SZ +
Merken

Wer hat den Pfusch verzapft?

zu überschwemmten Bundesstraßen

Teilen
Folgen

Peter Anderson

Fassen wir noch einmal zusammen: Baustart für den Schottenbergtunnel und die dazu gehörigen Zufahrten war 2004 – zwei Jahre nach dem ersten „Jahrhunderthochwasser“. Es wäre somit ausreichend Zeit gewesen, die Erfahrungen aus dem August 2002 einzuarbeiten. Das ist offenbar nicht geschehen, sonst wäre das Mundloch des Tunnels nicht so jämmerlich abgesoffen wie im Juni. Durch Planungsfehler sind mehrere Millionen Euro ins Wasser gesetzt worden.

Das wäre schon skandalös genug. Aber es geht weiter: Elbaufwärts standen zumindest Teile der Zufahrten zur neuen Elbbrücke zwischen Niederwartha und Naundorf auf Dresdner Seite ebenfalls unter Wasser. Baustart für die Brücke und ihre Zufahrten war im März 2006. Ein weiterer grober Planungsfehler also.

Elbabwärts folgt das dritte Beispiel: Obwohl spätestens seit der kompletten Überflutung Röderau-Süds 2002 jedem klar sein musste, dass die B 169 rechtselbisch viel zu tief liegt, wurde in den vergangenen elf Jahren versäumt, die Bundesstraße hochwassersicher auszubauen. In der Konsequenz aller drei Versäumnisse gab es im Juni für mehrere Tage keine befahrbare Elbbrücke im gesamten Landkreis. Millionen von Euro dürfte es den Steuerzahler kosten, hier nachzubessern. Die Frage stellt sich: Wer hat diesen Pfusch verzapft? Wer trägt dafür die Verantwortung?