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Wer will Freitals neuer Oberbürgermeister werden?

In einem Jahr findet die Wahl des Stadtoberhauptes statt. Klaus Mättig kann nicht mehr antreten – wird wohl aber mitreden.

Von Matthias Weigel

Die Kommunalwahlen sind gerade erst gelaufen und der neu gewählte Stadtrat und die Ortschaftsräte sind dabei, sich zu sortieren und ihre Arbeit aufzunehmen. Doch viel Zeit bleibt nicht für Entspannung für die Parteien und Wählervereinigungen – immerhin steht in zwölf Monaten bereits die Wahl des neuen Oberbürgermeisters von Freital an. Amtsinhaber Klaus Mättig (CDU) kann nach seiner zweiten Amtszeit nicht wieder kandidieren – des Alters wegen. Er ist im Juni 2015 bereits 65 Jahre alt. Mättig hatte 2001 Klaus Pollack (SPD) abgelöst, der seit 1994 im Amt gewesen war .

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Der Sächsische Landtag hatte Ende 2013 zwar eine neue Gemeindeordnung verabschiedet. Dort wurde auch das Höchstalter für Bürgermeister und Landräte auf 72 Jahre festgelegt, bis zu dem sie eine volle Amtszeit von sieben Jahren ausführen können. Bis dato waren es 68. Die Reform hat zwar das Höchstalter geändert. Eine Kandidatur für Mättig ist trotzdem ausgeschlossen. „Gemäß sächsischer Gemeindeordnung ist jemand, der das 65. Lebensjahr vollendet hat, für das Amt eines hauptamtlichen Bürgermeisters nicht wählbar. Diese Bestimmung ist jetzt auch nicht verändert worden“, teilte das Innenministerium mit. Und dass der Landtag die Ordnung erneut ändert oder ein Klageverfahren dagegen angestrebt wird, ist derzeit eher unwahrscheinlich.

Hier und da wird nun schon über mögliche Kandidaten gemunkelt. Öffentlich aus der Deckung wagt sich allerdings noch niemand – wohl aus Angst, Angriffspunkte zu bieten. Die Linke teilt allerdings auf Anfrage mit, dass man auf jeden Fall mit einem Kandidaten antreten werde, der vor allem eins hat: Bürgernähe. „Bürger für Freital“ wollen in Auswertung der jetzigen Wahl eine Strategie zur OB-Wahl erarbeiten. „Wir gehen davon aus, dass wir als Wählergemeinschaft oder aber auch gemeinsam mit anderen Parteien einen Kandidaten stellen“, so Sprecher Chris Meyer, der selbst 2008 gegen Mättig angetreten, aber deutlich unterlegen war. Von Grünen, SPD, AfD und FDP gibt es auch noch keine Aussagen zu möglichen Kandidaten. Man ist sich aber einig: Ein geeigneter Bewerber soll es am Ende schon sein, den man selbst stellt oder unterstützt. „Ein parteiunabhängiger Fachmann mit kooperativem Führungsstil und Blick für die Zukunft“, soll es laut FDP sein. Die AfD sieht Chancen, Verkrustungen und Filz in der Stadt aufzulösen. Die CDU sieht frühzeitige Spekulationen als unangemessen an. „Der Oberbürgermeister ist noch für mehr als ein Jahr gewählt. Da gebietet es der Respekt vor Amt und Perso, nicht vorzeitig den Wahlkampf zu eröffnen“, teilt CDU-Stadtverbandschef Peter Darmstadt mit. Am 31. August werde erst einmal der neue Landtag gewählt. Danach werde man sich als CDU zusammensetzen. „Wir wollen in der Verantwortung, die wir in den vergangenen Jahren getragen haben, möglichst einvernehmlich einen Kandidaten vorschlagen.“

Eine wesentliche Rolle wird sicher auch spielen, welchen Kandidaten Amtsinhaber Klaus Mättig am Ende unterstützt. Immerhin konnte der Pesterwitzer bei seiner Wiederwahl am 8. Juni 2008 rund 75,3 Prozent auf sich vereinen. Auch in den Kreistag schaffte es Mättig jetzt wieder spielend und erreichte das zweitbeste Ergebnis. Der Bewerber oder die Bewerberin dürfte sicher ein ganzes Stück von der großen Zustimmung profitieren, wenn Mättig eine Empfehlung an seine Wähler ausspricht.