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Wer steht hinter den OB-Kandidaten?

Bekannte CDU-Anhänger unterstützen den FDP-Mann Dirk Hilbert bei seiner Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters von Dresden. Und es gibt weitere Überraschungen.

© A. Wirsig/N. Neumann/Ch. Juppe

Hilfe von der Konkurrenz

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Dirk Hilbert und Frank Schröder. © A. Wirsig/N. Millauer
Markus Ulbig. © Norbert Neumann
Eva-Marie Stange und Karl-Siegbert Rehberg © Christian Juppe

Wenn ein CDU-Mann Wahlkampf für den Kandidaten macht, der in der FDP ist: Ab März schlüpft Dirk Hilbert (FDP) in die Rolle von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU). Zunächst nur zum Übergang, weil Orosz zurücktritt. Allerdings will er im Juni die Wahl gewinnen und damit den OB-Stuhl erobern. Dafür bekommt er Unterstützung aus der CDU, obwohl die ihren eigenen Kandidaten ins Rennen schickt.

Frank Schröder ist Dresdens Stadtfestmacher und im Vorstand des Unterstützervereins von Hilbert. „Ich bin CDU-Mitglied“, erklärt Schröder. „Aber ich unterstütze den unabhängigen Kandidaten Hilbert und werde alles für seinen Sieg tun.“ Warum er nicht auf Markus Ulbig (CDU) setzt, erklärt Schröder so: „Ich finde, bei Herrn Ulbig und bei Frau Stange ist die Glaubwürdigkeit nicht gegeben.“ Beide seien gerade in ihre Ministerrollen geschlüpft und erklären wenige Wochen später, Stadtoberhaupt werden zu wollen. Hilbert dagegen habe nicht überredet werden müssen“, das stelle ich bei den anderen beiden infrage“, so Schröder.

Auch die bekannte Allergologin Dr. Bettina Hauswald unterstützt Hilbert. „Ich wähle ja sonst CDU, aber ich bin begeisterte Dresdnerin, und als ich von Herrn Hilbert angesprochen wurde, habe ich zugesagt.“ Er sei ein guter Dresdner Kandidat.

Wenig amüsierter Geheimniskrämer

Markus Ulbig ist zwar als erster Kandidat von der CDU-Führung benannt worden, seine Kampagne und die Unterstützer werden aber noch geheim gehalten. „Wir sind da noch in den Planungen“, so Sachsens CDU-Sprecher Mario Dense. „Wir lassen noch nichts gucken. Aber es wird prominente Unterstützer geben.“

Die CDU verweist auf den 6. Februar. An dem Tag soll Ulbig von der Partei offiziell nominiert werden. Wenig amüsiert zeigte sich die CDU davon, dass ihr Parteifreund Frank Schröder FDP-Mann Hilbert in vorderster Reihe unterstützt. „Wir haben das zur Kenntnis genommen“, so Dense. „Das ist natürlich von jedem die persönliche Entscheidung, wen er unterstützt.“

Im Wahlkampf für Helma Orosz 2008 hatten Dampfschiffahrtschef Michael Lohnherr, Oppacher-Chef Eric Schäfer, die Gebrüder Melkus und Diplom-Physiker Eckard Roll die spätere Oberbürgermeisterin prominent unterstützt. Es gab sogar eine Internetseite mit Videobotschaften, weshalb Orosz gewählt werden solle. Man darf also gespannt sein, was die CDU sich für Innenminister Ulbig dieses Mal einfallen lässt. Vorausgesetzt, die Basis will ihn.

Die Idee kam mit der neuen Mehrheit

Auch Eva-Maria Stange tritt als unabhängige Kandidatin an, obwohl sie in der SPD ist. Ihre Unterstützer führt der Soziologie-Professor Karl-Siegbert Rehberg (Foto, u.) an. Er war schon immer angetan von Stange, die als Ministerin für Wissenschaft zuständig ist. „Die SPD ist hier ja ziemlich klein, da ist eine breitere Adressierung gut“, sagt Rehberg. Als Stange sich entschieden hatte, Oberbürgermeisterin werden zu wollen, hat SPD-Mitglied Rehberg die Wählergemeinschaft gegründet.

Nur eine Oberbürgermeisterin, die der Stadtratsmehrheit nahe steht, könne laut Rehberg etwas bewegen. „Das neue Bündnis zwischen der Linken, den Grünen und der SPD eröffnet Möglichkeiten der Gestaltung und nicht nur einer mühsamen „Vetopolitik“, so Rehberg. „Ohne die neue Mehrheit hätte ich das mit der Wählergemeinschaft nicht gemacht.“

Zu den Unterstützern zählt auch ein ehemaliger Schüler Stanges. Als die Frau Anfang der 1990er-Jahre noch Mathe- und Physiklehrerin war, unterrichtete sie auch Stefan Ostertag. Der ist jetzt Chef des Programmkinos Schauburg. „Sie hat mich gut unterrichtet. Sie hat mich angesprochen, und ich habe zugesagt, sie zu unterstützen.“ Stange sei die richtige Person, in einer schwierigen Zeit mit Pegida. „Von ihr kann Dresden profitieren“, so Ostertag.

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