SZ +
Merken

Wer nicht erscheint, wird trotzdem verurteilt

Kamenz. Wer glaubt, sich durch unentschuldigtes Fernbleiben von der gerichtlichen Hauptverhandlung der Strafe entziehen zu können, der irrt. So fehlten vorm Kamenzer Amtsgericht jetzt Lothar M. (44) aus Dresden und Steve N. (24 ) aus Kamenz bei der Verhandlung.

Teilen
Folgen

Kamenz. Wer glaubt, sich durch unentschuldigtes Fernbleiben von der gerichtlichen Hauptverhandlung der Strafe entziehen zu können, der irrt. So fehlten vorm Kamenzer Amtsgericht jetzt Lothar M. (44) aus Dresden und Steve N. (24 ) aus Kamenz bei der Verhandlung. Es nützte ihnen nichts.

Der Dresdner war am 30. November 2002 mit seinem BMW in Kamenz unter Alkohol (2,27 Promille) fahrend von der Polizei ertappt worden. Obendrein konnte er auch keinen Führerschein vorweisen. Jetzt wurde verhandelt, aber der Angeklagte fehlte, wie erwähnt. Per Strafbefehl wurde er trotzdem zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten verurteilt, ausgesetzt für zwei Jahre zur Bewährung. Außerdem muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten, und für 18 Monaten darf ihm kein Führerschein ausgestellt werden.

Steve N. wiederum war in der Discothek in Kamenz-Jesau aufgefallen, als er am 30. Juni 2002 gegen 6 Uhr vor der Disco einen Mann mit der Faust derart ins Gesicht schlug, dass dieser eine Nasenbeinfraktur erlitt und mit dem Hinterkopf gegen einen abgestellten Pkw prallte. Auch hier nützte das Fernbleiben nichts: Steve N. wurde zu einer Geldstrafe von 1 350 Euro verurteilt.

Beide Verfahrensschwänzer müssen außerdem die Gerichtskosten tragen. Amtsrichter Thomas Kranke machte deutlich, dass es einfach nicht angehe, jedem, der einer Verhandlung fernbleibt, per Haftbefehl hinterherzulaufen. (JoS)