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Wenn plötzlich der Strom ausfällt

Der Landkreis arbeitet an einem Alarm- und Einsatzplan „Energiesicherheit“. Einige Vorkehrungen gibt es längst.

Wie selbstverständlich elektrischer Strom ist, zeigt sich oft erst, wenn er mal nicht zur Verfügung steht. Dann sorgt eine Kerze wenigstens für etwas Licht. Deshalb sollte jeder Haushalt auch ein paar Kerzen auf Vorrat haben, rät das Bundesamt für Bevölke
Wie selbstverständlich elektrischer Strom ist, zeigt sich oft erst, wenn er mal nicht zur Verfügung steht. Dann sorgt eine Kerze wenigstens für etwas Licht. Deshalb sollte jeder Haushalt auch ein paar Kerzen auf Vorrat haben, rät das Bundesamt für Bevölke © dpa/Julian Stratenschulte

Bautzen. Von einer Sekunde auf die andere versinkt der Osten der USA in tiefer Dunkelheit. Keine Straßenlaterne geht mehr, kein Kühlschrank, nichts. Ein in Ungnade gefallener Sicherheitsbeamter hat aus Rache alle Computernetzwerke unter seine Kontrolle gebracht und so den großen Blackout verursacht. Zum Glück ist Superpolizist John McClane als Retter in der Strom-Not zur Stelle …

Auch im vierten Teil der Filmreihe „Stirb langsam“ siegen am Ende dank Actionstar Bruce Willis die Guten. Und es war ja auch nur ein Film. Aber was, wenn so ein Hacker-Angriff mal im wirklichen Leben passiert? Oder eine Naturkatastrophe wie ein Orkan die öffentliche Versorgung lahmlegt? Es gibt eine Vielzahl von Gefahren und Szenarien, die einen länger anhaltenden Stromausfall nach sich ziehen können.

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Beim Blackout drohen katastrophale Folgen

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn warnte bereits im letzten Jahr davor, dass ein Blackout-Szenario für Deutschland katastrophale Folgen haben würde und zeigte gravierende Versorgungsengpässe auf. Zwar schätzt das Amt die Gefahr eines flächendeckenden Stromausfalls als gering ein. Ganz von der Hand zu weisen ist sie aber auch nicht.

Die sächsische Staatsregierung gründete schon im Herbst 2016 eine Arbeitsgruppe Energiesicherheit. Anlass waren damals mehrere Orkane, die in den Jahren zuvor über Deutschland gezogen waren und auch Stromausfälle verursacht hatten. So hatten die Sturmtiefs „Elon“ und „Felix“ 2015 einige Gebiete in Europa regelrecht verwüstet. Die Federführung für die Arbeitsgruppe lag bei der Landesdirektion Sachsen, dem ehemaligen Regierungspräsidium Dresden. Ende 2018 legte die rund 100-köpfige Expertenrunde ihren Abschlussbericht vor – in Form einer Handlungsempfehlung an alle Landkreise und kreisfreien Städte. An sie alle erging der Auftrag, jeweils eine eigene „Besondere Alarm- und Einsatzplanung Stromausfall“ aufzustellen.

Genau das geschieht jetzt im Bautzener Landratsamt. Hier sitzen zwei Mitarbeiter des Sachgebietes Brand- und Katastrophenschutz am Alarm- und Einsatzplan „Energiesicherheit“. Er soll im Laufe dieses Jahres fertiggestellt werden, kündigt Dunja Reichelt von der Pressestelle des Landratsamtes an.

Krankenhaus ist nicht unvorbereitet

Auch wenn das Amt jetzt noch keine Einzelheiten verrät, steht eines fest: Beim Punkt null fängt der Katastrophenschutz im Landkreis nicht an. Bereits jetzt verfügt das Landratsamt für den Fall der Fälle über mehrere Notstromaggregate, berichtet Dunja Reichelt.

Zwei Publikationen zum Katastrophenschutz hat das Landratsamt bisher herausgegeben. Allzuv iel Rüstzeug für den Fall eines Blackouts bieten diese aber nicht. Zum Einen handelt es sich um eine Karte mit allen Feuerwehr-Standorten im Landkreis – Stand Februar 2009. Zum anderen kann das Landratsamt mit einer Übersicht über die Rettungswachen im Kreis dienen.

Und was würde bei einem Stromausfall im Bautzener Rathaus passieren? „Notstromaggregate im Sinne eines uneingeschränkten weiteren Betriebes bei Stromausfall gibt es in den Einrichtungen der Verwaltung nicht“, antwortet Stadtsprecher André Wucht. „Abgesichert sind selbstverständlich alle Maßnahmen im Sinne der Sicherheit. Dazu gehört beispielsweise die vorgeschriebene Ausleuchtung von Fluchtwegen.“ Und ein interner Stromerzeuger stelle sicher, dass die elektronischen Daten der Stadtverwaltung erhalten bleiben.

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Auch die Oberlausitz-Kliniken träfe ein Stromausfall nicht unvorbereitet, sagt Sprecher Steffen Lahode: „Das Krankenhaus hat Notstromaggregate, die bei einem Stromausfall für den sicheren Weiterbetrieb der lebenswichtigen Bereiche wie OP-Bereich und Intensivstation sorgen.“