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Wetter bremst B 178-Bau

Langer Winter, Regen – das Straßenbau-Landesamt wehrt sich gegen Kritik am Bau der Ortsumfahrung Herrnhut.

Von Matthias Klaus

Wie emsige Insekten machen sich die Bagger an der Böschung der neuen B 178 zwischen Obercunnersdorf und Niederoderwitz zu schaffen. Einer schaufelt von unten Gestein an den Hang, ein anderer drückt es von oben fest. Aus den Steinbrüchen in Mittelherwigsdorf und Ebersbach kommt das Material, das die Böden an den Schrägen vor dem Abrutschen schützen soll. Nur zwei Wochen sind es noch bis zur Verkehrsfreigabe des Abschnittes 3.2 der neuen B 178, der Ortsumgehung Herrnhut. Und noch gibt es viel zu tun. „Aber wir schaffen es“, sagt Lutz Günther. Der Leiter der Niederlassung Bautzen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

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Für eine noch nicht freigegebene Strecke herrscht hier reger Verkehr. Baufahrzeuge aller Art rollen über die neue Asphaltschicht. Ein paar Schilder fehlen noch, die werden in den kommenden Tagen angeschraubt. Die zugehörigen Metallhalterungen stehen schon. Rund 13 Kilometer Schutzplanken sind bereits angeschraubt, 310 000 Quadratmeter Rasen gesät. Sogar ein sachsenweit einmaliges Verfahren kommt an der Ortsumfahrung Herrnhut zum Einsatz: Schutzmatten für die Böschung aus Schafwolle. „Gras-Samen ist da bereits drin. Eine Deckschicht aus Mutterboden brauchen wir nicht. Im Frühjahr ist hier alles grün“, sagt Lutz Günther.

Eigentlich sollte die Ortsumfahrung ja bereits im Oktober fertiggestellt worden sein. Nun wird es erst kurz vor dem Jahresende. Anlass für Kritik von den Vorkämpfern für den Straßenneubau, der Interessengruppe B 178. Bei entsprechendem Willen, sagte deren Sprecher Michael Hiltscher der SZ, wäre die Freigabe ein halbes Jahr eher möglich gewesen. Lutz Günther schüttelt dazu nur den Kopf. „Mit großem Willen und mit großer Kraftanstrengung haben wir es geschafft, dass die Strecke überhaupt noch in diesem Jahr vor dem Winter freigegeben werden kann“, sagt der Niederlassungsleiter des Lasuv. Es gab demnach vor allem zwei Gründe dafür, dass der Bau in Verzug geraten ist. Zum einen der vergangene lange Winter. „Wir konnten erst im April mit den Arbeiten wieder richtig beginnen. Erst dann war der Frost aus dem Boden raus“, sagt Günther. Es folgten der Mai und der Juni, wo richtig rangeklotzt wurde und es folgte zum anderen das Hochwasser, der starke Regen. Ein herber Rückschlag für die B 178-Arbeiten. Weder Schotter noch Asphalt war damals auf der Straße. Der Boden – Schlamm. Warten, bis der wieder getrocknet ist, konnte sich das Lasuv nicht leisten. Also musste der aufgeweichte Boden raus, eine aufwendige Prozedur. Der nasse Boden musste teils in Zwischenlagern untergebracht werden. „Wir haben ihn einfach nicht losgekriegt“, sagt Lutz Günther. Bis nach Hirschfelde sind die Brummis damals schließlich gefahren, um die Erde loszuwerden.

Damals im Juni stand zur Debatte, dass die Ortsumfahrung erst im kommenden Jahr freigegeben werden könnte. Dass es trotz allem noch in diesem Dezember wird, sei vor allem seinen erfahrenen Mitarbeitern und den Baufirmen zu verdanken, sagt der Lasuv-Niederlassungsleiter. Trotzdem werde noch jeder Tag bis zur Freigabe des Abschnitts benötigt.

Die reichlich zehn Kilometer Straße sind bisher der größte Abschnitt der neuen B 178, der bisher fertiggestellt wurde. 54 Millionen Euro kostete die Ortsumfahrung Herrnhut zwischen Obercunnersdorf und dem Königsholz. Auf ein Wort