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Zittau

Rentner dürfen kostenlos Bus fahren

Die KVG drückt beide Augen zu, weil es keine Tickets mehr im Bus gibt. Aber das gilt nicht für alle Fahrgäste.

Einen Fahrschein für die Busse der KVG zu bekommen, ist nicht so einfach.
Einen Fahrschein für die Busse der KVG zu bekommen, ist nicht so einfach. ©  Rafael Sampedro (Archiv)

Dirk Sittko ist enttäuscht von der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländreck (KVG). Seine Mutter besitzt weder ein Smartphone, noch kommt sie nach Löbau, um einen Busfahrschein kaufen zu können. "Ich habe bei der KVG angefragt und keine Antwort bekommen", erzählt er. Seine Mutter ist als Rentnerin für einige Erledigungen aber auf den Bus angewiesen. Und nicht nur sie, sondern weit mehr als fünf Seniorinnen aus ihrem Bekanntenkreis fahren seit etwa drei Wochen nicht mehr mit dem Bus, weil es keine Fahrscheine zu kaufen gibt.

"Mag sein, dass es heißt, die Alten sollen zu Hause bleiben und haben draußen nichts zu suchen. Aber manche Fahrt lässt sich eben nicht vermeiden", schildert Dirk Sittko. Mit Mund- und Nasenschutz kann man doch trotz der Einschränkungen wegen Corona Bus fahren. Aber so entsteht der Eindruck, der städtische Nahverkehr hat gar kein Interesse am Verkauf.

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KVG hat eine einfache Lösung gefunden

Dabei wäre gerade für Dirk Sittkos Mutter beispielsweise ihr gewohnter regelmäßiger Abstecher in ihren Schrebergarten wichtig und eine willkommene Abwechslung. "Ein bis zweimal pro Woche würde sie gern dorthin fahren", berichtet ihr Sohn.

Die KVG hat inzwischen eine einfache Lösung gefunden. "Rentner, die keine Möglichkeit haben, sich ein Handy-Ticket zu kaufen oder für die sich eine Monatskarte nicht lohnt, nehmen wir kostenlos mit", sagt die zuständige KVG-Mitarbeiterin für Schüler- und Abo-Karten, Franziska Herrmann. Das ist so mit den Fahrern abgestimmt. 

Allerdings hofft das Busunternehmen in dieser schwierigen Zeit auch auf die Ehrlichkeit der Kunden. Schüler können ja mit ihrer Schülerkarte mit dem Bus fahren. Und Erwachsene, die im Besitz eines Handys sind, bittet die KVG dieses auch für den Kauf einer Fahrkarte zu nutzen. 

Die Handy-Tickets erhält man auf der Internetseite des Verkehrsverbundes Zvon. Bisher nutzen diese Möglichkeit auch viele Kunden, heißt es. Viele Rentner würden sich außerdem ein Senioren-Ticket kaufen. Das geht auch telefonisch (03585 478425) bei der Verkehrsgesellschaft. Dieses Monats-Ticket gibt es für Personen ab 65 Jahre. Es kostet 47 Euro.

Fahrscheinverkauf in Drogerie klappt gut

Außer direkt bei der KVG kann sonst nur die Wendler-Drogerie in der Bahnhofstraße 8 in Löbau das komplette Zvon-Tarif-Fahrschein-Paket anbieten. Seit dem 6. April ist das dort mit Hilfe einer speziellen Kasse, die das Busunternehmen zur Verfügung gestellt hat, möglich. Damit ist die Drogerie das einzige Geschäft, das neben dem Verkehrsverbund Zvon und der KVG das komplette Ticket-Angebot anbieten kann.

"Das funktioniert seitdem auch sehr gut. Und die Leute sind dankbar dafür", schildert Ingo Seiler. Mit seiner Wendler-Drogerie in Löbau ist er seit Anfang des Jahres Dienstleister für die Länderbahn und den Zvon und darf Fahrscheine für Zug und Bus verkaufen. Da er mit seinem Geschäft zu den Ausnahme-Dienstleistern gehörte, die von einer Schließung verschont blieben, hatte ihm die KVG eine sogenannte Tarif-Kasse für die Bus-Fahrscheine installiert.

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