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WGP kontrolliert auf gefährliche Keime

Pirnas Wohnungsgesellschaft WGP hat Warmwasser-Anlagen auf Legionellen getestet. Das Ergebnis ist gut, aber nicht billig.

Von Christian Eissner

Probleme wie bei der Dresdner Gagfah werde es bei Pirnas größtem Vermieter, der städtischen Wohnungsgesellschaft WGP, nicht geben. Das verspricht WGP-Geschäftsführer Jürgen Scheible. Nach den Meldungen, dass im Warmwasser eines Dresdner Mietshauses Legionellen gefunden wurden, fragten Pirnaer Mieter, ob so etwas auch in Pirna passieren könne, und wie die WGP die Bakterienbelastung des Warmwassers kontrolliert.

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Laut der neuen bundesweit gültigen Trinkwasserverordnung müssen Vermieter bis Jahresende erstmals Legionellentests durchführen, und zwar in allen Warmwasseranlagen mit mehr als 400 Litern Inhalt. Diese Tests müssen mindestens aller drei Jahre wiederholt werden. Die WGP habe auf die Gesetzesnovelle schnell reagiert und die vorgeschriebene Erstuntersuchung bereits im Februar dieses Jahres abgeschlossen, erklärt Jürgen Scheible. Insgesamt seien in den 185 zu überprüfenden Warmwasseranlagen der WGP-Häuser 953 Proben gezogen worden. Dabei habe man in 18 Fällen eine geringfügige Überschreitung des meldepflichtigen Grenzwertes von 100 KbE (Koloniebildende Einheit) pro hundert Milliliter festgestellt. 16 Mal habe man erhöhte Werte in Wohnungen und zweimal bei Hausanschluss-Stationen gefunden.

Werte von über 10 000 KbE wie bei dem Dresdner Fall, die eine ernste Gesundheitsgefahr darstellen, habe es aber in den Häusern der WGP nicht gegeben. Zudem habe man auf die festgestellten Beanstandungen sofort reagiert. Einen Legionellenbefall in den Griff zu bekommen sei eigentlich nicht kompliziert, erläutert Jürgen Scheible. Oft bringe schon das Durchspülen der Leitungen und eine Temperaturerhöhung in den betroffenen Anlagen auf über 60 Grad Celsius den gewünschten Erfolg, denn Legionellen vermehren sich in stehendem Wasser bei Temperaturen zwischen 20 und 50 Grad. Nachproben seien ohne Beanstandung gewesen. Legionellen sind Bakterien, die, mit Wasserdampf eingeatmet, eine schwere Lungenentzündung, die sogenannte Legionärskrankheit, auslösen können. Um Mieter vor dieser Gefahr zu schützen, schreibt die Trinkwasserverordnung einen regelmäßigen Test bei Warmwasseranlagen vor.