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Wie aus Schülern junge Forscher werden

Die Stadt Hartha bekommt Geld für eine Kooperation zwischen dem Kurt-Schwabe-Institut und den Schulen. Jetzt ist auch der Vertrag unterzeichnet.

Zehntklässler Robert Arnold (rechts) will in den Sommerferien ein Praktikum am Kurt-Schwabe-Institut absolvieren. Institutsleiter Prof. Dr. Michael Mertig gibt ihm schon mal die ersten Informationen.
Zehntklässler Robert Arnold (rechts) will in den Sommerferien ein Praktikum am Kurt-Schwabe-Institut absolvieren. Institutsleiter Prof. Dr. Michael Mertig gibt ihm schon mal die ersten Informationen. © Lutz Weidler

Hartha. Das Fach Physik findet Robert Arnold spannend. Besonders die Elektrizitätslehre hat es dem Zehntklässler vom Martin-Luther-Gymnasium in Hartha angetan. Während der Sommerferien will er ein zweiwöchiges Praktikum am Kurt-Schwabe-Institut in Meinsberg absolvieren.

Sein Praktikum wird bereits Bestandteil eines Projektes sein, für das der Staatsminister für Regionalentwicklung Thomas Schmidt (CDU) und Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) am Freitag den entsprechenden Vertrag unterzeichnet haben. Die Stadt hatte sich am Wettbewerb simul+ „Ideen für den ländlichen Raum“ beteiligt und dafür ein Preisgeld in Höhe von 300.000 Euro bekommen.

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Im Autohaus Dresden gilt: Wenn Mitarbeiter gute Leistungen zeigen, dürfen sie ihr ganzes Potential entfalten. Da ist so mancher schnelle Aufstieg möglich.

Kommune, Martin-Luther-Gymnasium und Pestalozzi-Oberschule sowie das Kurt-Schwabe-Institut Meinsberg (KSI) verfolgen dabei einen innovativen Ansatz zur Nachwuchsförderung in der ländlichen Region. Untergliedert ist die Zusammenarbeit in drei Kategorien. So ist geplant, einen speziellen Wahlgrundkurs für naturwissenschaftlich besonders interessierte Schüler aufzubauen. Dazu werden in enger fachlicher Abstimmung zwischen den Fachlehrern beider Schulen und wissenschaftlichen Mitarbeitern des KSI Inhalte aus der aktuellen Forschung in den Wahlgrundkurs MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) eingearbeitet.

Schüler lernen in der Forschung

Zur besseren Veranschaulichung der Lerninhalte ist geplant, Schülergruppen zu ausgewählten Themen im KSI in Form von Schülerpraktika zu betreuen. Diese können sowohl in den Ferien, wie im Fall von Robert Arnold, als auch während der für Praktika vorgesehenen Schulzeiten absolviert werden.

KSI-Institutsleiter Prof. Dr. Michael Mertig freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. „Die Schüler bekommen eine kleine Forschungsaufgabe, die sie gemeinsam mit einem Betreuer lösen. Gleichzeitig bekommen sie die Möglichkeit, das Institut kennenzulernen“, so Mertig. Dazu gehöre zum Beispiel, dass sie am Elektronenmikroskop sitzen oder ein biologisches Experiment machen.

Der zweite Maßnahmenblock des Projektes befasst sich mit der Weiterentwicklung des sogenannten Schilf-Konzeptes. Damit ist die schulinterne Lehrerfortbildung gemeint. Um das Interesse Schüler an Naturwissenschaften zu wecken und die Inhalte des Fachunterrichtes, insbesondere Physik, Chemie und Biologie, mit aktuellen Forschungsinhalten zu beleben, ist eine gezielte Weiterbildung der Fachlehrer vorgesehen.

Moderne Sensorkonzepte und Messprinzipien, innovative Verfahren der komplexen Datenauswertung aus der aktuellen Projektarbeit des KSI werden in die Lehrpläne der Lehrerfortbildung eingearbeitet. Der Wissenstransfer erfolgt dabei durch Vorträge wissenschaftlicher Mitarbeiter oder während Exkursionen der Fachlehrer ins Institut.

Schließlich soll das Projekt auch für die Berufsberatung und Studienvorbereitung einen Vorteil bringen. Zum einen für die Schüler, die bereits ab der 8. Klasse Ausbildungswege aufgezeigt bekommen sollen. Damit soll es ihnen ermöglicht werden, später einmal in interessanten technischen Berufen in Unternehmen der Region tätig zu werden.

Doch auch die Firmen und Institute sollen davon profitieren. „Im Kurt-Schwabe-Institut werden in den nächsten zehn Jahren die Hälfte aller Plätze frei, weil die Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden“, macht Professor Michael Mertig schon einmal Werbung für künftige Arbeitskräfte. Doch dieser Fakt betreffe nicht nur das KSI, sondern eine Vielzahl innovativer Unternehmen.

Neue Technik für die Schulen

Doch nicht nur die ideellen Punkte sind wichtig, sondern auch materielle Unterstützung für die Schulen. So soll von einem Teil des Geldes für das Gymnasium ein Elektronenmikroskop angeschafft werden. Zudem wünscht sich Schulleiterin Heike Geißler einen Satz Tablets. Als Laufzeit sind zunächst drei Jahre geplant.

Doch laut Institutsdirektor Prof. Dr. Michael Mertig und Harthas Bürgermeister Ronald Kunze soll das Projekt langfristig angelegt sein. „Das Preisgeld ist eine Anschubfinanzierung. Das kann noch mit Fördermitteln angereichert werden. Wir hoffen, dass das Projekt später zum Selbstläufer wird“, ist der Bürgermeister optimistisch.

Insgesamt 362 Projektvorschläge wurden für den Wettbewerb eingereicht. Doch nur 70 Teilnehmer sind mit einem Preisgeld bedacht worden. Exakt 4,83 Millionen Euro sind ausgeschüttet worden. Im Modul Land.Kommune, in dem sich 84 Städte und Gemeinden beworben hatten, wurden 20 ausgezeichnet, obwohl eigentlich anfangs nur 15 Preisträger in dieser Kategorie geplant waren.

Doch die Jury sei von den Ideen so beeindruckt gewesen, dass sie die Zahl auf 20 erhöht habe, erklärte Staatsminister Thomas Schmidt (CDU). Nur insgesamt vier Wettbewerbsteilnehmer haben, wie die Stadt Hartha, 300.000 Euro erhalten. Verteilt wurden unter den Gesamtsiegern Beträge ab 5.000 Euro. (mit mf)

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