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Wer macht künftig den Frühjahrsputz?

Die Pflege des Kunstrasenplatzes am Schlechteberg ist bislang nicht genau geregelt. Die Sportler wollen mithelfen.

© SZ Thomas Eichler

Von Romy Kühr

Normalerweise wird auf der Sportanlage am Schlechteberg Fußball gespielt, gesprintet oder Dauerlauf trainiert. Jetzt aber haben sich die Ebersbacher Fußballer und Leichtathleten hier auf ganz andere Weise körperlich betätigt. Sie trafen sich zu einem Arbeitseinsatz. Der Rasen wurde gemäht, Unkraut entfernt und mit einem Spezialgebläse die Laufbahn vom Schmutz befreit. Um die Pflege der Anlage kümmern sich die Sportler der Spielvereinigung Ebersbach und des Turn- und Sportvereins schon seit vielen Jahren.

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Doch zurzeit ist völlig unklar, wer dafür eigentlich zuständig ist. Denn seit der Sanierung des Sportplatzes gibt es keinen neuen Nutzungsvertrag für die Sportanlagen zwischen Stadt und Vereinen. Das haben Stadträte regelmäßig angemahnt und auch die Sportler ärgern sich, dass nichts eindeutig geregelt ist. Im Sommer 2011 war die neue Sportanlage eingeweiht worden. Neben einem Kunstrasenplatz für den Fußball wurden auch Leichtathletikanlagen sowie Faust- und Volleyballplätze errichtet. Vor allem der Kunstrasenplatz braucht professionelle Pflege. Denn immerhin hat das Projekt insgesamt 600 000 Euro gekostet und sollte möglichst lange halten.

Vor der Sanierung kümmerten sich die beiden Vereine gemeinsam um die Pflege des Platzes. Doch der Kunstrasen muss regelmäßig fachgerecht behandelt werden. „Das können wir nicht leisten“, sagt Ullrich Richter, Vorsitzender der Spielvereinigung Ebersbach. Zurzeit beauftragt die Stadt einmal im Jahr eine Spezialfirma mit der Kunstrasenpflege. Doch auch nach jedem Spiel muss hier Hand angelegt werden. „Das Granulat im Kunstrasen muss gezogen werden, damit sich die Fasern wieder aufrichten“, erklärt Richter. Geschieht das nicht, wird der Rasen unter der Belastung allmählich platt getrampelt. Diese Aufgabe übernimmt zurzeit jemand aus dem Verein. Das wird aber immer mehr Arbeit für die Vereinsleute. Denn der Platz ist gut ausgelastet, berichtet Ullrich Richter. Der Chef der Fußballer drängt deshalb darauf, dass nun endlich geregelt wird, wer wofür zuständig ist. Trotz mehrmaliger Bitten hat die Stadt bisher noch keine Nutzungsvereinbarung aufgesetzt. Nun seien aber Verwaltungsmitarbeiter damit beauftragt, sagt Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos) auf Nachfrage der SZ. Darin sollen dann auch die Gebühren festgelegt werden, die die Sportvereine zahlen müssen, damit sie die neuen Anlagen nutzen können. Das müsse kalkuliert werden, sagt die Bürgermeisterin.

Verwaltung und Stadtrat haben sich jedenfalls schon darauf geeinigt, dass die Stadt selbst für die Erhaltung des teuren Platzes verantwortlich sein soll. „Er ist ja auch Eigentum der Stadt“, begründet Frau Hergenröder. Der Verwaltungsausschuss habe bereits in einer seiner vergangenen Sitzungen grundsätzlich entschieden, dass die Stadt sich selbst um die Unterhaltung kümmern soll. Das wird auch in Zukunft zumindest die aufwendige Pflege des Kunstrasens betreffen. Die Sportler seien aber bereit, auch in Zukunft bei der Pflege der Außenanlagen mitzuhelfen, sagt Richter. Ein Entwurf für einen Nutzungsvertrag werde jetzt ausgearbeitet, versichert die Bürgermeisterin.

Seit die Oberlandstadt den neuen, modernen Kunstrasen hat und nicht mehr auf dem alten Hartplatz gekickt werden muss, wollen immer mehr Kinder und Jugendliche in Ebersbach Fußball spielen. „Unsere Nachwuchsabteilung hat enormen Zuwachs zu verzeichnen“, freut sich Richter. Umso wichtiger sei es, dass Kosten und Pflege geregelt seien.

Einen ähnlich langen Kampf haben die Sportler um den Platz selbst hinter sich. Viele Jahre hatten sie um bessere Bedingungen geworben. 2010/2011 konnte sich die Stadt schließlich die große Investition leisten und bekam auch Fördermittel.