merken
PLUS

Radebeul

Wer wird neuer Chef im Rathaus?

Ein neuer Oberbürgermeister muss gewählt werden. Die Parteien im Stadtrat haben einen Favoriten. Nur den Namen will keiner nennen.

Der Chefsessel im Coswiger Rathaus wird zum Ende des Jahres frei. Bisher gibt es keine offiziellen Bewerber um den Posten. Aber immerhin einen Kandidaten, der von vielen unterstützt werden würde, sollte er sich aufstellen lassen.
Der Chefsessel im Coswiger Rathaus wird zum Ende des Jahres frei. Bisher gibt es keine offiziellen Bewerber um den Posten. Aber immerhin einen Kandidaten, der von vielen unterstützt werden würde, sollte er sich aufstellen lassen. © Arvid Müller

Coswig. Wir werden einen Kandidaten unterstützen“, sagt Karen Dembowski, Sprecherin der Coswiger CDU. Kein CDU-Mitglied wird es sein, sondern ein Parteiloser. „Für mich gibt es den geborenen Kandidaten“, sagt auch Bernhard Kroemer von der Coswiger Bürgerliste (CBL), ohne einen konkreten Namen zu nennen. Die CBL werde keinen eigenen Bewerber ins Rennen schicken.

Auch ohne es auszusprechen, ist schnell klar, um wem es geht. Thomas Schubert könnte vom Bürgermeister zum Oberbürgermeister aufsteigen. Selbst sein derzeitiger Chef, Frank Neupold (parteilos), würde sich freuen, wenn er seine Nachfolge antreten würde. Schubert, Jahrgang 1971, arbeitet seit 21 Jahren im Rathaus, ist seit 2000 als Kämmerer für die Stadtfinanzen zuständig. Sein Betriebswirtschaftsstudium hat er von 1991 bis 1997 an der TU Dresden absolviert. Er ist parteilos, sitzt aber für die CDU im Kreistag.

Anzeige
Die schöne Zeit des Jahres ist endlich da!
Die schöne Zeit des Jahres ist endlich da!

Die Sonne lacht und die Natur zeigt sich allmählich in ihrer vollen Pracht. Wer verbringt da nicht gern seine Freizeit im blühenden, duftenden Garten?

Der, von dem alle reden, will sich aber noch nicht äußern. „Das ist alles noch im Werden.“ Er beschäftige sich mit dem Thema, wolle nun aber erst die kommende Stadtratssitzung abwarten. Dabei soll der Wahltermin bestätigt werden.

Weil Frank Neupold sein Amt vorzeitig zum 31. Dezember abgibt, wird 2019 für die Coswiger zum „Superwahljahr“. Nach der Landtagswahl am 1. September sind die Wahlbüros am 3. November noch einmal für die Oberbürgermeisterwahl offen. Sollte ein zweiter Wahlgang nötig sein, wird dieser am 24. November stattfinden.

Bernhard Kroemer würde gern vermeiden, dass es zur Stichwahl kommt. „Ich bin dafür, dass wir uns auf einen Kandidaten einigen, der gegen einen möglichen AfD-Kandidaten antritt.“ Denn für Coswig wäre es eine Katastrophe, wenn die AfD diese Wahl gewinnt, ein Mann oder eine Frau an der Spitze von Rathaus und Stadtrat steht, den oder die kaum einer kennt. Zur Europawahl holte die Partei 31,1 Prozent der Stimmen und wird auch im Stadtrat mit sieben Sitzen vertreten sein. David Steinmann, der auf Listenplatz 1 stand, erhielt mehr als 3 700 Kreuze.

Er habe sich persönlich noch nicht damit beschäftigt, sagt Steinmann auf die Frage, ob er sich um das Amt des Rathauschefs bewerben will. „Ich muss mich erst einmal in die Arbeit als Stadtrat einarbeiten.“ Ob es einen anderen AfD-Kandidaten geben wird, stehe noch nicht fest. Ausgeschlossen sei es jedoch nicht.

„Wir werden das abhängig machen vom Resultat einer intensiven Bürgerbeteiligung in der Stadt“, so Steinmann. Wie genau diese aussehen wird, wird gerade erarbeitet. Spätestens zwei Monate vor der Wahl müssen die Parteien und Wählervereinigungen ihre Wahlvorschläge beziehungsweise die Einzelkandidaten ihre Kandidatur einreichen.

Olaf Lier, Chef des Coswiger Ordnungsamtes, ist CDU-Mitglied. Hat er vielleicht auch Ambitionen auf das Amt? „Ich verrate nichts“, lautet sein knapper Kommentar dazu.

Im ersten Wahlgang entscheidet die absolute Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Erreicht kein Kandidat diese Mehrheit, wird eine Neuwahl notwendig. Dabei entscheidet die einfache Mehrheit.

„Die Wahl muss im ersten Wahlgang gewonnen werden“, findet Bernhard Kroemer. Denn er befürchtet, dass die Coswiger bei einem weiteren Urnengang wahlmüde werden und damit die AfD gewinnen könnte. Die Europa- und Stadtratswahl habe gezeigt, dass es völlig egal ist, wen sie aufstellen. Die AfD könne trotzdem ein Drittel der Stimmen holen. „Deshalb werde ich alles dafür tun, dass es nur zwei Kandidaten geben wird. Ohne die Demokratie einzuschränken. Wer antreten will, soll das natürlich tun“, so Kroemer.

Aktuell sind die Stadträte noch mit einer anderen Sache beschäftigt. Die Fraktionsverhandlungen laufen. Wer sich mit wem im neuen Stadtrat zusammentut, sollte in der kommenden Woche entschieden sein. Die CDU wird acht Sitze haben, die AfD sieben. Die CBL vier, Linke und Grüne jeweils zwei und FDP, DSU und SPD jeweils einen. Die neugewählten Räte kommen im August zur ersten Sitzung zusammen.