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Döbeln

Wer hat Ideen für das alte Stadtgut?

Schon vor dem Abriss sollte feststehen, wie das Areal genutzt wird. Ostrau hat es vorgemacht.

Das Areal an der ehemaligen Eschkemühle in Ostrau  ist ein Platz geworden, der vielseitig nutzbar ist.
Das Areal an der ehemaligen Eschkemühle in Ostrau ist ein Platz geworden, der vielseitig nutzbar ist. © André Braun

Hatha/Ostrau. Dass ein Nachdenken sinnvoll ist, zeigt die Gemeinde Ostrau. Die Eschkemühle an der Karl-Marx-Straße in Ostrau war nicht mehr zu retten. Ende 2011 wurde der Beschluss zum Abriss gefasst.

Schon zuvor stellten Mitglieder der Arbeitsgruppe (AG) das Konzept zur Gestaltung vor. Das Areal der ehemaligen Eschkemühle sollte zur neuen Mitte von Ostrau werden. Auch wenn noch einmal umgedacht werden musste, weil die Gruppe zunächst davon ausgegangen war, dass nur das hintere Mühlengebäude abgerissen, und das vordere Gebäude gesichert werden könnte, kann sich das Ergebnis sehen lassen.

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Es ist ein kombinierter Feier-, Park- und Rastplatz geworden, der sehr gern angenommen wird. Eine Informationstafel verweist auf das ehemalige historische Gebäude. Einige Mauern sind noch stehen geblieben und erinnern daran.

So oder so ähnlich könnte auch das Areal gestaltet werden, auf dem zurzeit noch das Stadtgut steht. „Wir brauchen ein Konzept, was mit dem Platz passieren könnte. Man muss einen Schritt weiterdenken und sich im Klaren sein, wie der Platz gestaltet werden könnte“, sagte CDU-Fraktionschef Christian Köhler. Es gebe mehrere Möglichkeiten, meinte Bürgermeister Ronald Kunze. Konkreter wurde er nicht.

 Für das Gelände am Stadtgut in Hartha werden noch Ideen gesucht. 
 Für das Gelände am Stadtgut in Hartha werden noch Ideen gesucht.  © Dietmar Thomas

CDU-Stadtrat Ronny Walter schlug vor, prüfen zu lassen, ob nicht ein Gebäude der insgesamt fünf stehengelassen werden könnte. Wie dieses genutzt werden soll, falls das möglich ist, ließ er offen. Das Stadtgut sei ein Stück Stadtgeschichte. „Mir blutet das Herz, wenn ich an den Abriss des alten E-Werkes an der August-Bebel-Straße denke. Es kann nicht alles immer nur dem Boden gleich gemacht werden. Deshalb ist es wichtig, einen Plan zu haben“, so Walter.

Immerhin handelt es sich um eine Grundfläche von 3 300 Quadratmetern, die zu gestalten ist. Die fünf Gebäude sollen komplett zurückgebaut werden. Geplant ist, in diesem Jahr das Fördergeld zu beantragen und die Häuser bis Mitte 2020 abzureißen.

„Die Stadt hat das Anwesen gekauft. Nun müssen wir gut überlegen, wie die freie Fläche, die nach dem Abriss entsteht, genutzt wird. Es könnten Bäume und Sträucher gepflanzt, Parkplätze und Sitzgelegenheiten entstehen“, sagte CDU-Stadtrat Albrecht Günther. Der Parkplatz wäre günstig gelegen, für diejenigen, die in die Apotheke oder zum Optiker wollen. „Vielleicht könnte auch auf dem Areal eine öffentliche Toilette entstehen. Die würde wirklich gebraucht“, so Günther.

Fest stehe, so der Bürgermeister, dass Elemente wie Torbögen und Säulen aus Porphyr auf dem Bauhof gesichert werden und, wenn möglich, bei der Gestaltung verwendet werden sollen.

„Es geht hier erst einmal um den Grundsatzbeschluss zum Abriss, und dass die Stadträte der Einstellung des Vorhabens in den Nachtragshaushalt zustimmen“, so Bauamtsleiter Ronald Fischer. Damit würden die Grundlagen für das Beantragen von Fördergeld über das Programm zur Beräumung von Brachflächen geschaffen.

Dann bleibe noch genügend Zeit, um sich über den Umfang des Rückbaus und die künftige Nutzung Gedanken zu machen. Das Vorhaben kostet laut Schätzung etwa 200.000 Euro ohne Planungskosten. 20 Prozent, also 40.000 Euro, müsste die Stadt finanzieren.

„Die Chance, die Gebäude zu erhalten, ist vorbei. Jetzt können sie nur noch abgerissen werden“, bedauerte Stadtrat Sören Lungwitz von den Freien Wählern. Es habe in der Vergangenheit viele Versuche gegeben, das Stadtgut als Eingangstor zum Zentrum von Hartha zu erhalten. Doch sie seien alle gescheitert, sagte CDU-Stadtrat Christian Zimmermann.

Mit drei Enthaltungen wurde dem Abriss und der Finanzierung sowie der Aufnahme des Vorhabens in das Fachkonzept „Brachen“ der Stadt Hartha zugestimmt.

Im Jahr 2003 wurde das ehemalige Steidtmanns Gut von der Stadt Hartha erworben. Das war bereits zu DDR-Zeiten heruntergewirtschaftet. Das Hauptgebäude wurde letztmalig bis Mitte der 1990er-Jahre bewohnt.

Die Nebengebäude lagen bereits vor der Wende brach. Die Stadt plante eine umfassende Rekonstruktion der Häuser. Geplant war ein Bürgerhaus und Vereinsdomizil sowie die Unterbringung des Industriemuseums. Das Vorhaben scheiterte an den Finanzen.