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Wer hilft künftig bei Großbränden?

Der Landkreis hat ein Einsatzfahrzeug aus Beiersdorf weggeholt. Darüber gab es Ärger. Der Kreisbrandmeister erklärt seine Gründe und sagt, dass eine neue Gruppe schon einsatzbereit ist. 

Symbolbild.
Symbolbild. ©  dpa

Der Landkreis widerspricht den Aussagen von Beiersdorfs Wehrleiter Hagen Kettmann. Es geht um das Einsatzfahrzeug der Führungsgruppe für den Raum Löbau. Offenbar sind hier einige Befindlichkeiten im Spiel. Im Landkreis gibt es fünf Feuerwehr-Führungsgruppen. Sie bestehen aus Führungskräften umliegender Wehren und unterstützen bei Großeinsätzen den jeweiligen Einsatzleiter vor Ort. Jede Führungsgruppe hat ein Fahrzeug, mit dem sie im Ernstfall ausrücken kann. 

Die Führungsgruppen im Landkreis haben ihre Standorte in Olbersdorf, Weißwasser, Reichenbach, Görlitz und bislang in Beiersdorf. Wie SZ berichtete, hat der Landkreis das Fahrzeug der Beiersdorfer Führungsgruppe nun versetzt, und zwar nach Walddorf. Über diese Entscheidung ist der Beiersdorfer Wehrleiter Kettmann sauer, sieht das Ehrenamt nicht entsprechend gewürdigt. 

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Kreisbrandmeister Björn Mierisch sagt dazu gegenüber SZ, man habe die Beiersdorfer Wehr entlasten wollen. Deshalb habe er schon zu Beginn des Jahres das Gespräch mit den Kameraden in Beiersdorf gesucht. Denn die Beiersdorfer hatten neben der Mitarbeit in der Führungsgruppe auch noch ein Dekontaminationsfahrzeug vom Katastrophenschutz des Landkreises unter ihrer Regie. Das wird zum Beispiel gebraucht, wenn es Unfälle mit Gefahrgut gibt oder ähnliche Katastrophen. "Außerdem haben sie ja noch ihre eigenen Aufgaben als Ortsfeuerwehr zu erfüllen. Das ist für eine Wehr in einer so kleinen Gemeinde alles sehr viel", sagt der Kreisbrandmeister. 

Er habe deshalb vorgeschlagen, den Einsatzleitwagen (ELW) der Führungsgruppe woanders unterzubringen und den Beiersdorfern so ehrenamtliche Arbeit abzunehmen, erklärt Mierisch. Der ELW könne leicht woanders untergebracht werden. Für das Dekontaminations-Auto und die Bedienung der komplizierten Technik auf dem Fahrzeug seien dagegen spezielle Ausbildungen nötig. Die haben die Beiersdorfer Kameraden, die damit arbeiteten. Neue Kameraden darauf auszubilden, dauere rund drei Jahre, so Kreisbrandmeister Mierisch. Deshalb habe er das Katastrophenschutz-Auto gern in Beiersdorf belassen und stattdessen den ELW einziehen wollen. 

Nach dieser Entscheidung wollten die Beiersdorfer beim Katastrophenschutz aber nicht mehr mitmachen. Sie haben das Dekontaminations-Fahrzeug von sich aus abgegeben. Das bestätigt der Beiersdorfer Wehrleiter Hagen Kettmann. "Ja, der Landkreis behauptete, wir seien überlastet." Inzwischen steht das Dekon-Fahrzeug, wie der Kreisbrandmeister es kurz nennt, bei der Feuerwehr in Oderwitz. "Hier bilden wir jetzt Kameraden dafür aus", sagt Mierisch. Nach der Absage durch die Beiersdorfer Kameraden habe er sich auf die Suche nach einem neuen Standort machen müssen. Es sei nicht einfach, einen Stellplatz für das große Fahrzeug zu finden - und Kameraden, die bereit sich, damit zu arbeiten. 

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Auch der Einsatzleitwagen hat inzwischen wie angekündigt den Standort gewechselt. Der Landkreis brachte es Ende August von Beiersdorf nach Walddorf an den neuen Standort. Dass es hier jetzt aber kein Personal für die Führungsgruppe gibt, sei nicht richtig, sagt der Kreisbrandmeister. Die Führungsgruppe Löbau bestand bisher aus Führungskräften der Feuerwehren aus Beiersdorf, Lawalde, Obercunnersdorf, Lauba und Friedersdorf. Zwei der bisherigen Mitglieder der Führungsgruppe machen weiter mit, sagt Mierisch. Außerdem hätten sich bereits weitere Kameraden umliegender Feuerwehren gemeldet und sich zur Mitarbeit bereit erklärt. Die meisten haben auch schon die entsprechende Ausbildung und seien sofort einsatzbereit. Am Auto selbst müssten auch nur ein paar kleinere Reparaturen vorgenommen werden, dann könne es wieder genutzt werden. 

Die Arbeit der bisherigen Führungsgruppe wolle er keinesfalls schmälern, sagt der Kreisbrandmeister. "Die Kameraden haben jahrelang eine gute Arbeit geleistet." 

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