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Görlitz

Wie aus Zuckertüten Kuschelkissen werden

Es geht wieder los: Tausende Kinder im Landkreis Görlitz werden eingeschult. Doch bevor es ernst wird, freuen sich die Kinder auf ihre Zuckertüte.

Silke Beischmidt zeigt im Geschäft „Schøn & gut“ am Klosterplatz eine Zuckertüte – natürlich ein Unikat.
Silke Beischmidt zeigt im Geschäft „Schøn & gut“ am Klosterplatz eine Zuckertüte – natürlich ein Unikat. © Nikolai Schmidt

Von Patricia Serve

Der kommende Sonnabend ist für viele Kinder ein ganz besonderer Tag. Bald dürfen sie zum ersten Mal durch die Schultür treten. Das Alphabet und das Einmaleins wollen sie lernen, doch viel wichtiger ist zuerst einmal die Zuckertüte. So werden Schreibwarenläden auf der Suche nach der perfekten Zuckertüte gestürmt. Dieser Ansturm findet innerhalb weniger Wochen statt und ist abrupt nach dem Schulanfang beendet, worauf die Zuckertüten zurück ins Lager wandern.

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Kreative Schultütenangebote in „Schøn & gut“, einem Schreibwarengeschäft auf dem Klosterplatz in Görlitz. Hier werden Zuckertüten auf Bestellung selbst gebastelt. Spiegelkarton, Perlen oder sogar aufgestickte Applikationen - verschiedenste Materialien werden in jeder Zuckertüte verarbeitet. Silke Beischmidt nimmt die Entwürfe der Eltern im Laden auf und und zaubert dann in fünf bis sechs Stunden eine Zuckertüte, die zukünftige Erstklässler zum Strahlen bringt. Doch das ist noch nicht genug. Sie entwarf in den letzten Jahren Zuckertüten aus Stoff, die durch einen Papprohling für den Schulanfang stabilisiert werden. Nach der Einschulung kann dieser Rohling entnommen werden und mit Füllwatte zum Kissen umfunktioniert werden. Aufgrund verschiedener Größen, werden immer wieder neue Zuschnitte benötigt und auch der kurze Zeitraum in dem die Eltern auf Suche nach einer Schultüte sind, trägt dazu bei, dass oftmals auch die Freizeit für die aufwendigen Projekte draufgeht.

In den letzten Jahren hatte Silke Beischmidt auch Workshops zum Zuckertütenbasteln für Eltern gegeben. Da man dafür aber auch über fünf Stunden einplanen sollte, sind sie dieses Jahr nicht so gefragt. Das Highlight von „Schøn & gut“ ist jedoch der Entwurf einer Stiftzuckertüte. Das überdimensionale Schreibgerät wird in der Spitze mit Füllwatte gestopft und ähnlich wie die Zuckertüte für den großen Tag in Form gebracht. Gefüllt werden kann sie durch den Radiergummi des Stiftes, der mit einem Reißverschluss angebracht ist.

An der Motivwahl der Standartzuckertüte hat sich nicht viel geändert. Während Jungen Fußbälle oder Traktoren auf ihren Zuckertüten mögen, möchten Mädchen lieber Prinzessinen oder Ballerinas. Außerdem seien zurzeit Delfine sehr beliebt, erklärt Susanne Noack aus dem Schreibwarengeschäft Lausitzer Papierbote in Niesky. Sie bieten Zuckertüten der Firma Roth in allen erdenklichen Größen an. Der Verkaufsschlager sind dabei nicht unbedingt die größeren Tüten, sondern die kleinen, die Freunde und Familie schenken, um Schulbeginnern den Tag zu versüßen.

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