern des Landkreises geht es nicht so schlecht, wie vielen anderen in Deutschland – klingt beruhigend, ist es aber nicht. Zumindest nicht unbedingt.

ELBEPARK Dresden
Der ELBEPARK bietet mehr
Der ELBEPARK bietet mehr

180 Läden, 5.000 kostenlose Parkplätze und zahlreiche Freizeitangebote sorgen für stressfreies und vergnügtes Einkaufen im ELBEPARK. Jetzt Angebote entdecken.

Wolfgang Mayer ist Kaufmännischer Geschäftsführer der Managementgesellschaft Gesundheit des Landkreises Görlitz. Damit ist er neben dem Kreiskrankenhaus Weißwasser auch für das Klinikum Oberlausitzer Bergland mit den beiden Standorten in Zittau und Ebersbach zuständig. „Zwar haben unsere Kliniken nicht an der Umfrage teilgenommen, aber die derzeitige Situation deckt sich durchaus mit den Ergebnissen der Studie“, erklärt er.

Gemeint ist damit die Studie, die das Deutsche Krankenhaus Institut (DKI) erst im Oktober veröffentlicht hat. Parallelen gibt es also – und das ist die negative Seite. Denn bei den Zahlen, die aus der Umfrage hervorgegangen sind, stellt sich die Frage, ob deutsche Krankenhäuser selbst zu Patienten geworden sind.

Jedes zweite Krankenhaus in Deutschland hat nämlich im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Damit aber nicht genug: Fast 60 Prozent der Einrichtungen haben angegeben, dass sie im Vergleich zum Vorjahr Verluste eingefahren haben. Nur 13 Prozent der befragten Häuser sind der Auffassung, dass es gut um die eigene wirtschaftliche Situation bestellt ist.

An der Studie haben insgesamt 290 stichprobenartig ausgewählte Kliniken teilgenommen. Einziges Kriterium: eine Bettenzahl von mindestens 50.

Danach richtet sich auch, ob es sich laut DKI um ein kleine, mittlere oder eine große Einrichtung handelt. Kliniken, mit weniger als 300 Betten, fallen unter die erste Kategorie. Das Kreiskrankenhaus in Weißwasser zählt mit 227 Betten dazu.

Laut dem Krankenhausbarometer sind diese Häuser besonders betroffen, denn mehr als die Hälfte schrieb im vergangenen Jahr rote Zahlen. „Das letzte Jahr hat das Kreiskrankenhaus Weißwasser mit einem Verlust von 650 000 Euro abgeschlossen“, erklärt Mayer. Auch für dieses Jahr geht er davon aus, dass Verluste gemacht werden. Immerhin soll sich die Bilanz im Vergleich zum Vorjahr verbessern.

Deutlich besser ist es um die anderen beiden Standorten bestellt, die wirtschaftlich zusammengefasst sind. Während das Ebersbacher Krankenhaus mit 133 Betten in die gleiche Sparte fällt wie Weißwasser, gehört Zittau mit 394 Betten nach der Einteilung des DKI zur zweiten Kategorie. Das sind die sogenannten mittleren Krankenhäuser. „Gemeinsam haben die Standorte in Ebersbach und Zittau einen Überschuss von mehr als zwei Millionen Euro erwirtschaftet“, erklärt Mayer. Auch hier gibt es also Ähnlichkeiten zur Studie. Immerhin fiel bei den befragten Kliniken dieser Größenordnung das Ergebnis noch am besten aus. Rund 55 Prozent erreichten Gewinne, die Bilanzen waren aber trotzdem schlechter als im Jahr zuvor.

Im letzten Punkt der Umfrage wollte das Institut die Meinung der Krankenhäuser zu ihrer wirtschaftlichen Lage wissen. Als gut schätzen sie gerade mal 13 Prozent ein. Über die Hälfte hält sie für unbefriedigend. In dieser Hinsicht gehen die Krankenhäuser im Landkreis laut Mayer nicht mit dem aktuellen Trend. „Wir sind mittelfristig gut aufgestellt, ohne dass wir übermäßig optimistisch in die Zukunft blicken können.“ Viele Krankenhäuser in Deutschland können das nicht von sich behaupten. Knapp 40 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung im nächsten Jahr.

Für Mayer sind die Gründe für den Negativtrend klar: „Kosten für Personal, Material oder Beratungsleistungen steigen – da kann die Krankenhausfinanzierung einfach nicht mithalten.“ Er sieht die Verantwortung bei Bund und Land. „Es stellt sich die Frage, wie viel Geld die Gesellschaft zukünftig für die Gesundheitsversorgung bereitstellen will.“ Auf ein Wort