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Dresden plant mit Publikumsliebling Petkovic

Der größte ostdeutsche Tennisklub möchte im nächsten Jahr in der Bundesliga wieder durchstarten. Doch es gibt noch einige offene Fragen.

Sofort Publikumsliebling: Andrea Petkovic spielte im Vorjahr zum ersten Mal für Blasewitz.
Sofort Publikumsliebling: Andrea Petkovic spielte im Vorjahr zum ersten Mal für Blasewitz. © dpa/Robert Michael

Dresden. Die Erstliga-Saison ist aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden, doch beim TC Blau-Weiß Blasewitz bastelt man bereits an der neuen Spielzeit. Der größte ostdeutsche Tennisverein wird zur ersten Frist am 30. September eine Mannschaft für die Bundesliga der Damen beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) melden. Das bestätigte Team-Manager Sven Grosse auf SZ-Nachfrage. 2019 hatte das Damenteam aus Dresden als Aufsteiger den Klassenerhalt geschafft und avancierte mit insgesamt 3.500 Besuchern bei den drei Heimspielen mit großem Abstand mal so ganz nebenbei zum Zuschauerkrösus der Eliteliga.

Derzeit ist jedoch noch offen, wie eine Erstliga-Saison 2021 aussehen könnte. „Unklar ist, ob alle Mannschaften melden können und wollen und ob die Saison, wie für 2020 geplant, im Mai beginnt“, erläutert Grosse. Blasewitz ist sponsorenmäßig relativ breit aufgestellt – im Gegensatz zu manchen Liga-Konkurrenten. Das heißt, dass der mindestens 75.000 Euro umfassende Etat, der zudem die zweite Frauenmannschaft (Ostliga) und das Herrenteam (Regionalliga) einschließt, bereits jetzt weitgehend abgesichert ist. „Stand heute gibt es keine negativen Aussagen unserer Partner“, sagt Grosse.

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Die Dresdner hatten außerdem beim DTB einen Vorschlag hinterlegt, die insgesamt sechs Spieltage über einen längeren Zeitraum zu strecken. Der Vorschlag wurde für 2020 vorerst abgelehnt. Die Saison wäre deshalb nur über fünf Wochen ausgespielt worden, mit zwei Doppelspiel-Wochenenden. „Ich will nicht ausschließen, dass wir es erneut versuchen“, betont der Team-Manager. Eine Frist, ob 2021 gespielt wird oder nicht, hat sich die Liga laut Grosse vorerst nicht gesetzt.

So engagiert soll die ehemalige Nummer neun der Welt auch im kommenden Jahr im Waldpark zuschlagen – wenn es nach Teammanager Sven Grosse ginge. 
So engagiert soll die ehemalige Nummer neun der Welt auch im kommenden Jahr im Waldpark zuschlagen – wenn es nach Teammanager Sven Grosse ginge.  © dpa
Zwei Macher des größten ostdeutschen Tennisklubs: Team-Manager Sven Grosse (links) und Vereins-Präsident Michael Stephan. Beide arbeiten übrigens hauptberuflich als Anwälte.  
Zwei Macher des größten ostdeutschen Tennisklubs: Team-Manager Sven Grosse (links) und Vereins-Präsident Michael Stephan. Beide arbeiten übrigens hauptberuflich als Anwälte.   © Thomas Kretschel

Am liebsten würde er mit dem gleichen Personal antreten, das bereits für dieses Jahr unter Vertrag stand. 17 Spielerinnen hatte Blasewitz gemeldet – angeführt von der deutschen Spitzenspielerin Andrea Petkovic und der tschechischen Weltklasseathletin Kristyna Pliskova. Die 28-Jährige aus Louny wäre als aktuelle Nummer 69 der Weltrangliste die nominelle Nummer eins des ersten ostdeutschen Frauen-Erstligisten.

Doch die Verträge für 2020 sind nun aber hinfällig. „Wir haben teilweise Verträge mit Optionen. Da müssen natürlich beide Seiten einer Meinung sein“, erläutert Grosse. Auch für Petkovic, in der Saison 2019 der Publikumsliebling, existiert eine solche Möglichkeit der Vertragsverlängerung. „Wir stehen in regem Austausch und wollen auch Andrea wieder in unseren Reihen haben“, sagte Grosse.

Olympia in Tokio steht ebenso auf dem Plan

Allerdings ist noch unklar, wie die nach Angelique Kerber bekannteste aktive deutsche Tennisspielerin ihre Saison 2021 plant, die möglicherweise ihre letzte ist. Olympia in Tokio hat Petkovic auf dem Schirm. Dafür müsste sie sich jedoch sportlich empfehlen und qualifizieren. Zudem treibt sie parallel ihre Fernsehkarriere als Moderatorin der ZDF-Sportreportage voran. Ein Buch wollte sie 2020 auch noch veröffentlichen.

Allerdings hatte die Fedcup-Spielerin immer wieder betont, wie wohl sie sich in ihrer ersten Saison in Dresden gefühlt habe. Das klang unverstellt, ehrlich – nach viel mehr als einer bloßen Worthülse. Das macht auch Grosse Hoffnung.

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Auf eine Spielerin aus dem aktuellen Kader muss Blasewitz in der nächsten Saison aber wohl verzichten. Die aufstrebende 23-jährige Russin Varvara Flink ist schwanger. Das verkündete ihr Mann und Trainer, Dietrich Dernowski, am 5. Juni 2020 via Facebook. Im Vorjahr hatte die Moskauerin sich auf Platz 122 der Weltrangliste hochgearbeitet.

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