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Wer folgt auf Pfarrer Zink?

Die unbesetzte Stelle in Glaubitz macht dem Zeithainer Kirchspiel zu schaffen. Die Situation könnte sich aber schon bald ändern.

Von Eric Weser

Heiner Sandig ist eigentlich Rentner. Doch für den Pfarrer im Ruhestand ist sein Beruf eben auch eine Berufung, und so predigt der 68-Jährige nach wie vor jeden Sonntag in den Gotteshäusern der Kirchgemeinde Streumen. Anders geht es derzeit auch kaum.

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Denn im Zeithainer Kirchspiel – zu dem neben der Streumener Kirchgemeinde auch jene von Zeithain, Glaubitz, Röderau und Lorenzkirch gehören – herrscht bei den Pfarrerstellen Personalnot. Besonders seit dem Weggang von Hans Zink, der nicht nur für die Kirchgemeinde Glaubitz zuständig war, sondern auch die Stelle in Lorenzkirch vertreten hatte. Momentan ist damit nur Kirchspiel-Chefin Grit Skriewe-Schellenberg als aktive Pfarrerin übrig.

Vakanzen seien zwar immer eine Herausforderung, sagte Skriewe-Schellenberg. Jetzt umso mehr. Denn nach dem Hochwasser vom Juni ergäben sich zurzeit „jede Woche neue soziale Notlagen“, so die Kirchenfrau.

„Es gibt Familien, bei denen das Wasser im Juni ‚nur‘ im Keller stand, bei denen es aber inzwischen bis in die oberen Stockwerke hinaufgestiegen ist und Schäden anrichtet“, berichtet Skriewe-Schellenberg. Betroffene besuchen, Trost spenden, seelische und materielle Hilfe bieten – das ist und bleibt auch fast vier Monate nach der Katastrophe eine der großen Aufgaben, sagte sie.

Hilfe bekommt Grit Skriewe-Schellenberg zwar von einer Pfarrkollegin aus Mühlberg, von der Caritas und von der Diakonie. Und sie lobt auch die Kirchvorstände und Gemeindemitglieder, die als Laienprediger aktiv sind. Doch ein zusätzlicher Pfarrkollege im Zeithainer Kirchspiel wäre der vielen Arbeit wegen eine große Entlastung.

Nachfolger soll 2014 kommen

Das weiß man auch in Meißen. Aus der dortigen Suptur heißt es, dass in absehbarer Zeit mit einem Nachfolger für den ins erzgebirgische Schwarzenberg gewechselten Hans Zink zu rechnen sei. „Ich bin guter Dinge, dass die offene Pfarrstelle in Glaubitz Anfang des nächsten Jahres besetzt werden wird“, sagte Andreas Stempel, Superintendent des Kirchenbezirks Meißen-Großenhain, gestern gegenüber der Sächsischen Zeitung.

Unmittelbar nach dem Weggang von Hans Zink im Sommer war die offene Stelle in Glaubitz ausgeschrieben worden – ein Verfahrensweg, der üblich sei, so der Superintendent weiter. Wer sich auf die Glaubitzer Pfarrstelle beworben habe, wollte er jedoch mit Rücksicht auf die Bewerber nicht publik machen, sagte Andreas Stempel weiter.

Indes bleibt es der Kirchgemeinde vorbehalten, ob sie sich für den ersten Bewerber entscheidet oder ihn ablehnt. „Der Kirchvorstand kann einen ersten und auch einen zweiten Bewerber ablehnen“, erklärte Stempel. Vorgekommen sei das etwa in Hirschstein. Beim dritten Anlauf setze sich das Landeskirchenamt über die örtliche Kirchgemeinde hinweg und installiert einen Pfarrer auf die vakante Stelle. Ob es zu diesem „verschärften Verfahren“ auch in der Kirchgemeinde Glaubitz kommt, werden die nächsten Monate zeigen.