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Wer der Käufer der Jugendherberge ist

Um das Immobiliengeschäft der Gemeinde Jonsdorf wird immer noch ein großes Geheimnis gemacht. Ein Stück weit können wir es an dieser Stelle lüften.

Die ehemalige Jonsdorfer Jugendherberge gehört jetzt einem Investor aus Tschechien.
Die ehemalige Jonsdorfer Jugendherberge gehört jetzt einem Investor aus Tschechien. ©  Rafael Sampedro

Er ist immer noch ein halbwegs gut gehütetes Geheimnis in Jonsdorf: der Verkauf der alten Jugendherberge. Es ist das wohl größte Immobiliengeschäft der Gebirgsgemeinde in den letzten Jahren: Ein Grundstück von fast 6.500 Quadratmetern Fläche in einer Top-Lage am Fuße des Jonsbergs, darauf ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex aus zwei großen, mit einem Zwischenbau verbundenen Häusern, die nahezu 1.000 Quadratmeter Wohnfläche bieten. 

Seit das Grundstück in den Angeboten eines Bautzener Immobilienhändlers aufgetaucht war, hatten mehrere Kaufwillige ihr Interesse angemeldet. Die drei für die Gemeinde lukrativsten Angebote hatten es in die Endrunde - und Anfang Juni schließlich auf die Tagesordnung einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung geschafft. Hinter verschlossenen Türen gaben die Gemeinderäte letztlich dem Meistbietenden grünes Licht.

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Seit wenigen Tagen ist das Geschäft nun unter Dach und Fach. "Der Kaufvertrag ist unterzeichnet", bestätigt Jonsdorfs Bürgermeister Christoph Kunze (Freie Wähler). Er bestätigt auch, dass der Käufer aus Tschechien kommt. Die Immobilie gehört jetzt einer  Familie aus Hradek nad Nisou (Grottau). Laut Bürgermeister hätten Vater und Sohn die alte Jugendherberge gemeinsam gekauft, der Sohn werde jetzt ins Grundbuch eingetragen. 

Über die Kaufsumme sei Stillschweigen vereinbart worden, erklärt Christoph Kunze. Mindestens 99.000 Euro, so der geschätzte Verkehrswert der Immobilie, sollte das Geschäft in die Jonsdorfer Gemeindekasse spülen. Dieses Ziel sei auch erreicht worden, soviel könne er sagen, sagt Kunze. Nach SZ-Informationen soll diese Preisvorstellung weit übertroffen worden sein.

Nach Auskunft des Bürgermeisters will die Familie den großen Gebäudekomplex für Wohn- und Beherbergungszwecke nutzen und auch selbst einziehen. Die neuen Besitzer der alten Jugendherberge selbst wollen sich gegenüber der SZ nicht zu ihren Absichten und Plänen äußern. "Die Käufer haben uns glaubhaft machen können, dass sie die Immobilie nicht als Spekulationsobjekt sehen, sondern die Gebäude auch im Interesse der Gemeinde nutzen wollen", sagt Christoph Kunze. "Ich habe ein gutes Gefühl, dass sie auch zu ihren Zusagen stehen." Ende September soll die offizielle Übergabe der Immobilie an den neuen Besitzer erfolgen. Es wird eine der letzten Amtshandlungen von Christoph Kunze sein. Seine siebenjährige Amtszeit als Bürgermeister endet am 30. November. Sein Nachfolger wird am 1. September gewählt. Der 67-Jährige selbst geht in den Ruhestand.

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