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Dippoldiswalde

80 Zentimeter weniger Schnee als 2018/19

Die Wetterbeobachter registrierten einen milden und stürmischen Februar. Gleich zu Beginn stieg das Thermometer auf 16 Grad Celsius. Schnee gab es nur ganz oben.

Am 4. Februar hatte es in Zinnwald geschneit. Urlauber freuten sich am Hotel Lugsteinhof über den Schnee.
Am 4. Februar hatte es in Zinnwald geschneit. Urlauber freuten sich am Hotel Lugsteinhof über den Schnee. © Egbert Kamprath

Sebastian Wetzel und Norbert Märcz

Nach einem für Wetterbeobachter sehr langweiligen Januar, kamen alle Wetterfreunde im Februar wieder voll auf ihre Kosten. Fast der ganze Monat war geprägt von einer regen Westströmung mit milden und nassen Luftmassen. Rekorde wurden erneut eingestellt. Aber zuerst der Monatsverlauf:

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Gleich der 1. Tag war sehr warm mit bis zu 16 °Celsius in und um Dohna und exzellenter Fernsicht. Vom 2. bis 4. überquerte aus Nordwest ein Regengebiet unsere Region. Dabei wurde bereits das Monatssoll an Niederschlag erreicht. Die Sicht sank auf weniger als acht Kilometer. In Zinnwald bildete sich bis zum 6. eine 36 Zentimeter hohe Schneedecke. Pünktlich zu den Winterferien.

Doch unterhalb von Bannewitz-Wilmsdorf (300 Meter NN) blieb das „Weiß“ flüssig. Einzig vom 8. bis 11. konnte von einer sonnigen Phase die Rede sein. Auf diesen Zeitraum fiel auch „Orkan Sabine“. In der Nacht zum 10. erreichte der Wind, von Gewitter begleitet, die Stärke 10 in Zinnwald (92 km/h) und selbst im tiefen Dohna (130 Meter NN) 76 km/h (Bft 9).

Die Winterferien über schien die Sonne sehr dürftig. Wenn auch nicht so viel und so andauernd, gab es doch fast täglich Niederschläge. Die Schneehöhe in Zinnwald erreichte am 13. immerhin 39 Zentimeter. Am 17. wurde es dann mit „Orkan Victoria“ auch im Dresdner Raum stürmisch genauso wie am 23. mit „Orkan Yulia“. Immer im Gepäck mit Graupelschauern, teils Gewitter. 

Davor jedoch brach mit 9 bis 16 grad Celsius sehr milde andalusische Luft zu uns herein. Dabei sank die Luftfeuchte auf unter 20 Prozent. Im letzten Monatsdrittel begann bereits der phänologische Frühling - einen Monat vor dem eigentlichen Termin. 

Mit aller Macht wollte zwar „Tief Charlotte“ noch einen Wintereinbruch einleiten, aber es sollte einfach nicht reichen für einen Tieflandwinter. An der Wetterstation in Zinnwald stieg die Schneehöhe zwar nochmal an, bei 24 Zentimeter war aber auch hier Schluss.

© Wetterverein ZG e.V.

Die Temperaturunterschiede von 0,3 Grad Celsius in Zinnwald bis 6,3 Grad Celsius in Dohna lassen eher einen März erwarten. Die Abweichung vom Mittel entspricht im Tiefland bis zu 5,5 Kelvin. Auf dem Erzgebirgskamm „nur“ 3,5 Kelvin. Nach 1990 war es der wärmste Februar seit dem 19. Jahrhundert. 

An vier Tagen blieb Zinnwald frostfrei - Köttewitz den ganzen Monat. Selbst im frostanfälligen Dohna maß das Thermometer nur siebenmal Temperaturen unter 0 Grad Celsius und somit weniger als 50 Prozent vom Mittel. Ebenso viele Tage herrschte an der Wetterstation in Zinnwald Dauerfrost. Eigentlich wäre diese Häufigkeit auch normal für das Elbtal. 

Im Landkreis fiel an 26 Tagen Niederschlag (in Dohna an 23). Einen festen Anteil beobachten die Wetterleute zwischen acht- (Dohna) und 20-mal (Zinnwald). Trotzdem blieb der Februar nur auf dem Erzgebirgskamm über längere Zeit weiß. Die Monatssummen von 78 bis 159 Liter pro Quadratmeter in Köttewitz bzw. Zinnwald wichen um fast 150 Prozent vom Klimamittel ab. 

Dafür hingen die Sonnenstunden dem Soll hinterher. Auf dem Erzgebirgskamm gar um die Hälfte. Besonders auffällig waren die hohen Windgeschwindigkeiten und die gute Fernsicht. Im Gebirge verging kein Tag ohne Starkwind, sogar in den Tälern des Tieflandes war mäßiger Wind die Ausnahme. Die stärkste Böe maß das Zinnwalder Anemometer am 10. Februar mit 92 Kilometer pro Stunde. Sichtweiten von mindestens 50 Kilometern gab es an 12 bis 19 Tagen. Die Schneekoppe sichtete der Beobachter am 19. vom Kamm aus. 

Nur an der Wetterstation bildete sich eine wintersporttaugliche Schneedecke. 23 Tage mit mindestens zehn Zentimetern lassen keinen milden Februar erwarten, jedoch blieb selbst Altenberg oft matschig statt weiß und im Vergleich zum Vorjahr war die durchschnittliche Schneehöhe an der ehemaligen Wetterwarte 80 Zentimeter niedriger.

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