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Wer schleppt mehr?

Das historische Kalkwerk in Borna lädt heute zum Kalkofenfest. Erwartet werden um die 50 Oldtimer-Traktoren.

Von Heike Wendt

Blubb, blubb, blubb, blubb. Erst zögernd, dann ratternd und schließlich laut tuckernd springt der Dieselmotor an. Anderthalb Jahre ist das Fahrzeug nicht bewegt worden, jetzt muss alles funktionieren. Wiland Küchler strahlt. Der himmelblaue Pomßen-Traktor kann rausfahren. Erst mal zum Fototermin und heute zum historischen Kalkwerk im Bahretaler Ortsteil Borna. Dort lädt der Kalkofenverein zum zweiten Mal zum Traktorentreffen.

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Gut vorbereitet anzutreten, lohnt sich. Unter allen Teilnehmern werden verschiedene Preise verliehen. Einlass der Fahrzeuge ist ab 9 Uhr. Sie werden vor der Halle am Kalkofen ihre Plätze bekommen. Ab 12 Uhr haben die Besitzer die Gelegenheit, ihre Traktoren vorzustellen. Kurz vor der gemeinsamen Ausfahrt um 16 Uhr werden die Sieger ausgezeichnet. Fachsimpeln, gucken, Teile tauschen sind die wichtigsten Nebenbeschäftigungen an so einem Tag. Die meisten Gefährte haben etliche Jahre auf dem Buckel. Ab und zu steht eine Reparatur an. „Ersatzteile bekommt man auf diese Weise am ehesten“, sagt der Fachmann vom Kalkofenverein.

Der Pomßen-Traktor, Baujahr 1972, ist vom Verein nicht nur zu Ausstellungszwecken angeschafft worden. Er stand vorher in Biensdorf. „Die Fahrzeuge wurden für den Betriebsverkehr gebaut, um schweres Gerät umzusetzen“, erklärt Küchler. Das soll er auch wieder tun. Das massiv gebaute Gefährt bringt über zwei Tonnen auf die Waage. Die sind auch nötig für die schweren Lasten, die es ziehen muss.

Der Pomßen-Traktor ist Bestandteil des Gesamtkonzepts am historischen Kalkwerk und könnte beispielsweise zum „Hafftmannschen Ofen“ pendeln. Der liegt nur etwa zwei Kilometer entfernt. Der Name leitet sich vom einstigen Besitzer ab. Der Ofen war bis Ende des 19. Jahrhunderts in Betrieb. Vor zwei Jahren ist der historische Ofen wieder freigelegt worden und inzwischen Teil eines neu eingerichteten Rundwanderweges zur Geschichte des Kalkabbaus. Die ist ziemlich umfangreich. Etwa 140 Kalköfen in der Region zwischen Pirna und Liebstadt hat Christoph Bieberstein in seiner Diplomarbeit nachgewiesen. Die meisten sind verschüttet. Im Kalkofenmuseum wird lebendig gezeigt, wie vor über hundert Jahren gearbeitet wurde. Dazu zählt auch der Transport mit der Feldbahn. Erst im vorigen Jahr war eine Feldbahnlok angeschafft worden. Inzwischen sind Gleise verlegt und der Rohbau für den Lokschuppen ist fertiggestellt. „Heute wollen wir die Feldbahn anschieben“, sagt Thomas Fischer vom Kalkofenverein.

Beim Kalkofenfest wird es zudem einen kleinen Bauernmarkt geben, der gegen 10.30 Uhr eröffnet wird. Im Anschluss singt der Männerchor Liebstadt zum Frühschoppen. Um 11.30 Uhr wird die Feldbahn angeschoben, ab 14 Uhr spielen die Weißeritztalmusikanten. Bastelstraße und Hüpfburg sind für die jüngeren Besucher organisiert. Ein Pendelverkehr ab der Falkenwiese (Nähe Festplatz Gersdorf) ist eingerichtet.