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Riesa

Wenn sich das Volksfest nähert

Der Tag der Sachsen beschert schulfreie Tage, das Waldbad in Glaubitz öffnet endlich – und Riesa streitet weiterhin um den Markt. Ein heißer Rückblick.

Kevin Schwarzbach
Kevin Schwarzbach © Lutz Weidler

Riesa. Noch einmal im Leben Schüler sein – wer wünscht sich das nicht, liebe Leserinnen und Leser? Idealerweise im September dieses Jahres. Denn dann bleiben die Schulen in Riesa zwei Tage dicht. Am Freitag vor und am Montag nach dem Tag der Sachsen dürfen sich die Schüler anderweitig vergnügen. Beispielsweise bei einem Wandertag. Der mag zwar – je nach Länge der Strecke – auch anstrengend sein, aber immerhin kommen die Schüler mal raus aus dem Schulhaus. Da ist der Spaß quasi programmiert.

Der Riesaer Stadtverwaltung kann man für diesen Schachzug nur gratulieren. Natürlich, die am Tag der Sachsen teilnehmenden Vereine müssen irgendwo untergebracht werden. Aber dies mit schulfreien Tagen zu verbinden – das sichert das Wohlwollen der jüngeren Generation. Wobei die dem Volksfest ohnehin meist gänzlich unkritisch gegenübersteht. Immerhin bringt der Tag der Sachsen zahlreiche Fahrgeschäfte nach Riesa. Aber Autoscooter, Riesenrad und Ponyreiten hatten wir schon. Jetzt wäre es mal Zeit für eine Achterbahn.

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Wer mit dem Spaß des Lebens aber nicht mehr bis September warten will, kann ab dieser Woche in Glaubitz seine Freude finden. Denn das Waldbad macht endlich auf. Nachdem sich der Saisonstart aufgrund von Krankheit des Bademeisters verzögerte, hat die Gemeinde Glaubitz nun eine Notlösung gefunden. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Strehla/Leipzig (DLRG) stellt bis Mitte August Rettungsschwimmer zur Verfügung, sodass das Waldbad nun pünktlich zur nächsten Hitzewelle öffnen kann.

Passend zum obigen Interview mit Kreisamtsärztin Petra Albrecht drängt sich da natürlich ein unwiderstehlicher Vorschlag auf: Die Unternehmen der Region sollten ihre Büros am Dienstag kurzerhand alle ins Glaubitzer Waldbad verlagern. So bekommen die Arbeitnehmer ein wenig Abkühlung, und das Waldbad holt die Einnahmen wieder rein, die es in den vergangenen Wochen verpasst hat. Ruckzuck könnte auf diese Weise aus dem Zuschuss-Geschäft Freibad ein gewinnbringendes Unterfangen werden. Und der Arbeitsmoral würde die Wassernähe sicher auch nicht schaden. Denn mit dem kühlenden Ziel im Blick arbeitet es sich bekanntlich deutlich besser.

Was genau die Besucher des Riesaer Wochenmarktes bei ihrem Einkauf künftig im Blick haben werden, ist dagegen noch unklar. Sowohl der eigentliche Standort am Rathaus als auch der derzeitige Ausweichstandort vor der Sachsenarena erfreuen sich großer Beliebtheit. Mittels zweier Unterschriftenleisten hat man nun herauszufinden versucht, welcher Platz der richtige für den Markt ist.

Sieger des Duells ist die Werbegemeinschaft Innenstadt Riesa (WIR). Sie konnte in nur drei Tagen insgesamt 874 Unterschriften für den Verbleib des Marktes am Rathaus sammeln. Auf der Liste für den Standort an der Sachsenarena fanden sich dagegen „nur“ 768 Unterschriften.

In der Riesaer Stadtverwaltung sollte man das Ergebnis nun sportlich nehmen und an Konzepten arbeiten, wie der Markt vor dem Rathaus in Zukunft mit den Vorteilen des Standortes vor der Sachsenarena mithalten kann. Eines sollte man dabei aber lieber nicht untersuchen: Wie viele Namen auf beiden Unterschriftenlisten auftauchen.

Diese Woche kann wohl kaum heißer werden.