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Wer könnte mit wem nach der Landtagswahl?

Der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen ist offen wie nie. Wer könnte mit wem eine Regierung bilden - und mit wem nicht? Die große Analyse.

Blick in den Plenarsaal.
Blick in den Plenarsaal. © Sebastian Kahnert/dpa

Und wer könnte mit wem nicht? Zum siebenten Mal seit der Wende wählen die Sachsen ein neues Parlament. Erwartet wird für den 1. September ein knappes Ergebnis. Offen ist, ob die CDU erneut stärkste Kraft im Landtag wird oder ob sie diese Spitzenposition erstmals an die AfD abgeben muss. 

Doch nicht nur der Ausgang dieses Duells sorgt für viel Spannung. Nach dem Wahltag droht den einzelnen Parteien eine langwierige Regierungsbildung – absehbar sind die schwierigsten Koalitionsverhandlungen seit 1990. Vom schwarz-blauen Rechtsruck bis zum bunten Viererbündnis – es ist alles möglich. Wir haben die Koalitions-Optionen analysiert:

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CDU, SPD - Das Auslaufmodell

© SZ-Bildstelle

Bereits zweimal – von 2004 bis 2009 und von 2014 bis heute – haben Christ- und Sozialdemokraten gemeinsam in Sachsen regiert. Obwohl sich beide Parteien für die auslaufende Legislaturperiode selbst gute Zeugnisse ausstellen, wird es keine direkte Fortsetzung dieses Regierungsbündnisses geben. Der Grund: Beim Wähler findet diese Koalition keinen ausreichenden Rückhalt mehr. Sowohl der CDU als auch der SPD droht das historisch schlechteste Wahlergebnis seit 1990. In der Summe zu wenig, um weitermachen zu können.

Chancen: KEINE

CDU, SPD, Grüne - Klimawechsel am Kabinettstisch

© SZ-Bildstelle

Trotz des Scheiterns von Schwarz-Rot in Sachsen bleibt CDU und SPD immer noch eine Machtoption: Ein zusätzlicher dritter Regierungspartner, der für eine Mehrheit im Landtag sorgt. Laut Wahlumfragen kommen dafür zuallererst die Grünen in Frage. Für die Öko-Partei wäre das eine Premiere. Erstmals würde sie mit am Dresdner Kabinettstisch sitzen. Die Koalitionsverhandlungen des Dreierbündnisses dürften schwierig werden. Die Aussicht auf eine Regierungsmehrheit ohne AfD sollte aber für genug Kompromissbereitschaft sorgen.

Chancen: GUTE

CDU, SPD, Grüne, FDP - Das kunterbunte Rettungsseil

© SZ-Bildstelle

Die CDU hat angekündigt, nach der Wahl weder mit der AfD noch mit der Linkspartei zu koalieren. Reicht das Stimmenergebnis aber nicht für ein Dreierbündnis mit SPD und Grünen, geht immer noch etwas – zumindest theoretisch. Schafft die FDP den Wiedereinzug in den Landtag, könnten die Liberalen als vierter (!) Regierungspartner für eine Parlamentsmehrheit sorgen. Absehbar aber nur auf dem Papier, da die Grünen bisher erklären, für eine Koalition mit FDP-Beteiligung nicht zur Verfügung zu stehen. Bleiben sie dabei, war es das.

Chancen: FAST KEINE

CDU, SPD, FDP - Das Leichtgewicht

© SZ-Bildstelle

In Sachsen könnte künftig auch ein anderes Dreierbündnis regieren, wenn CDU und SPD die FDP mit an den Kabinettstisch holen. Koalitionstechnisch wäre das sogar einfacher als im Fall der Grünen. Die Liberalen sind regierungserfahren – 2009 bis 2014 Koalition mit der CDU – und ihr politisches Themenpaket ließe sich leichter mit den neuen Partnern abstimmen. Das große Manko: Alle drei Parteien zusammen kommen zurzeit nicht auf eine Stimmenmehrheit. Legt man zur Wahl nicht deutlich zu, ist für Schwarz-Rot-Gelb nichts zu holen.

Chancen: NICHT SEHR HOCH

CDU - Einer für alle

© SZ-Bildstelle

In anderen Bundesländern hat man damit Erfahrung, in Sachsen wäre es eine umstrittene Notfallvariante: Eine Minderheitsregierung, die sich für jede Entscheidung neue Partner im Parlament sucht. Am ehesten kommt das im Fall der Fälle für die CDU in Frage, die dann entweder allein oder mit Partner die Regierungsverantwortung ohne Landtagsmehrheit übernimmt. Allerdings sind die Zweifel an dem Modell in den eigenen Reihen groß. Gewarnt wird vor zu großer Abhängigkeit und einem frühen Scheitern. Dann würde neu gewählt.

Chancen: MINIMAL

CDU, AfD - Der schwarz-blaue Sündenfall

© SZ-Bildstelle

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Chancen: EHER GERINGE

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