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Wettiner Hof krempelt sein Restaurant um

Nach mehr als drei Monaten macht die Gaststätte in Riesa wieder auf. Neu ist nicht bloß die Einrichtung.

Das Restaurant im Wettiner Hof heißt jetzt Spirit. Die Idee für den Namen kam gemeinsam mit der Familie, sagt Betreiber Jürgen Gollos.
Das Restaurant im Wettiner Hof heißt jetzt Spirit. Die Idee für den Namen kam gemeinsam mit der Familie, sagt Betreiber Jürgen Gollos. © Sebastian Schultz

Riesa. Das Restaurant im Wettiner Hof in Riesa hat sich herausgeputzt: In der Ecke flackert der Elektrokamin, darüber zeigt ein Bild den Blick zum Riesaer Stadtpark. Die alten Sitzmöbel aus den 90er Jahren sind moderneren Stühlen und Tischen gewichen, es dominieren Rottöne und Holzoptik. Zwischen Küche und Theke gibt es jetzt eine Durchreiche samt Wärmelampe. Das spart Wege für die Mitarbeiter, die sonst immer in die Küche mussten, um das fertige Essen abzuholen.

Seit Mitte Februar war der Betreiber mit den Umbauarbeiten beschäftigt. Im Grunde flog das gesamte Mobiliar raus, sagt Hotelbetreiber Jürgen Gollos. Am Donnerstag vor Pfingsten hat er sich Zeit für ein Gespräch genommen. Am nächsten Abend wollen er und das Personal die ersten Gäste empfangen. Noch herrscht aber Betrieb in der Gaststätte: Die Handwerker haben noch mit einigen Schönheitsreparaturen zu tun, außerdem wird im Sanitärbereich gearbeitet. Das Gros der Arbeiten aber ist fertig, inklusive des Beleuchtungssystems, das sich zentral regeln lässt. "Wir können jetzt quasi das gesamte Farbspektrum abdecken und damit auch Stimmungen erzeugen", sagt Jürgen Gollos. 

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Kaminecke im Eingangsbereich, modernere Möbel: Seit mehr als 20 Jahren war das Mobiliar im Restaurant nicht mehr modernisiert worden. Das neue Konzept soll Jung und Alt ansprechen, hofft Jürgen Gollos.
Kaminecke im Eingangsbereich, modernere Möbel: Seit mehr als 20 Jahren war das Mobiliar im Restaurant nicht mehr modernisiert worden. Das neue Konzept soll Jung und Alt ansprechen, hofft Jürgen Gollos. © Sebastian Schultz

Während die Handwerker die letzten Handgriffe vornehmen, wird in der Küche nebenan schon gekocht. Die erste Mahlzeit im neu eingerichteten Gastraum gebührt dem Personal. Denn mit der Neueröffnung wurde auch die Karte noch einmal angepasst, erzählt Jürgen Gollos. "Wir wollen auch in Zukunft Abwechslung anbieten." Um dem Gast auch mal eine Empfehlung geben zu können, müssen die Servicekräfte natürlich erst einmal wissen, wovon sie sprechen. "Das Probekochen wird wohl bis in den Nachmittag dauern. Auf dem Plan stehen zwei Suppen, fünf bis sieben Hauptgerichte und Desserts", sagt der Hotelbetreiber, während gerade ein Garnelengericht aufgetischt wird. 

Essen für ein schönes Erlebnis

Neu sind nicht nur Mobiliar und Karte; neu ist auch der Name. "Spirit" heißt das Restaurant jetzt. "Ich saß mit der Familie auf der Terrasse, und wir haben uns alle möglichen Namen zugerufen." Wer letztlich den Gedanken hatte, weiß er nicht mehr. Aber mit dem Ergebnis ist er zufrieden. Nicht nur, weil es für Spirit sehr viele Übersetzungen gibt. "Das steht für ein Lebensgefühl, das wir hier gerne vermitteln wollen. Essen gehen, um ein schönes Erlebnis zu haben, nicht einfach nur, um satt zu werden." 

Mit der Modernisierung will der Hotelbetreiber auch neue Gäste gewinnen - ohne dabei die alten zu verlieren. Deshalb sollen bei allen neuen Gerichten die Klassiker auf der Karte bestehen bleiben. Ob es klappt, darüber entscheiden letztendlich die Gäste. Das Pfingstwochenende jedenfalls sei schon gut gebucht, nur am Freitagabend werde es wohl etwas gemütlicher zugehen, schätzt Jürgen Gollos. 

Blick in den neuen Gastraum. Die Leiter steht noch, ein paar Restarbeiten gibt es einen Tag vor der Eröffnung noch zu tun. Derweil probieren sich die Mitarbeiter im Hintergrund durch die neuen Gerichte.
Blick in den neuen Gastraum. Die Leiter steht noch, ein paar Restarbeiten gibt es einen Tag vor der Eröffnung noch zu tun. Derweil probieren sich die Mitarbeiter im Hintergrund durch die neuen Gerichte. © Sebastian Schultz

Mehr als 100.000 Euro hat der Hotelbetreiber in die Modernisierung des Restaurants gesteckt. In diesem Jahr sollen außerdem noch die Hotelzimmer nach und nach entkernt und neu eingerichtet werden. Die Ersten sind schon in Arbeit, trotz Corona-Krise. 

Die bleibt natürlich auch im Wettiner Hof nicht ohne Folgen. Im Restaurant stehen weniger Tische und Stühle als sonst. Und während der Umbauarbeiten war die Gaststätte komplett geschlossen gewesen; eigentlich hatte der Wettiner Hof zuvor geplant, in seinem Weinkeller weiterhin zu servieren. Der blieb auch zu, als wieder gelockert wurde. "Wir haben die Zeit dann genutzt, um hintereinander weg zu arbeiten", sagt Gollos. Die Sanitäranlagen wären sonst wahrscheinlich erst im laufenden Betrieb modernisiert worden.

Hotelbetten bleiben leer

Er sei nun gespannt, wie es losgeht. Bis auf die Bestuhlung sei die Umstellung nicht besonders groß. "Mit Hygienebestimmungen haben wir in der Gastronomie ja ohnehin zu tun." Gollos ist optimistisch, dass die Gäste kommen. Deutlich schwieriger werde es wahrscheinlich, im Hotelbetrieb zur Normalität zurückzukehren. "Wir haben vorzugsweise gewerbliche und Veranstaltungsgäste." Beides fällt zurzeit weg. Bleibt die Hoffnung auf Touristen, die jetzt vielleicht vermehrt den Elberadweg nutzen.

Gollos setzt darauf, dass Ende des Jahres wieder Veranstaltungen in Riesa möglich sein werden. "Den Veranstaltungs-Tourismus brauchen wir dringend - ebenso wie die Investitionen der Gewerbetreibenden." 

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