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Frühjahr zu trocken - Waldbrandgefahr

Dieser April ist rekordverdächtig. So wenig Regen gab es noch nie, sagen Wetterexperten. Das hat Folgen.

Die Waldbrandgefahr ist wegen der Trockenheit hoch: Stufe 3 herrscht im Süden des Kreises, im Norden sogar Stufe 4. Auch die Böden sind zu trocken.
Die Waldbrandgefahr ist wegen der Trockenheit hoch: Stufe 3 herrscht im Süden des Kreises, im Norden sogar Stufe 4. Auch die Böden sind zu trocken. ©  dpa (Symbolfoto)

Es war zwar nur ein privates kleines Feuer auf einem Grundstück am Waldrand gewesen. Es hätte aber auch in einem Waldbrand enden können. Zum Glück sind die Feuerwehrleute aus Beiersdorf und Oppach in der vorigen Woche schnell da gewesen und konnten Schlimmeres verhindern. Denn das kleine Feuer im Beiersdorfer Ortsteil Gebirge war außer Kontrolle geraten und hatte sich bereits über die Wiese in Richtung Waldrand ausgeweitet, wie der Beiersdorfer Wehrleiter Hagen Kettmann berichtete. Trockenheit und dazu Wind, das sind keine guten Bedingungen, um derzeit ein Lagerfeuer zu machen. 

Waldbrandgefahr ist hoch

Im Süden des Kreises herrscht aktuell immerhin Waldbrandwarnstufe 3  von 5 - und das bedeutet "mittlere Gefahr". Das liegt am trockenen und meist noch dazu windigen Wetter, schätzt der Landkreis die Lage ein. 

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Im Norden des Kreises, also um Bad Muskau, Boxberg und Weißwasser herum sieht es noch drastischer aus, hier weist der Landkreis bereits die höchste Gefahrenstufe aus. Das bedeutet hier wird sogar empfohlen, gar nicht mehr in den Wald zu gehen. Aber auch im Süden hat es in diesem Frühjahr schon Waldbrände gegeben. Seit Mitte März verzeichnen die Brandschützer in Oybin zum Beispiel schon zwei Waldbrände. Wie überall herrscht große Trockenheit im Zittauer Gebirge, hinzu kommt der böhmische Wind. Holz und Gestrüpp brennen bei diesen Bedingungen wie Zunder, warnen die Oybiner Wehrleute. 

Kaum Regen im April

Diese Beobachtungen bestätigen auch Wetterexperten. Während es im zurückliegenden Winter relativ viel geregnet hat, ist es seit März zu trocken. Im März sind 30 bis 40 mm Niederschlag gefallen. Das sind nur etwa 70 bis 90 Prozent des langjährigen Mittels für den Monat, sagt Jens Oehmichen, Vorhersagemeteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Und seit dem 12. März ist in der Oberlausitz kaum noch Regen gefallen. 

Lediglich am 20. März gab es noch einmal vier Millimeter Regen und am 29. März drei Millimeter, besagen die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes. "Das hat aber keine nennenswerte Durchfeuchtung des Bodens mehr gebracht", sagt Jens Oehmichen. Nach dem 29. März ist bis zum Freitag dieser Woche nahezu kein Niederschlag gefallen. 

Im April waren es bis einschließlich 15. April zwischen null und zwei Millimeter. Laut  langjährigem Mittel - das sind die Beobachtungen der Wetterexperten über viele Jahre -wären im April in der Südoberlausitz um die 50 Millimeter normal. Dieser April wird wohl deutlich darunter bleiben, das lässt sich jetzt schon sagen. "Wenn ich in die Vorhersage schaue, kann ich bis zum Ende der nächsten Woche keinen Niederschlag vorhersagen", so der Leipziger Meteorologe. "Dann ist beinahe das Ende des Aprils erreicht und wenn dann keine ergiebigen Schauer oder Gewitter nachfolgen, geht der April mit unter fünf Prozent der Niederschläge vom langjährigem Mittel in die Klimageschichtsbücher ein." 

Böden sind zu trocken

Das macht sich bereits in der Natur bemerkbar, so der Wetterexperte. An den Flusspegeln sei es zu erkennen und natürlich auch in der Bodenfeuchte macht sich das bemerkbar. "Die Vegetation muss hierzulande wieder mit einem deutlich zu trockenen Frühjahr zurechtkommen", so seine Einschätzung. 

Die extreme Trockenheit im April bestätigt auch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie - und beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Denn die Oberböden sind schon relativ stark ausgetrocknet, schildert Sprecherin Karin Bernhardt. Das könne die Frühjahrskulturen beeinträchtigen, die jetzt ausgebracht werden. Das sind zum Beispiel Sommergerste, Erbsen, Ackerbohnen, Mais und Zuckerrüben. Sie könnten nicht so gut keimen durch die Trockenheit. Den Landwirten empfiehlt das Landesamt deshalb, die Saaten, die noch kommen, jetzt tiefer einzubringen. Nur so könnten die Keimlinge genügend Wasser bekommen.  

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Bleiben die Niederschläge so gering, sind trotzdem Auswirkungen auf das Wachstum der Sommerkulturen zu befürchten, so Frau Bernhardt. Aber auch beim Winterraps, der jetzt noch wächst, könnte es Ertragseinbußen geben. Er wird hauptsächlich zur Herstellung von Öl verwendet. Wenn sich die Wurzeln gut entwickelt haben und tief genug reichen, werden sie zwar noch ausreichend mit Wasser versorgt. Regnet es aber weiterhin wenig, könnte es eng werden. 

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