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Bischofswerda

Hoffnung für den Schmöllner Dorfteich

Die Anwohner wünschen sich schon lange, dass das Gewässer in Ordnung gebracht wird. Jetzt gibt es eine Lösung.

René Schubert vom Schmöllner Verein der Heimatfreunde steht am Mühlteich. „Hier liegt der Ursprung unseres Dorfes“, sagt er. Der Heimatverein setzt sich dafür ein, dass der Teich saniert wird und warb dafür gegenüber der Gemeinde.
René Schubert vom Schmöllner Verein der Heimatfreunde steht am Mühlteich. „Hier liegt der Ursprung unseres Dorfes“, sagt er. Der Heimatverein setzt sich dafür ein, dass der Teich saniert wird und warb dafür gegenüber der Gemeinde. © Steffen Unger

Schmölln. Die scheinbar endlose Geschichte um die bislang ausstehende Sanierung des Mühlteiches in Schmölln könnte bald vielleicht doch ein gutes Ende finden. Die Gemeinde Schmölln-Putzkau stellt im kommenden Jahr 70.000 Euro bereit, um die Planungen fertigzustellen. Der Gemeinderat bewilligte dafür eine außerplanmäßige Ausgabe. Die Entscheidung fiel einstimmig. Die Planung ist Voraussetzung, damit die Gemeinde 2020 Fördergelder beantragen kann. Läuft alles gut, könnte der Mühlteich im Jahr 2021 saniert werden. Die Gemeinde rechnet mit Kosten in Höhe von einer halben Million Euro, und sie hofft dabei auf eine 90-prozentige Förderung, sagte Bürgermeister Achim Wünsche der SZ. Weitere 150.000 Euro werden notwendig sein, um eine Brücke über den Teichabfluss zu erneuern. Für Januar 2020 plant die Gemeinde eine Einwohnerversammlung. Dort soll das Sanierungskonzept den Bürgern vorgestellt werden.

Dass das Thema nun endlich wieder auf die Agenda kommt, ist pfiffigen Mitgliedern des Schmöllner Heimatvereins zu danken. Sie taten, was kaum ein Bürger – in welcher Gemeinde auch immer – tut: Sie schauten in den Entwurf des Gemeindehaushaltes, als der im Gemeindeamt zur Einsicht für jedermann ausgelegen hatte. Enttäuscht stellten sie fest, dass der Mühlteich wieder nicht im Investitionsprogramm vorgesehen ist, berichtet René Schubert, der Vereinsvorsitzende. Der Verein schrieb daraufhin einen Brief an den Bürgermeister und machte seinen Einwand gegen den Haushaltsentwurf geltend. „Der Mühlteich ist der Ursprung Schmöllns. Um den Teich, der einst größer gewesen ist, standen die ersten Häuser. Vom Mühlteich aus ist unser Dorf gewachsen“, sagt René Schubert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das einstige Pechsiederdorf im Jahr 1300. Folglich dürften seine Ursprünge noch viel älter sein. Die Vereinsmitglieder argumentierten gegenüber den Gemeindevertretern mit der historischen Bedeutung des Teiches und dessen Rolle für die Identität der Schmöllner Einwohner. Das überzeugte im Rat, zumal auch Schmöllner Gemeinderäte seit Jahren darauf hinweisen, dass der Teich dringend saniert werden muss.

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Wildenten fühlen sich wohl

Er könnte ein Kleinod sein, ist es aber bei seinem gegenwärtigen Zustand nicht – auch wenn sich die Wildenten offenbar darauf wohlfühlen. Denn der Teich ist in den vergangenen Jahren verlandet. Frühere Sanierungsmaßenamen zeigten nur mäßigen Erfolg. Das Problem: Mitten durch den Teich fließt das Schwarzwasser, und es führt immer wieder dazu, dass sich Sedimente ablagern. Die Idee eines Sandfangs wurde geprüft und wieder verworfen. Stattdessen strebt die Gemeinde nun eine wesentlich größere Lösung an: Das Schwarzwasser, das am Hohen Hahn bei Tröbigau seine Quellen hat, soll künftig in einem separaten Bett unmittelbar am Teich vorbeigeleitet werden. Dafür sollen Teich und Fluss baulich voneinander getrennt werden. Fachleute sprechen von einem Umgehungsgerinne. Außerdem wird der Teich natürlich entschlammt. Auch der geplante Brückenbau ist im Zuge der Sanierung erforderlich, sagt Achim Wünsche. Ein Pfeiler der jetzigen Brücke steht mitten im Teich. Das soll geändert werden.

René Schubert ist sich sicher: „Hätten wir uns nicht gemeldet, wäre das Projekt wieder runtergefallen.“ Die Planungskosten für die Teichsanierung hätte die Gemeinde auch nachträglich in ihren Haushalt aufnehmen können. Doch dafür hätte sie das gesamte Zahlenwerk ändern müssen. Um dem zu entgehen, beschloss der Gemeinderat auf ein und derselben Sitzung den Jahreshaushalt für 2020 und zugleich einen Nachtrag über die 70.000 Euro. Auch ein Beispiel, wie Dinge ins Laufen kommen können, wenn sich Bürger rühren und Gemeindevertreter bereit sind, nach Lösungen zu finden. Ein zweites Beispiel findet man ebenfalls in Schmölln: Weil sich der Sportverein rührte, steht nun auch die energetische Ertüchtigung des Sportlerheimes im regulären Haushalt der Gemeinde Schmölln-Putzkau für 2020.

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