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Widerstand gegen Schulpläne der Stadt

Eine Förderschule soll von der Südvorstadt nach Pieschen ziehen. Das missfällt nicht nur den Lehrern. Die haben nun Unterstützer gefunden.

Dass dieses Thema lange und heftig im Ortsbeirat Plauen diskutiert wird, hatte Dresdens Schulamtsleiter Falk Schmidtgen schon vorher gewusst. Dass ihm dabei aber der geballte, einstimmige Widerstand über alle Parteien hinweg entgegenschlägt, so schlimm hatte er es sich nicht ausgemalt. Am Dienstagabend stellte Schmidtgen die Ideen zum neuen Schulnetzplan öffentlich in dem Gremium vor. Das Papier regelt, wo es künftig welche Schule in der Stadt gibt und mit welchen Mitteln genug Klassen für die prognostizierten Schülerzahlen gebildet werden können.

Das Ortsamtsgebiet Plauen macht der Stadt dabei vor allem bei den Grundschülern Probleme. Langfristig fehlt in den sieben Grundschulen der Platz für eine Klasse, also maximal 28 Kinder. Zudem fehlt schon jetzt der Platz für zusätzliche Kinder, die in der Förderschule für geistig Behinderte auf der Schweizer Straße lernen können. Deshalb soll genau diese Schule nun umziehen. Von der Südvorstadt nach Pieschen in die Konkordienstraße. So entsteht in der Südvorstadt mehr Platz für nicht behinderte Grundschüler. Schmidtgen weiß, dass dieser Vorschlag nur schwer zu verkaufen ist. „Die Verlegung der Schule ist kein guter Vorschlag“, sagt er. Eine Alternative gebe es aber nicht.

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Das sehen die Plauener anders. Schon lange wünschen sie sich, dass die ehemalige Grundschule an der Cämmerswalder Straße wiederbelebt wird. Dort wäre genug Platz für noch mehr Grundschüler aus dem Stadtteil, sagt FDP-Ortsbeirat Dietmar Keil. Zuletzt hatte das Plauener Gremium im Frühjahr einen entsprechenden Antrag an die Stadt geschickt. Bisher gab es dafür stets Absagen aus dem Schulverwaltungsamt. „In diesem Bereich gibt es einfach keinen Bedarf für noch eine Grundschule“, sagt Schmidtgen.

Unterstützung für den Vorschlag kommt von Corinna Schaller, Leiterin der Robinsonschule für geistig Behinderte in der Südvorstadt. Lehrer und Eltern wollen in der Südvorstadt bleiben. „Die Schule in der Konkordienstraße entspricht nicht unseren Ansprüchen“, sagt sie. „Es müsste eine dritte staatliche Schule für geistig Behinderte in Dresden geben.“ Die Ortsbeiräte schlossen sich einstimmig dieser Forderung an. Sie stimmten gegen den Umzug der Robinsonschule und sprachen sich für die Wiedergründung der Schule an der Cämmerswalder Straße aus. „Wir sehen die Probleme. Wir sehen aber keine Lösungen“, sagte Michael Hauck (Freie Wähler). „Zeigen Sie doch mal Stärke und ziehen sie den Umzug zurück“, lautete seine Forderung an Schmidtgen. Darüber muss nun der Stadtrat beschließen. (SZ/acs)