merken
PLUS

Dresden

Wie Ben seinen Hund lieben lernt

Seit vier Monaten ist Lima bei einem behinderten Jungen aus Dresden. Wie geht es der Familie jetzt?

Vorsichtiges Kennenlernen kurz nach der Ankunft des Autismusbegleithundes.
Vorsichtiges Kennenlernen kurz nach der Ankunft des Autismusbegleithundes. © Christian Juppe

Über ein Jahr lang mussten sie bangen und Spenden sammeln. Dann endlich konnten die Eltern von Ben Kausmann sich und ihrem achtjährigen Sohn einen Traum erfüllen: Kurz vor Weihnachten zog der Autismusbegleithund Lima in ihre Wohnung in Striesen ein. Zuvor war das Tier über Monate hinweg von speziellen Trainern für seine Aufgabe ausgebildet worden. Das kostete die Eltern immerhin 28.000 Euro. Langsam aber stetig füllte sich das Spendenkonto. Auch die Stiftung Lichtblick half.

Ben kam 2010 als extremes Frühchen auf die Welt, wog gerade einmal 540 Gramm. Durch eine schwere Hirnblutung kurz nach der Geburt wurden Teile seines Gehirns geschädigt. Seitdem wurde Ben schon zehnmal operiert. Der Hund, so hofften die Eltern, sollte ihren Jungen ausgeglichener machen, seine Wutanfälle in Grenzen halten und ihm zeigen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen.

In den ersten Tagen mit Lima ging Ben erst einmal auf Abstand und zog vorsichtshalber das Kuscheln mit seinem Plüschhund vor, den die Eltern ihm gekauft hatten. Nur von weitem winkte er dem Hund zu, der da plötzlich durch die Zimmer und Flure flitzte. An Streicheln war zunächst nicht zu denken.

Lange musste die Familie auf Lima warten. 
Lange musste die Familie auf Lima warten.  © Christian Juppe

Ganz anders jetzt, nach reichlich vier Monaten. „Ben und Lima sind prima zusammengewachsen und Lima ist aus dem Familienleben nicht mehr wegzudenken“, sagt seine Mutter Sarah. Ihr Sohn gehe inzwischen sehr oft mit Lima spazieren. Manchmal traue er sich sogar schon, ihn allein zu führen. Auch einige Kommandos beherrsche Ben mittlerweile und lerne so, dass seine Aussprache Wirkung zeige, wenn er laut und deutlich spricht.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Vom Streicheln und Schmeicheln

Ein Jahr lang musste Familie Kausmann aus Dresden auf den Hund warten, der ihrem behinderten Sohn das Leben vereinfachen soll. Nun ist Lima eingezogen.

„Ben kann Limas Stimmung jetzt einschätzen und benennen. Das ist für ihn ein wirklich sehr großer Schritt“, sagt Sarah. Er achte darauf, dass Lima regelmäßig gefüttert wird und streichle ihn immer öfter. „Wir sind wirklich sehr froh, diesen Weg gegangen zu sein.“