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Wie aus Spitzwegerich Hustenbonbons entstehen

Das Dorfmuseum informiert am Sonntag über Kräuter. Diese entfalten zwei Tage später ihre höchste Wirkungskraft.

Von Constanze Junghanß

Frauen aus der Region geben am Sonntag manche ihrer Geheimnisse preis: Endlich ist wieder Kräutertag im Dorfmuseum Markersdorf. Zwei Tage vor dem 24. Juni, dem Johannistag, laden Kräuterkundige alle Interessierten zu einem Mitmachtag rund um nutzbare Pflanzen ein, die vor allem auf den Wiesen gedeihen.

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Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Spitzwegerich, der Arzneipflanze des Jahres. Eigentlich ist er eine unscheinbar wirkende Pflanze, die überall auf Wiesen und Wegrändern zu finden ist. Aber er habe es in sich, verrät Angelika Langner. Dem Spitzwegerich würden vor allem husten lindernde sowie Haut- und Schleimhaut beruhigende Eigenschaften seit Alters her zugeschrieben, weiß die Museumspädagogin.

Wie man aus Plantago lanceolata – das ist sein botanischer Pflanzenname – Hustensaft, Salben, Likör und sogar Bonbons herstellen kann, wird im Museum gezeigt. Da der Juni Haupterntezeit der Kräuter ist, stehen auch andere Pflanzen im Fokus. Holunderblüten werden verarbeitet. Einheimische Kräuterfrauen geben ihr Wissen und Anschauungsmaterial über Wiesenkerbel, Pimpinelle, Kamille und andere heilsame „Fundstücke“ von Wald und Feld weiter. Auch werden bestimmt viele Kräutergeschichten erzählt. Und die Schnapsbrennerei öffnet ihre Pforten.

„Wir zeigen unseren Gästen die Herstellung von Tinkturen, Aufgüssen und Schnäpsen“, sagt Langner. Pflanzen spielen auch in der Schönheitspflege eine bedeutende Rolle. Höhepunkt für die Damen dürfte die „kosmetische Kräuterbehandlung“ sein. Nur mit Dingen aus der Natur gibt das Dorfmuseum Tricks und Kniffe zur Herstellung eigener Kräutermasken weiter. Dazu präsentiert das Museum auch die Fauna des 250-jährigen Vierseitenhofs. Passend zum Ambiente leben hier Pommern-enten, Sattelschwein und Fuchsschafe, die bezüglich Kräutern alle als Feinschmecker gelten.

Am Johannistag sollen übrigens der Legende nach die Kräuter ihre höchste Wirkungskraft entfalten. Die Ernte beginnt also bei den Heilkundigen immer Mitte Juni, wenn die Sonne am höchsten steht.

Kräutertag am Sonntag, von 14 bis 17 Uhr