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"Mit offenen Augen durch die Welt laufen"

Norbert Kupler aus Stroga ist seit 40 Jahren phänologischer Beobachter im Ehrenamt. Dafür gab es jetzt eine Medaille.

Norbert Kupler (li) erhielt die Ehrung von Falk Böttcher von der Abteilung Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig.
Norbert Kupler (li) erhielt die Ehrung von Falk Böttcher von der Abteilung Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig. © Foto: privat

Stroga. 2020 ist für Norbert Kupler ein besonderes Jahr. Er wird 75 Jahre alt, wohnt seit 50 Jahren in Stroga - und ist seit 40 Jahren ehrenamtlicher phänologischer Beobachter für den Deutschen Wetterdienst. Dafür wurde er jetzt geehrt mit der Verdienstmedaille zum Verdienstorden der Bundesrepublik durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. 

Phänologie - das ist die Lehre von den im Jahresablauf periodisch auftretenden Erscheinungen in der Pflanzen- und Tierwelt, zum Beispiel Ankunft der Zugvögel, Obstblüte, Fruchtreife, Laubfall. Aus den Beobachtungen lassen sich unter anderem Rückschlüsse auf die klimatologischen Verhältnisse schließen. Rein praktisch bedeutet das für Norbert Kupler: "Man muss mit offenen Augen durch die Welt laufen." Und so ist er sehr oft in der Natur unterwegs. Seine Beobachtungen notiert er in seinem Kalender, arbeitet die Notizen dem Deutschen Wetterdienst zu. 

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Für den DWD sind die Zuarbeiten, die deutschlandweit durch rund 1.300 Ehrenamtliche geleistet werden, von enormer Bedeutung. Denn die Informationen dienen beispielsweise der Bereitstellung von Beratungsinformationen für die Landwirtschaft und für Pollenallergiker, der Feststellung von Veränderungen in den Eintrittszeiten bestimmter Pflanzenentwicklungsstufen vor dem Hintergrund des Klimawandels sowie der Datenbereitstellung für die "Aneichung" von Satelliteninformationen. 

Dass Norbert Kupler eng mit der Natur verbunden ist, liegt schon von Berufs wegen auf der Hand. Er hat eine Lehre als Baumschulist absolviert, sein Ingenieur-Diplom im Obst- und Gemüsebau erworben und bis zur Wende im ehemaligen Volkseigenen Gut Stroga gearbeitet. Hier betreute er von 1970 bis 1972 auch eine Klimastation des Wetteramtes Dresden. Nebenher begann er, sich mit der Phänologie zu beschäftigen, das heißt, Pflanzen zu beobachten und deren Entwicklungsphasen vom Blatttrieb über die Blüte- und Reifezeit bis zur Laubfärbung und zum Blattfall festzuhalten. Bis heute hat ihn das nicht losgelassen.


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