merken
PLUS

Pirna

Wie Bad Gottleuba-Berggießhübel die Zukunft gestalten will

Das Konzept dazu entwickeln die Einwohner mit. Es geht um Straßen, Internet, Sportstätten. Und um eine Schulnote.

Erhalten: Das Billy-Bad war mal neu. Das war 1995. Schön ist es noch immer, doch nun muss saniert werden.
Erhalten: Das Billy-Bad war mal neu. Das war 1995. Schön ist es noch immer, doch nun muss saniert werden. © Norbert Millauer

Zweieinhalb Stunden praktizierten rund 40 Gäste in Bad Gottleuba-Berggießhübel am Montagabend Mitsprache. Auf dem Weg zum Stadtentwicklungskonzept waren sie gefordert, mussten unter anderem rote, blaue und grüne Punkte für Lob und Kritik vergeben sowie Schwerpunkte setzen. Schnell wurde klar, die Einwohner denken schon viel praktischer als es das Konzept kann und will. Die Analyse brachte für sie wenig Überraschendes. Dafür war zu spüren, die Leute wollen Ergebnisse sehen. Die SZ erklärt die Hintergründe.

Wozu noch ein weiteres Konzept?

Anzeige
Sie sind gefragt: Umfrage zu #ddvlokalhilft
Sie sind gefragt: Umfrage zu #ddvlokalhilft

Wir wollen herausfinden, wie die Sachsen in der Krise einkaufen und wie wichtig lokale Hilfsprojekte wie #ddvlokalhilft bei der Unterstützung des Handels sind.

Um bei Fördermitteln eine Chance und selbst einen roten Faden für die Entwicklung zu haben. Bad Gottleuba-Berggießhübel hat einen Investitions- und Konzeptstau, der soll nun abgebaut werden. Vor den Investitionen kommen die Konzepte. Das zur Stadtentwicklung – es bezieht alle Ortsteile mit ein – ist eines davon. Das Sportstättenkonzept das nächste, am Donnerstag soll der Stadtrat dann die Fortschreibung des Kurortentwicklungsplanes, auch eine Art Konzept, beschließen.

Was sind die Pluspunkte des Doppelkurortes?

Grundlage für diese Punkte sind die Umfrage, an der sich 122 Einwohner zuvor online beteiligten, sowie die Punkteverteilung am Montagabend. Die Lage, die Infrastruktur und die Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs werden als Vorteile bezeichnet. Auch Kita-Betreuung, Gastronomie und Ärzte werden positiv gesehen. Das Berggießhübler Bad, das Besucherbergwerk, der Gottleubaer Markt, die Bähr-Mühle sind weitere Dinge, auf die man offenbar stolz ist. Bei der Online-Umfrage kam als Schulnote eine 2,4 für die Lebensqualität heraus. Das sei nicht schlecht, sagt der Planer, Ziel aber müsse eine gute Zwei oder sogar eine Eins vor dem Komma sein.

Welche Probleme haben die Ortsteile?

Umso weiter weg die Ortsteile von den beiden Kernorten, umso mehr rote Punkte wurden von den Einwohner auf die Karte geklebt. Die Punkte stehen für Probleme wie Zustand bzw. Fehlen von Straßen, Rad- und Fußwegen. Ganz oben steht hier die Radweganbindung nach Pirna. Zentrale Lagen haben aber auch einen Nachteil: Interessierte finden zum Beispiel schwer Wohnbauflächen.

Immer wieder taucht das Breitband-Problem auf. Das nennen auch die Unternehmer als einen Schwerpunkt. Immer wieder tauchen Spielplätze und die fehlende Turnhalle für Gottleuba auf. Hier überschneiden sich Stadtentwicklungs- und Sportstättenkonzept. Aber es kann nicht schaden, wenn die Halle in beiden steht. Nächste Herausforderung: Der Tourismus muss gestärkt werden. Beispiel Labyrinth Langenhennersdorf. Im Tourismusbüro wird zwar täglich zig Mal erklärt, wo es ist, richtig vermarktet wird es aber nicht. Das gilt auch für die Talsperre. Allgemein fehlen Sport- und Kulturangebote.

Die nächsten Aufgaben

Wie sollen Potenziale genutzt und Probleme gelöst werden?

Das Konzept wird stehen, noch bevor die Probleme gelöst sind. Vielleicht bis auf einen Teil des Breitbandes. Hierfür liegt der Fördermittelbescheid vor, diese Woche soll der neue LTE-Funkmast in Gottleuba ans Netz gehen. Das aber ist nur ein Punkt. Es gibt drei Aufgaben für die Zukunft: Erhalten, verbessern, erweitern. Erhalt zum Beispiel des Bades, verbessern von Verkehrswegen, erweitern von Bauflächen. Einiges ist schnell machbar, für das Meiste aber wird Fördergeld und damit das Konzept gebraucht. Klar ist auch, Bad Gottleuba-Berggießhübel muss mehr aus sich machen. Die Planer nennen es Standort-Marketing.

Was sind die nächsten Schritte?

Zwischen August und November entwickelt die Arbeitsgruppe das Handlungskonzept. Zu ihr gehören, wie vom Stadtrat beschlossen, auch eigene Vertreter sowie Bürger. Im November gibt es die nächste Versammlung in der großen Runde. Es folgt der Beschluss des Konzeptes im Stadtrat. Für das Sportstättenkonzept findet am Mittwoch die Begehung und am 21. August die öffentliche Runde statt.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

Und unseren ebenfalls kostenlosen täglichen Newsletter abonnieren Sie unter www.sz-link.de/pirnaheute

Mehr zum Thema Pirna