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Wenn Tiere das Glück bedeuten

Nadine Schneider ist Pferdeliebhaberin und erfüllt sich mit einer neuen Weide einen Lebenstraum bei Groß Särchen.

Nadine Schneider kann sich ein Leben ohne Tiere, und dazu gehören vor allem auch Pferde, nicht mehr vorstellen.
Nadine Schneider kann sich ein Leben ohne Tiere, und dazu gehören vor allem auch Pferde, nicht mehr vorstellen. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Groß Särchen. Simone rennt und springt freudig über die saftig grüne Wiese. Das immerhin etwa 200 Kilogramm schwere Tier wirkt befreit und leichtfüßig. Die Kuh schnuppert am frischen Gras, um dann wieder im überschwänglichen Galopp ihre Hinterbeine zu strecken. Wenn man es nicht besser wüsste könnte man meinen, das Ganze spiele sich irgendwo auf einer Alm in den Bergen ab, auf der glückliche Kühe leben. Solch eine ländliche Idylle gibt es aber tatsächlich auch im Lausitzer Flachland – in Groß Särchen. Und mittendrin lebt seit ein paar Tagen nicht nur Kuh Simone. Gleich neben dem Rind grasen auch drei Pferde.

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„Bitte nicht füttern“

Diesen schönen, etwa 20.000 m² großen Lebens(t)raum in der Natur haben die Tiere Nadine Schneider zu verdanken. Die 30-Jährige arbeitet hauptberuflich in der Pflege und erhielt im letzten Jahr endlich die langersehnte Möglichkeit, in einem Randgebiet ihre eigene große Weide entstehen zu lassen. Im Eingangsbereich prangt ein Schild: „Bitte nicht füttern.“ So lieb diese oftmals beobachtete Geste von Besuchern auch gemeint ist: Das (falsche) Füttern kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, weiß die engagierte Tierliebhaberin, die sich seit vielen Jahren um das Wohl von Pferden kümmert und anderen Haltern Tipps gibt. Die Worte „Profi“ oder „Pferdeflüsterin“ mag die 30-Jährige dabei aber gar nicht – auch wenn ihr die Gabe der Kommunikation mit Pferden immer wieder bescheinigt wird.

Zuerst muss sich der Mensch ändern

Über fünfzig Pferde und ihre Menschen hat sie bisher erfolgreich trainiert. Nadine Schneider hat bei atmosphärischen Störungen den Blick fürs Detail; erkennt oftmals recht schnell, wo das eigentliche, bisher unerkannte Problem zwischen Halter und Pferd liegt – und welche Maßnahmen zukünftig für ein harmonisches Miteinander wichtig sind; getreu ihrer Philosophie: „Ändert und berichtigt der Mensch sein Verhalten, wird sich auch das Pferd positiv verändern.“ Was ganz logisch und einfach klingt, setzt aber für den nachhaltigen Erfolg menschliches Umdenken voraus und bringt meist einen langen Weg der Erkenntnis mit sich. „Wer aber dazu bereit ist und konsequent dranbleibt, wird mit Erfolg belohnt“, ist Nadine Schneider überzeugt. Sie hat sich mit ihrer eigenen Koppel einen Lebenstraum erfüllt, der eigentlich vorrangig ihrer Stute galt. 18 Jahre bildeten die beiden ein (Reit-)Team. Das Pferd sollte auf der Weide sein Rentnerdasein genießen. Nadine Schneider hatte nämlich herausgefunden, dass sich die Stute in ihrer Nähe und in der freien Natur sehr viel wohler fühlte als in umliegenden Pensionsställen. „Doch es sollte nicht sein“, blickt sie traurig zurück. Ein großes Bild am Bauwagen, der auch als Futterkammer dient, wird irgendwann an ihr Traumpferd erinnern. Nadine Schneider schaut dennoch optimistisch in die Zukunft und schmiedet weitere Pläne. So sollen bald auch Hühner auf die Weide ziehen und das benötigte Tierfutter soll zukünftig aus dem Anbau auf eigenen Flächen kommen. Weitere kleine Bauten und Stallungen sollen die landwirtschaftlich geprägte Anlage komplettieren, auf der neben dem angedachten Pferdetraining zukünftig auch andere Projekte denkbar sind. Dafür braucht es aber freilich erst viele Anträge und Genehmigungen, die durch die Corona-Krise momentan sehr erschwert werden. Das verlangt von der engagierten Initiatorin wohl einen längeren Atem. Den stellt sie gerade bei einem neu aufgenommen Tier wieder unter Beweis. Die 30-Jährige hat einen sehr jungen, winzigen Kater, der mit seinen Geschwistern vom ersten Lebenstag an ums Überleben kämpft, zur Pflege aufgenommen. Viele schlaflose Nächte und ein weiterer Kraftakt für Nadine Schneider, die große Hoffnung darauf hat, dass der kleine Kater überleben wird. Sieht man seine täglichen Fortschritte, dann könnte dieser Wunsch auch wahr werden. „Aufgeben ist keine Option. Wir versuchen es weiter“, bleibt Nadine Schneider optimistisch. Und wer die 30-Jährige kennt, weiß, dass sie wieder alles dafür geben wird.

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