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Wer bekommt den Bildhauerpreis?

In diesem Jahr vergibt der Pulsnitzer Ernst-Rietschel-Kulturring wieder den Kunstpreis. Und das Stadtmuseum erhält eine außergewöhnliche Keramiksammlung.

© Matthias Schumann

Von Reiner Hanke

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Die Tafel im Sonderausstellungsraum der Pfefferkuchenschauwerkstatt ist eingedeckt. Sabine Schubert, die Geschäftsführerin der Pulsnitzer Kultur- und Tourismusgesellschaft, legt schnell noch einen Pfefferkuchen auf jeden Teller. Alles ist bereit für die erste Reisegruppe des Tages. Die Besucherzahlen im Stadt- und Pfefferkuchenmuseum haben sich im vergangenen Jahr erneut gut entwickelt. Das Stadt- und Pfefferkuchenmuseum hatte 18 151 Besucher. Das sind 521 mehr als 2013. Darunter auch wieder viele Kinder. Aus 31 Städten und Gemeinden der ganzen Region nutzten die Schulen und Kindergärten die Angebote. Und das, obwohl das Stadtmuseum drei Monate geschlossen war. In der Zeit wurde das Dach saniert.

Daran will Sabine Schubert auch im neuen Jahr anknüpfen. Nur so wird es möglich sein, bei erneut sinkendem Zuschuss, eine schwarze Null zu erwirtschaften. 20 000 Euro brachen bereits im Vorjahr weg, in diesem Jahr sind es noch einmal 2 000 Euro. Mit einem Zuschuss von 155 000 Euro stattet die Stadt ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft 2015 aus. Insgesamt wirtschaftet die Gesellschaft mit 266 000 Euro. Darin sind Fördermittel und die eigenen Einnahmen enthalten. Der finanzielle Einschnitt erschwerte den Start der frisch gegründeten Gesellschaft und sorgte für einige Turbulenzen – insbesondere um die Zukunft der Bibliothek (SZ berichtete). In diesem Jahr rechnet die Geschäftsführung mit ruhigerem Fahrwasser. Die 2 000 Euro müssen beim Material eingespart werden. Mit sechs Angestellten, (einige in Teilzeit) und Minijobbern sollen die zwei Museen, der Fremdenverkehr, das Amtsblatt und ein paar Projekte gestemmt werden. Das ist kulturell längst nicht alles. Als Geschäftsführerin des Ernst-Rietschel-Kulturrings plant Sabine Schubert für dieses Jahr 35 Veranstaltungen. Dabei fehlt noch der Höhepunkt. Denn in diesem Jahr wird wieder der Bildhauerpreis vergeben.

Neues für die beiden Sammlungen in Pulsnitz

In diesem Jahr wird die Sammlung des Münchners Manfred Liere in die Ausstellung des Pfefferkuchenmuseums integriert. Es handelt sich um etwa 5 000 Exponate. Es ist die umfangreichste Privat-Sammlung zum Thema Pfefferkuchen überhaupt. Damit gewinnt das Pulsnitzer Museum enorm an Bedeutung. Das Stadtmuseum auf der Goethestraße kann sich seinerseits über die Dauerleihgabe eines Ehepaars aus Prenzlau mit Lausitzer Keramik aus der Zeit vor 1949 freuen. 49 Bananenkisten müssen ausgepackt werden. Kein Lausitzer Museum verfüge bisher über so eine geschlossene Sammlung, sagt Sabine Schubert. Nun braucht das Museum einige neue Vitrinen. Die Neuheiten sollen im Verlaufe des Jahres präsentiert werden.

Impulse für die Forschung den Museen

Auch die Forschung zum Thema Pfefferkuchen in Pulsnitz bekommt voraussichtlich Impulse. Dafür ist der Ausbau des Dachgeschosses im Pfefferkuchenmuseum geplant. Über den Baustart ist noch nicht entschieden. Die Fördermittel dafür sind aber genehmigt. Perspektivisch entsteht dort ein Archiv und Depot, in dem auch wissenschaftlich gearbeitet werden kann. Begleitend zur Ausstellung soll in diesem Jahr ein Büchlein rund ums Thema Pfefferkuchen erscheinen. Im Stadtmuseum wird sich ebenfalls viel für eine fachgerechte Archivierung tun. Außerdem wird weiter an der Beschriftung der neu gestalteten Dauerausstellung zur Stadtgeschichte gearbeitet.

Sonderausstellungen in den Räumen auf der Goethestraße und am Markt

Die Weihnachtsausstellung in der Pfefferkuchenschauwerkstatt wird in diesem Jahr den Titel tragen: „Pfefferkuchen. Eine Reise der Sinne durch Schlesien, die Oberlausitz und über 900 Jahre Esskultur in Mitteleuropa.“ Das klingt vielversprechend. Im Sonderausstellungsraum des Pfefferkuchenmuseums wird Vogelexperte Heinz Kilz aus Bautzen seine Zeichnungen von Singvögeln vorstellen. Der Pulsnitzer Fotograf Roland Kahle wird dort eine weitere Ausstellung über Pulsnitzer Persönlichkeiten im Gesellschaftsraum des Hauses des Gastes zeigen. Termine stehen noch nicht fest. Geplant ist auch eine Weihnachtsausstellung innerhalb der Dauerschau auf der Goethestraße. Das Thema steht noch nicht ganz fest – eventuell Weihnachtskrippen.

Der Rietschel-Kulturring plant als Verein mit drei Veranstaltungsorten

Das Pensum an Veranstaltungen und Ausstellungen lässt immer wieder staunen, was dieser Verein Jahr um Jahr in Pulsnitz leistet. Kultur, die sich auch jeder Pulsnitzer leisten kann. Denn es sind vielfach kostenlose Angebote, wie die Ausstellungen und Konzerte im Kultursaal der Schlossklinik. Dort lädt der Kulturring dieses Jahr wieder so hervorragende Künstler wie Thorsten Rosenbusch und Michael Nellessen ein. Beide sind Mitglieder der Berliner Sinfoniker oder Wolfgang Hentrich, Konzertmeister der Dresdner Philharmonie. Die Veranstaltungen und Ausstellungen finden in der Ostsächsischen Kunsthalle, im Geburtshaus Ernst Rietschels und im Kultursaal der Helios-Schlossklinik statt. Das Spektrum ist breit. In den Ausstellungen hat Naturfotografie aus dem Reich der Braunbären ebenso ihren Platz, wie Künstler der Oberlausitz. Die erste Austellung über den Architekten, Zeichner und Kulturringmitstreiter Dieter Möbius wird morgen, 19 Uhr in der Schlossklinik eröffnet. Ein Höhepunkt wird die Schau mit 100 Künstlerporträts: „Künstler sehen Künstler“. Sie wird am 25. April eröffnet. Vorträge im Kultursaal der Schlossklinik entführen wieder in ferne Welten oder ins Reich der Kostbarkeiten in Dresdner Sammlungen. Der nächste Vortrag am 4. März, 19 Uhr, nimmt die Besucher mit auf eine romantisch-pittoreske Reise in die Sächsische Schweiz. Das komplette Programm liegt in der Stadtinfo aus. Die SZ wird rechtzeitig über die Termine informieren.

Bildhauerpreis wird zum elften Mal vergeben

Es ist wieder Kunstpreis-Jahr. Der bedeutende Pulsnitzer Bildhauer Ernst Rietschel gibt dem Preis seinen Namen und seine Bedeutung. Seit 1991 werden damit besondere Leistungen in der plastischen Kunst geehrt.Jetzt beginnt das Auswahlverfahren für den 11. Preis. Platz für eine Ausstellung des Geehrten sei noch im Kalender, versichert Sabine Schubert. Zuerst müsse sie jetzt mit dem Stifter und Rietschel-Urenkel, dem Freiherrn von Salmuth, sprechen. Dann werde die Jury zusammengerufen. Es gebe keinen Zeitdruck. Auf jeden Fall soll der Preisträger in diesem Jahr gekürt werden. Sie selbst habe keinen Favoriten: „Das ist Sache der fünf Juroren.“