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Wettrennen um die Gelder aus Brüssel

Das Elbe-Röder-Dreieck bastelt an einer Entwicklungsstrategie. Warum vor Mitte 2015 keine Zuschüsse fließen werden.

Von Susanne Plecher

Die Summe klingt erst einmal gigantisch: 455 Millionen Euro stehen dem Land Sachsen in der neuen EU-Förderperiode für Projekte im ländlichen Raum zur Verfügung. Überlegt man sich, dass die Förderperiode sieben Jahre dauert, also von 2014 bis 2020 gehen wird, und es im Freistaat viele unterstützenswerte Projekte gibt, relativiert sich das Ganze.

City-Apotheken Dresden
365 Tage für Patienten da
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Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Künftig werden, anders als bisher, auch nicht mehr nur die Regionen mit den besten Konzepten um die begehrten Mittel wetteifern. Es soll vielmehr ein flächendeckender „Leader“-Status für ganz Sachsen angestrebt werden. Im Klartext heißt das: Es wird enger. Aber – und darin sehen zumindest die Planer des Architektur- und Ingenieurbüros Kasparetz-Kuhlmann eine vielversprechende Chance – auch lokaler. Martina Kasparetz-Kuhlmann und ihr Ehe-und Geschäftspartner Uwe Kuhlmann haben am Donnerstagabend in Wülknitz den Vereinsmitgliedern des Elbe-Röder-Dreiecks grundsätzliche Rahmenbedingungen und wichtige Neuerungen der aktuellen Förderperiode vorgestellt.

Ganz neu ist, dass künftig Geld nur in Maßnahmen fließen wird, die die örtliche Bevölkerung selbst vorantreibt. Die zentrale Vergabe aus Dresden ist also Geschichte. Lokale Selbstbestimmung, direkte Gestaltungsmöglichkeiten in den einzelnen Regionen, aber auch mehr Verantwortung und mehr Arbeit, stehen nun an. „Es gibt lokale Budgets, lokale Entscheidungen und lokale Prioritäten“, fasst Martina Kasparetz-Kuhlmann zusammen. Die zu setzen, darin liegt die erste Aufgabe der Vereinsmitglieder. Bis Anfang Juli müssen sie nun zusammentragen, wofür sie sich künftig Geld erhoffen. „Das ist die wichtigste Grundlage für die Festlegung des lokalen Budgets“, so die Planerin. Jeder der gut 31 000 Einwohner des Elbe-Röder-Dreiecks mit seinen sieben Kommunen kann eigene Vorschläge einreichen. Das Regionalmanagement hat dafür auf seiner Homepage ein Formular hinterlegt. Die Ideen werden später gesichtet und nach Schwerpunkten zusammengefasst. Bis zum 31. Juli muss ein Zwischenergebnis beim Sächsischen Landwirtschaftsministerium eingereicht werden. „Das ist sportlich“, so die Planer.

Was gefördert wird, ist bislang unklar. Aber Kasparetz-Kuhlmann gehen davon aus, dass „alles, was förderfähig war, es auch bleiben wird“. Allerdings bietet die neue Förderperiode auch die Möglichkeit, in die weichen Faktoren zu gehen und sich noch mehr als bisher Dingen zu öffnen, die das Lebensgefühl und die Bleibebereitschaft in der Region stärken. „Sie besteht schließlich nicht nur aus Straßen, Plätzen und Häusern“, so Martina Kasparetz-Kuhlmann. Schon während der Sitzung kristallisierten sich lokale Schwerpunkte heraus. So sehen viele Mitglieder Handlungsbedarf im Bereich Natur und Umwelt, hier besonders im Flutschutz. Auch soziale Belange sollen mehr unterstützt werden.

Eine endgültige Beschlussfassung, die übrigens von den Gemeinde- und Stadträten abgesegnet werden muss, erwartet die Landesregierung bis Mitte Januar 2015. Erst dann wird sie sich überlegen, wie die 455 Millionen Euro im Freistaat zu verteilen sind. „Mit neuem Geld wird daher nicht vor Mitte 2015 zu rechnen sein“, sagt Regionalmanager Hannes Clauß. Abgesehen von wenigen Überhängen könne man bis dahin keine Förderanträge mehr stellen.

Hier finden Sie das Formular: www.elbe-roeder.de