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Wie aus Beuteln gelbe Tonnen werden

Der Entsorger will im Dezember die Behälter für den Norden des Landkreises Görlitz ausliefern. Der Lieferant lässt aber noch auf sich warten.

Von Steffen Gerhardt
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Die Container stehen zur Auslieferung in Niesky bereit. Was noch fehlt, sind die Gelben Tonnen. Ab Dezember sollen sie verteilt werden.
Die Container stehen zur Auslieferung in Niesky bereit. Was noch fehlt, sind die Gelben Tonnen. Ab Dezember sollen sie verteilt werden. ©  André Schulze

Mit dem neuen Jahr sollen Wertstoffe nur noch über die Gelbe Tonne entsorgt werden. Die gelben Plastiksäcke haben dann ausgedient, so lautet die Festlegung des Regiebetriebes Abfallwirtschaft des Landkreises Görlitz.

Betroffen davon ist das Gebiet des ehemaligen Niederschlesische Oberlausitzkreises. Das heißt, dass bis dahin die Grundstücke mit Gelben Tonnen ausgestattet sein müssen. „Grundsätzlich ist geplant, die flächendeckende Ausstattung mit Gelben Tonnen bis Ende des Jahres zum Abschluss zu bringen“, informiert der Regiebetrieb.

Dafür zuständig ist die Niederschlesische Entsorgungsgesellschaft (NEG), die die Abfallentsorgung und Wertstofferfassung im nördlichen Landkreis durchführt. Prokurist Joachim Sauer sagt, dass sein Betrieb noch auf die Gelben Tonnen wartet. „Der Auftrag wurde zu spät ausgelöst, um die Behälter rechtzeitig ausliefern zu können“, sagt Sauer. Auf dem Nieskyer Wertstoffhof stehen bisher nur die gelben Container, die in Wohnsiedlungen ihren Platz haben werden. Joachim Sauer rechnet damit, dass diese und kommende Woche die Gelben Tonnen, die 240 Liter fassen, in Niesky angeliefert werden. Sind sie da, beginnt die Auslieferung an die Grundstückseigentümer beziehungsweise Vermieter.

Behälter werden grundstücksspezifisch verteilt

21 000 Behälter sind bestellt, und die wollen verteilt sein. Dafür hat die NEG zusätzliche Kapazitäten geordert, also Kraftfahrzeuge und Leute von anderen Firmen. Wann und wo welche Tonnen ausgeliefert werden, darüber kann die NEG keine Auskunft geben. „Das hängt von den stark variierenden Lieferzeiten der Tonnenhersteller ab“, sagt Joachim Sauer. Die Behälter werden auch nicht auf die einzelnen Haushalte verteilt, sondern grundstücksspezifisch und in Abhängigkeit, wie viele Menschen dort wohnen. So wird eine 240-Liter-Tonne für sechs Personen gerechnet.

Die Großvermieter werden vor allem mit den Containern versorgt, die 1,1 Kubikmeter an Wertstoffen schlucken. Darauf vorbereitet sind sie, sagt Geschäftsführer Wilhelm Fischer von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) in Niesky. Bereits jetzt sind gelbe Tonnen im Einsatz. Mit der generellen Umstellung soll dann allen Mietern die Möglichkeit gegeben werden, ihre Wertstoffe in den Behältern zu entsorgen. Natürlich nehmen die gelben Container mehr Stellfläche in Anspruch als gelbe Säcke. Daher bleibt es nicht aus, dass an manchen zentralen Mülllagerungsplätzen die Gatter vergrößert werden müssen, damit die zusätzlichen Behälter Platz haben. „Wo Bedarf ist, werden die Umhausungen verändert, ansonsten sehen wir keine größeren Probleme mit der Umstellung auf uns zu kommen“, sagt Wilhelm Fischer.

Das Gleiche ist auch von der Nieskyer Wohnungsbaugenossenschaft (Wobag) zu hören. Prokuristin Sandra Semmer berichtet, dass der Bedarf durch die NEG ermittelt ist. Sollte es an einigen Standorten eng werden mit dem Abstellen der Behälter, werden die Plätze vergrößert.

Bürger sollen nicht bezahlen müssen

Die Frage, ob der Bürger für die Gelbe Tonne bezahlen muss, verneint der Regiebetrieb. Denn finanziert wird dieses Sammelsystem nicht über die Abfallgebühren, sondern über ein Lizenzentgelt, das die Hersteller und Vertreiber von Verpackungen für jedes Stück an die sogenannten Dualen Systeme entrichten. Bereits das Entsorgen des Gelben Sackes war für die Bürger kostenlos. Dieser soll mit dem neuen Jahr „aussterben“, vorausgesetzt, die Gelben Tonnen stehen wie geplant bereit.

Die NEG rechnet damit, dass der Gelbe Sack die Wertstoffentsorgung noch eine Weile begleiten wird, denn nicht wenige Haushalte haben sich einen Vorrat an Sack-Rollen zugelegt. Bürger und Hauseigentümer sind nicht verpflichtet, die Gelbe Tonne zur Entsorgung des Verpackungsabfalls zu nutzen. Darauf verweist der Regelbetrieb. Jedoch müssten diese Abfälle dann selbst zum Wertstoffhof gebracht werden. Und: Am Entsorgungsrhythmus ändert sich nichts. Er bleibt so wie bei den Gelben Säcken bisher. 

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