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Zittau

Wer hat den Ford in die Skulpturen gesetzt?

Die Polizei hat zuerst den Falschen im Visier. Jetzt muss sich ein anderer Mann aus Polen zu dem spektakulären Unfall in Olbersdorf äußern. Ist er der Fahrer?

Der geschrottete Ford mit dem polnischen Kennzeichen "parkt" immer noch im Olbersdorfer Skulpturenpark.
Der geschrottete Ford mit dem polnischen Kennzeichen "parkt" immer noch im Olbersdorfer Skulpturenpark. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ist das Kunst oder wann kommt das weg? Seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag steht eine silbergraue Skulptur im Olbersdorfer Skulpturen-Park, die keine ist: Der schrottreife Ford Mondeo mit polnischem Kennzeichen ist das Überbleibsel eines ziemlich spektakulären Unfalls. Der Pkw war im Verkehrskreisel nebenan im wahrsten Sinne des Wortes aus der Kurve geflogen, hat im Flug einen Zaun durchbrochen und eine Sitzgruppe mitgenommen und ist schließlich an der Umzäunung einer Figur gelandet.

Und hier steht der Mondeo nun. Der Fahrer hat sich unerkannt aus dem Staub gemacht. Und unerkannt ist er bis heute. Zwar konnte die Polizei anhand des Kennzeichens schnell den vermeintlichen Halter ausfindig machen, einen Mann aus dem polnischen Städtchen Skoki in der Nähe von Poznan (Posen), doch der hat inzwischen mitgeteilt, dass er den Ford kurz vor dem Unfall verkauft hat. "Er konnte uns das auch glaubhaft nachweisen", sagt Kai Siebenäuger von der Polizeidirektion. 

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Inzwischen hat die Polizei den Käufer angeschrieben, ebenfalls ein Pole, und ihn schriftlich aufgefordert, das Auto abzuholen. Auch zu dem Unfall selbst muss der Mann Stellung nehmen. Zwar kann die Polizei den Weg des Fahrzeugs vom Kreisverkehr bis in den Park anhand der Spurenlage zweifelsfrei nachvollziehen. Die Frage, wie das überhaupt passieren konnte, ist aber ebenso ungeklärt wie die, ob der neue Besitzer auch der Unfallfahrer ist.

"Wir haben dem Halter jetzt eine letzte 14-tägige Frist gewährt", sagt der Polizeisprecher. Reagiert er bis dahin nicht, könnte die Olbersdorfer Wohnungsbaugesellschaft KWV, die den Skulpturenpark betreibt, das Fahrzeug abschleppen und entsorgen lassen und dem Eigentümer die Kosten in Rechnung stellen.  

KWV-Chef Karsten Hummel will das aber erst tun, wenn eindeutig geklärt ist, dass der Verursacher oder die Versicherung auch die Kosten übernehmen. Hummel schätzt allein die Summe des angerichteten Sachschadens auf insgesamt knapp 10.000 Euro .

Zwar geht die Polizei davon aus, dass von dem Pkw gegenwärtig keine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit ausgeht, dennoch soll der Skulpturen-Park so lange geschlossen bleiben, bis das silbergraue "Kunstwerk" wieder entfernt ist und alle Schäden behoben sind.

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